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Dampfradioforum • Thema anzeigen - AEG Tambour 62 Stereo: Schaltung außergewöhnlich ?

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BeitragVerfasst: Mo Jun 09, 2014 16:01 
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Hallo zusammen,
ich habe jetzt meinen AEG Tambour Stereo 62 in Angriff genommen.
Wider Erwarten fand ich nach Ausbauen von Trafo und Chassis aus dem Gerät doch noch den Stromlaufplan.
Der hatte sich unter dem Trafo versteckt. Eigentlich hätte ich vom Schaltungskonzept keine großen Überraschungen erwartet.
Es sieht aber anders aus. Die zwei unterschiedlichen Ausgangsübertrager und die unübersichtliche Zusammenschaltung verstehe ich nicht. Die Übertrager sind nicht identisch. Bei einem Stereogerät kätte ich zwei identische NF Verstärker erwartet.
Interessant ist auch, daß es vom Lautstärkepoti des linken Kanals über die EBC91 auf die Triode der ECL86 geht,
während es beim rechten Kanal vom Poti direkt auf die Triode der ECL86 geht.
Desweiteren findet sich noch eine ECC83 im Gerät, welche wohl als Vorverstärker für den Plattenspieler dient ?
Und als letzte Auffälligkeit sind mir zwei getrennte Heizwicklungen des Netztrafos aufgefallen. Die Heizfäden der acht Röhren liegen somit nicht alle parallel.

Der Tuner zeigt keine besonderen Überraschungen und ermöglicht auch kein Stereoempfang.

Hatte AEG damals schon eine Vewandschaft mit Telefunken; sprich gibt es ein baugleiches Telefunken Radio ?
Im "HIFI Archiv" wird AEG als Herstller nicht aufgeführt.

Derzeit wird das Gerät wieder instandgesetzt. Es gibt hier einges zu tun.

Gruß Johannes


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BeitragVerfasst: Mo Jun 09, 2014 21:44 
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AEG und Telefunken gehörten eigentlich schon immer zusammen. Dass AEG in Deiner Unterlage nicht als Hersteller aufgeführt ist, liegt sicher daran, dass die Radios, auf denen AEG stand, bei Telefunken gebaut wurden.

Hier ist (vermutlich) das entsprechende Telefunken-Modell zu Deinem Radio:
http://www.radiomuseum.org/r/telefunken ... _2284.html

Wenn das wirklich die gleiche Schaltung ist, dann ist das NF-Teil so speziell aufgebaut worden, um einerseits für Monosignale oder genauer, den Mono-Anteil im Signal, im Gegentaktbetrieb zu arbeiten, andererseits auch die stereofonen Anteile zweikanalig übertragen zu können. Damit das möglich ist, ist der eine Kanal mit einer Phasenumkehrstufe (Triode der EBC91) versehen. Die dadurch hervorgerufene Phasendrehung erfordert einen entsprechend gepolten Anschluss der Lautsprecher.

Leider ist die Qualität des mir vorliegenden Schaltbildes zu schlecht, um alle Einzelheiten der Funktion des NF-Teils nachvollziehen zu können. Es gab aber vor kurzem hier im Forum ein Thema über ein Wega-Radio mit sehr ähnlicher Schaltungstechnik:
viewtopic.php?f=2&t=14127
Dort wurde das Funktionsprinzip gut erklärt. Der Unterschied zu Deinem AEG (Telefunken)-Radio ist, dass die Phasenumkehrstufe in dem Wega-Radio nicht hinter, sondern vor dem Lautstärkeregler sitzt.

Die ECC83 ist ein Vorverstärker für den Plattenspielereingang, richtig. Allerdings hebt dieser nur den Pegel an, eine Entzerrkurve hat er nicht und ist daher nicht für den direkten Anschluss moderner magnetischer Tonabnehmersysteme ausgelegt.

Für zwei Röhren, nämlich die erwähnte Phasenumkehrstufe und die NF-Verstärkerröhre des anderen Kanals, ist die Heizung massesymmetrisch ausgeführt wurden, wobei der Massebezug mit einem Poti einstellbar ist. Das nennt man "Entbrummer", es dient dazu, bei dafür empfindlichen Stufen das über die Heizung eingekoppelte Netzbrummen zu minimieren.

Lutz


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BeitragVerfasst: Mo Jun 09, 2014 23:12 
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Hallo Lutz,
danke für Deine Antwort.
Das Telefunken Radio hat den gleichen Röhrensatz und sieht auf dem Foto von rm.org genauso aus wie mein Tambour 62 von AEG. Desweiteren decken sich Deine schaltungstechnischen Erläuterungen mit dem was ich im Stromlaufplan finde.
Ich bin immer davon ausgegangen, daß man Stereo oder Mono einfach über Tastendruck auswählt. Bei Mono werden dann zwei identische Endstufen zu einer Gegentaktendstufe zusammengeschaltet. Soweit mir bekannt ist das z.B.: bei SABA und Nordmende der Fall.

Das von mir erwähnte HIFI Archiv findet man hier: http://wegavision.pytalhost.com/

Johannes


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BeitragVerfasst: Di Jun 10, 2014 9:50 
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Kleiner Einwurf von mir.

Zitat:
Dass AEG in Deiner Unterlage nicht als Hersteller aufgeführt ist, liegt sicher daran, dass die Radios, auf denen AEG stand, bei Telefunken gebaut wurden.


Ich halte die Aussage für falsch, da ich TFK eigentlich eher als Vertriebsmarke sehe, als eine Produktionsmarke.
AEG hatte nach meinem (angelesenen) Wissen eigene Produktionsstandorte und hat dann nur entsprechend auf TFK umgelabelt bzw die Optik wurde nach TFK gebaut. Aber die eigentlichen Produktionsstandorte waren von AEG (als Mutterkonzern).
Ich rede hier von dem Zeitraum der Radioproduktion des hier nachgefragten Radios.

paulchen


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BeitragVerfasst: Di Jun 10, 2014 19:20 
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Das mag durchaus sein. Telefunken war aber ebensowenig wie AEG eine reine Vertriebsmarke. Die Struktur in diesem Konzern war teilweise etwas unübersichtlich und wechelte auch öfter.

Anfang der 50er Jahre wurden im Telefunken-Werk Hannover Radios gebaut. Wie lange, weiß ich nicht, mein Buch "Telefunken nach 100 Jahren" enthält darüber keine Informationen. Die Fusion von AEG und Telefunken erfolgte einige Jahre, nachdem das Radio gebaut wurde, um das es hier geht. Die Zusammenarbeit gab es aber schon lange vorher.

Zu der Stereo/Mono-Umschaltung: Es ist richtig, bei Saba und möglicherweise auch anderen Marken gab es Geräte, deren Endstufe bei Monobetrieb eine Gegentaktendstufe war und bei Stereobetrieb so umgeschaltet wurde, dass zwei getrennte Verstärker entstanden. Die Schaltungen des Radios, um das es hier geht, und auch des Wega-Radios in dem anderen Beitrag ermöglichen im Prinzip beides gleichzeitig. Ob in der selben Qualität, ist eine andere Frage.

Lutz


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BeitragVerfasst: Di Jun 10, 2014 19:45 
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Hallo Lutz!

Auch wenn es jetzt ein wenig von dem hier eigentlich besprochenen Thema abschweift.
Mit der Aussage habe ich irgendwie mein Problem.
Zitat:
Die Fusion von AEG und Telefunken erfolgte einige Jahre, nachdem das Radio gebaut wurde, um das es hier geht. Die Zusammenarbeit gab es aber schon lange vorher.

Telefunken war doch zu dem Zeitpunk eine 100%ige Tochter der AEG. Wie haben die denn da fusioniert? Oder meinst Du die AEG-Telefunken AG ab 1967?

Aber wir sollten nicht zu sehr abschweifen. Interessiert hier wohl eher nur die Theoretiker denke ich.

paulchen


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BeitragVerfasst: Di Jun 10, 2014 21:14 
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Ich finde die Diskussion bzgl. AEG und Telefunken durchaus interessant.

Der Schaltplanauszug des WEGA 317 zeigt Ähnlichkeiten mit meinem Tambour 62 stereo.
Die Übertrager meines Radios haben neben der Primär- und Sekundärwicklung noch eine weitere Wicklung.
Wie beim WEGA ist der obere Übertrager wohl der Haupt- und der untere der Hilfsübertrager. Die beiden ECL86 sind mit dem oberen Übertrager verbunden. Aufgrund der zusätzlichen Wicklungen kann ich aber momentan noch nicht sagen ob die Verschaltung identisch ist.
Über eine Teilwicklung des unteren Übertragers wird die Anodenspannung geführt. Handelt sich hier um eine CLC Glättung ?


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BeitragVerfasst: Mi Jun 11, 2014 22:00 
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Wie u.a. auch in Wikipedia nachzulesen ist, fusionierten AEG und Telefunken Anfang 1967 zur Firma AEG-Telefunken. Diese Fusion meinte ich.

In dem Wega-Gerät sind die Übertrager so geschaltet, dass der Anodenstrom erst durch den einen und dann durch den anderen Übertrager fließt. Die Übertrager sind so geschaltet, dass der erste Übertrager die Gleichtaktanteile des Anodenstroms der beiden Endröhren transformiert und der zweite Übertrager die Gegentaktanteile. Die Sekundärwicklungen sind so verschaltet, dass daraus wieder die Stereo-Signale für die beiden Lautsprecher entstehen.

Lutz


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BeitragVerfasst: Mi Jun 25, 2014 23:20 
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Ich habe jetzt das Radio wieder zusammengebaut. Folgende Arbeiten wurden ausgeführt:
- Austausch der ERO 100 Kondensatoren
- Austausch diverser ELKOs auf der NF Platine (Siebelko habe ich alt gelassen)
- Erneuerung der Skalenbeleuchtung
- Erneuerung der Netzuleitung
- Reinigung der Lautstärke- und Klangregler

Nach Inbetriebnahme musste ich feststellen, daß das Radio mit folgenden Problemen aufspielt.
- UKW ist zu leise
- Empfang könnte besser sein
- NF Wiedergabe von CD ist halbwegs normal
- Bei Drehen des Lautstärkereglers zirpt oder spratzt es sporadisch laut aus den Lautsprechern, ich hätte hier eher das bekannte Krachen erwartet, ob die Endstufe evtl. zum Schwingen neigt ?

Nach Drücken der Stereotaste arbeiten die vorderen Lautsprecher nur noch für den Tiefton; also praktisch als Subwoofer. Die Mitten und Höhen werden dann über die Seitenlautsprecher abgestrahlt. Das habe ich bisher bei einem Röhrenradio noch nicht erlebt.
Die rechte Seite hat jedoch praktisch keine Mittenwiedergabe. Es klingt als würde man sein Ohr an die Hochtonkalotte eines Mehrwegelautsprechers halten.

Beeindruckt bin ich von der Tiefbaßwiedergabe. Da geht der Tambour richtig weit runter.
Insgesamt ist das Klangbild bei Stereo irgendwie komisch. Bei Mono ist der Klang unausgewogen mit zu wenig Höhen.

Ich werde noch die roten Kondensatoren an den Lautsprechern überprüfen. Die sind noch alt. Desweiteren muß ich schauen, ob sich beim Zusammenbau und den Lötarbeiten ein Fehler eingeschlichen hat.


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BeitragVerfasst: Do Jun 26, 2014 6:46 
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Hallo Lutz!

Hatte diese Antwort gar nicht gelesen.
Zitat:
Wie u.a. auch in Wikipedia nachzulesen ist, fusionierten AEG und Telefunken Anfang 1967 zur Firma AEG-Telefunken. Diese Fusion meinte ich.


Abschließend von mir dazu noch eine Bemerkung, ich will das eigentlich Thema hier nicht zerrreden.
Das mit der Fusion ist bei Wiki nach meinem Dafürhalten etwas unglücklich ausgedrückt. Aber ich kann mich da mit meinem Verständnis auch etwas anstellen.
Faktisch war TFK eine Tochter von AEG. Fakt ist aber auch die Fusion. Ich erkläre es mir jetzt so, daß die eigentlich bis dahin getrenten Buchführungen und damit auch getrennten Firmen zu einer großen zusammenflossen und das Mutter-Tochter Verhältnis endete und zwei gleichwertige Partner einen Zusammenschluß aus Kostengründen vollzogen. Denn anders macht das Wort Fusion für mich keinen Sinn.
Also nichts für ungut, hattest Recht und ich eventuell ein Verständnisproblem.
Denke mal das kann man so stehenlassen.

paulchen


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BeitragVerfasst: Do Jun 26, 2014 6:51 
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Beiträge: 2123
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Nachtrag zur Historie von "Telefunken", da es sicherlich den einen oder anderen Mitleser interessiert:
http://de.wikipedia.org/wiki/Telefunken ... e_bis_1945
Den Wenigsten ist nämlich bekannt, dass Telefunken 1903 als eine Tochterfirma von Siemens (S&H) und AEG gegründet wurde und erst im 2.WK Siemens ausstieg. AEG war damit die alleinige "Mutter", die "Fusion 1967" wurde nun ja schon hinreichend abgehandelt.

k.

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k. steht für klaus

Ein Mann mit einer neuen Idee ist so lange unausstehlich, bis er der Idee zum Erfolg verholfen hat.
(Mark Twain)


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BeitragVerfasst: Fr Aug 17, 2018 1:46 
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Registriert: Mi Mär 14, 2018 11:41
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8bitrisc hat geschrieben:
Nach Drücken der Stereotaste arbeiten die vorderen Lautsprecher nur noch für den Tiefton; also praktisch als Subwoofer. Die Mitten und Höhen werden dann über die Seitenlautsprecher abgestrahlt. Das habe ich bisher bei einem Röhrenradio noch nicht erlebt.


Falls irgendjemand, so wie ich, das selbe Problem hat und damit nicht zufrieden ist: Dieses Radio wurde wohl dafür gebaut, dass es im Monobetrieb, oder im Stereo Betrieb mit einem oder zwei externen Lautsprechern betrieben wird. Das man mit dem Radio auch ohne externen Lautsprecher Stereo hören könnte, ist den Ingenieuren eigenartigerweise nicht in den Sinn gekommen. Glücklicherweise geht es aber ganz einfach, man muss nur bei der Lautsprecherumschlatlasche die Pole beider Lautsprecher auf Erde legen (Die Lasche befindet sich oben bei den Lautsprechern nahe der Drossel. Man kann einfach testen indem man die Lasche von M auf R legt und dann mit einer Krokodilklemme die Lasche zusätzlich mit L verbindet.). Auch wenn sich der Stereoeffekt bei so nah aneinander liegenden Lautsprechern in den Grenzen hält, ist das Klangbild unvergleichlich besser!

8bitrisc hat geschrieben:
Insgesamt ist das Klangbild bei Stereo irgendwie komisch. Bei Mono ist der Klang unausgewogen mit zu wenig Höhen.


Ich habe das vorher genau so empfunden, daraufhin den eigenartigen Schaltplan studiert und zu obiger Lösung gekommen. Jetzt gehört es zu den Radios, die bei mir am besten klingen.

Uwe


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