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 Betreff des Beitrags: Frage zu Schaltplan
BeitragVerfasst: Fr Mär 30, 2018 20:10 
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Hallo zusammen,

Ich versuche mich gerade detailliert mal mit einem Schaltplan auseinander zusetzten.
Hier am Beispiel des Grundig 3088.
Habe dazu ein paar Fragen:

1. Wie ist die genaue Funktion des Poti "L". Ist das eins mit Mittelabriff? Würde man die Schaltung nachbauen, wie kann man die Schaltung an dieser Stelle abändern um das z.B. mit gängigen Potis (stereo/mono) zu realisieren.

2. Welche Spannung ist an c73 gegen Masse? Wo kommt diese her? Ist ja nicht direkt mit der Spannung vom brückengleichrichter verbunden oder??

3. Was ist das für ein Abgriff (grau) am ausgangsübertrager auf der sek. Seite? Der ist unten an zwei Potis angeschlossen die die mitten beeinflussen (aktiv?) Haben das alle ausgangsübertrager??

4. Wofür sind die beiden spulen von den Potis Und kondensatoren? Wie bestimmt man die Größe der Spule?


Gruß Andi


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 Betreff des Beitrags: Re: Frage zu Schaltplan
BeitragVerfasst: Fr Mär 30, 2018 20:42 
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Hallo Andi
Das Poti L ist der Lautstärkeregler und die Abgriffe dienen der Gehör mäßig korrigierten Lautstärkereglung, ein Verzicht dieser Abgriffe wäre somit möglich, verändert aber leicht den klang bei kleiner Lautstärke.
Der Elko C73 ist der Sieb Elko an ihm liegen ca. 220 V Gleichspannung an, diese kommen durch den Leistungssiebwiderstand R49 und durch die Anti Brumm Wicklung (gelb und rot, des Ausgangsübertragers (AÜ) vom Lade Elko C71 und somit aus dem Gleichrichter.
Die Spulen dienen den Wunschklang Potis.

_________________
M.f.G.
harry

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- Es ist keine Schande, nichts zu wissen, wohl aber, nichts lernen zu wollen.
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 Betreff des Beitrags: Re: Frage zu Schaltplan
BeitragVerfasst: Fr Mär 30, 2018 20:55 
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Registriert: Do Nov 17, 2011 23:30
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andrit hat geschrieben:
1. Wie ist die genaue Funktion des Poti "L". Ist das eins mit Mittelabriff? Würde man die Schaltung nachbauen, wie kann man die Schaltung an dieser Stelle abändern um das z.B. mit gängigen Potis (stereo/mono) zu realisieren.

Hallo Andi,
"L" ist das Lautstärke-Potentiometer. Das hat nicht nur einen, sondern zwei Abgriffe.
Die Abgriffe dienen zur Tiefen- und Höhenanhebung bei geringen Lautstärken: die Lautstärke der mitteleren Töne wird stärker verringert als die der hohen und besonders der tiefen Töne. Der Grund ist die geringere Empfindlichkeit des Gehörs für leise hohe und tiefe Töne.
Siehe auch https://de.wikipedia.org/wiki/Geh%C3%B6 ... t%C3%A4rke

andrit hat geschrieben:
2. Welche Spannung ist an c73 gegen Masse? Wo kommt diese her? Ist ja nicht direkt mit der Spannung vom brückengleichrichter verbunden oder??

Die Spannung bzw. der Strom fließt vom Gleichrichter über den Ausgangsübertrager (rot - gelb) und R49 zu C73 und zum Rest der Schaltung.
Durch den Ruhestrom der EL84 fließt Geleichstrom durch die Primärwicklung (rot - blau) des Ausgangsübetragers. Die würde den Eisenkern stark vormagnetisieren. Um die Vormagnetisierung stark zu verringern lässt man den Strom der andern Komponenten ebenfalls durch die Primärwicklung fließen. Die Wicklungsrichtung und die Windungszahl sind so gewählt, dass sich die erzeugten Magnetfelder etwa aufheben.

andrit hat geschrieben:
3. Was ist das für ein Abgriff (grau) am ausgangsübertrager auf der sek. Seite? Der ist unten an zwei Potis angeschlossen die die mitten beeinflussen (aktiv?) Haben das alle ausgangsübertrager??

Alle Ausgangsübetrager haben eine Sekundärwicklung.
Über die zwei Potis werden die mittleren Frequenzen mehr oder weniger gegengekoppelt. Diese Schaltungsvariante haben nicht alle Geräte.

andrit hat geschrieben:
4. Wofür sind die beiden spulen von den Potis Und kondensatoren? Wie bestimmt man die Größe der Spule?

Die Spulen bilden mit den Kondensatoren je einen Serien-Schwingkreis mit den genannten Frequenzen.
Zur Berechnung siehe
https://de.wikipedia.org/wiki/Schwingkreis
Die Schwingungsgleichung aufgelöst nach L lautet
L = 1 / ((2 · π · f)² · C)

Bernhard


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 Betreff des Beitrags: Re: Frage zu Schaltplan
BeitragVerfasst: Fr Mär 30, 2018 21:13 
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Noch einmal etwas detaillierter zu den Fragen 3 und 4:

Die von Dir genannte Wicklung des Ausgangsübertragers nennt man Gegenkopplungswicklung. Sie liefert das Ausgangssignal der Endstufe, das dann an den Verstärkereingang (am Lautstärkeregler) zurückgeführt wird, und zwar so gepolt, dass es dem Eingangssignal entgegenwirkt. Diesen Vorgang nennt man Gegenkopplung. Dadurch nimmt zwar die Lautstärke ab, aber gleichzeitig auch die Verzerrungen, die der Verstärker produziert.

Oft wird mit Hilfe der Gegenkopplung auch die Klangeinstellung vorgenommen. Bei diesem Radio auf spezielle Art: Die Serienschwingkreise, die Bernhard schon erläutert hat, haben die Eigenschaft, für die Frequenz, die sich gemäß Schwingkreisformel ergibt, niederohmig zu sein. In der Realität nicht für eine einzige Frequenz, sondern für einen Frequenzbereich, sie auch meinen Beitrag von vor einer Woche:
viewtopic.php?f=2&t=27761
Durch die beiden Potis ist der Anteil der Ausgangsspannung, der zurückgeführt (gegengekoppelt) wird, variabel: je weiter das Poti aufgedreht wird, desto größer. Durch die besagten Serienschwingkreise wird aber jeweils nur ein bestimmter Frequenzbereich gegengekoppelt. Dadurch kann mit den beiden Potis der Klang beeinflusst werden.

Lutz


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 Betreff des Beitrags: Re: Frage zu Schaltplan
BeitragVerfasst: Sa Mär 31, 2018 11:37 
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Danke für die detailreichen und guten Erklärungen.

Serienschwingkreis und Rückkopplung sind mir von der Funktion bekannt, habe es aber nicht direkt erkannt. Aber trotzdem danke für die zusätzliche Erläuterung.

Zu dem Lautstärke-Poti: Das es eine Loudness Funktion hat, war mir ja aus dem anderen Thread bereits bekannt, meine Frage war aber eher so gemeint, wie könnte man das mit einfachen Stereo oder Mono Potis realisieren bzw. wenn man die Schaltung versuchen würde nachzubauen, abändern?


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 Betreff des Beitrags: Re: Frage zu Schaltplan
BeitragVerfasst: Sa Mär 31, 2018 16:20 
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andrit hat geschrieben:
Zu dem Lautstärke-Poti: Das es eine Loudness Funktion hat, war mir ja aus dem anderen Thread bereits bekannt, meine Frage war aber eher so gemeint, wie könnte man das mit einfachen Stereo oder Mono Potis realisieren bzw. wenn man die Schaltung versuchen würde nachzubauen, abändern?

Was meinst du mit "einfach"?
Stereo-Potis sind zwei gleiche Potis an einer gemeinsamen Achse. Das bringt hier keinen Vorteil.

Bei einem Poti ohne Anzapfung ist keine "Loudness-"Anpassung möglich. Das Gerät wird bei geringer Lautstärke deutlich schlechter klingen. (Grundig hat üblicherweise relativ starke Tiefenanhebung.)

Die Einstellmöglichkeiten für 1,8 kHz und 3,6 kHz werden den Klang kaum noch hörbar verändern und die Wirkung der Höhen- und Tiefeneinsteller wird etwas reduziert werden. Vielleicht steigen auch die Verzerrungen bei geringer Lautstärke, weil die Gegenkopplung über R45 weniger wirksam wird.

-> Ich würde ein Poti ohne Anzapfungen nicht verwenden.

Bernhard


Zuletzt geändert von Bernhard W am Sa Mär 31, 2018 16:31, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Frage zu Schaltplan
BeitragVerfasst: Sa Mär 31, 2018 16:28 
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Bernhard war zwar schneller, aber da ich den folgenden Text schon getippt hatte, will ich ihn Euch nicht vorenthalten.

Mit einem Poti ohne Anzapfungen kann man diese Funktion nicht realisieren. Das ist unabhängig davon, ob es ein Stereo- oder Mono-Poti ist. Ein Stereo-Poti ist nur dafür gedacht, zwei gleichartige Übertragungskanäle parallel zu betreiben.

Die Loudness-Funktion, oder früher gehörrichtige Lautstärkeregelung genannt, hebt bei geringer Lautstärkeeinstellung die Höhen und Bässe an. Dazu dienen die Anzapfungen am Poti. Die daran angeschlossenen Schaltungen (Hoch- und Tiefpässe) haben nur eine Wirkung, wenn das Poti bis in den Bereich einer Anzapfung aufgedreht wird. Wird es weiter aufgedreht, verschwindet die Wirkung.

Das Ergebnis nähert sich der Charakteristik des menchlichen Ohrs an, das bei kleiner Lautstärke für Bässe und Höhen weniger emfindlich ist als bei großer Lautstärke.

Mit einem Poti ohne Anzapfungen könnte man nur eine feste Höhen- und Bassanhebung realisieren, die unabhängig von der Einstellung des Lautstärkereglers wirkt. Das wurde oft bei fernöstlichen HiFi-Geräten gemacht. Sie muss dann aber abschaltbar sein (Loudness-Taste), sonst sind bei großer Lautstärke die Bässe und Höhen zu laut, das hört sich unnatürlich an. Da die Bässe die meiste Leistung benötigen, käme es außerdem schnell zur Überlastung des Verstärkers und der Lautsprecher mit Verzerrungen und der Gefahr von Beschädigungen.

Eine solche Schaltung würde außerdem zusätzliche Verstärkungsreserven erfordern, die bei einem Röhrenradio meist nicht vorhanden sind.

Lutz


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 Betreff des Beitrags: Re: Frage zu Schaltplan
BeitragVerfasst: Di Apr 03, 2018 8:37 
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Kenntnisstand: **Zutreffendes Feld fehlt**
Hallo allerseits,

Bernhard hat geschrieben:
„Die Spannung bzw. der Strom fließt vom Gleichrichter über den Ausgangsübertrager (rot - gelb) und R49 zu C73 und zum Rest der Schaltung.
Durch den Ruhestrom der EL84 fließt Geleichstrom durch die Primärwicklung (rot - blau) des Ausgangsübetragers. Die würde den Eisenkern stark vormagnetisieren. Um die Vormagnetisierung stark zu verringern lässt man den Strom der andern Komponenten ebenfalls durch die Primärwicklung fließen. Die Wicklungsrichtung und die Windungszahl sind so gewählt, dass sich die erzeugten Magnetfelder etwa aufheben.

Gedankenstriche ---das kann man so nicht stehen lassen: Denn die Anodenwicklung (rot-blau) hat ca. 3300Wdgn, während die „kleine“ Teilwicklung (rot-gelb) ca. 95Wdgn aufweist. Da beide etwa vom gleichen Strom durchflossen werden, hat die „kleine“ Wicklung so gut wie keinen Einfluss auf die Magnetisierung des Eisenkerns; deswegen hat der Trafo einen Luftspalt. Die kleine Teilwicklung dient lediglich der Brummkompensation und hat auch keinen Einfluss auf die allgemeine Siebwirkung! Diese obliegt dem Widerstand R49 (1k3) und C73 (50µF).

_________________
...und glüht auch die Anode rot, ist die Röhre noch nicht tot.

Mit freundlichen Grüßen, Peter R.


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 Betreff des Beitrags: Re: Frage zu Schaltplan
BeitragVerfasst: Sa Apr 07, 2018 13:30 
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glaubnix hat geschrieben:
... die Anodenwicklung (rot-blau) hat ca. 3300Wdgn, während die „kleine“ Teilwicklung (rot-gelb) ca. 95Wdgn aufweist. Da beide etwa vom gleichen Strom durchflossen werden, hat die „kleine“ Wicklung so gut wie keinen Einfluss auf die Magnetisierung des Eisenkerns; deswegen hat der Trafo einen Luftspalt. Die kleine Teilwicklung dient lediglich der Brummkompensation ...

Wenn die Windungszahlen so unterschiedlich sind, war meine Aussage falsch, sorry.

Danke für die Aufklärung.

Bernhard


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