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 Betreff des Beitrags: Neuzugang: Siemens Musiktruhe TR2
BeitragVerfasst: Di Sep 18, 2018 10:11 
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Guten Morgen,

bei mir gibt es wieder einen Neuzugang. Eine Siemens TR2 Musiktruhe mit Dual1004 Phonochassis in sehr schönem Zustand. Lediglich 2 kleine Macken sind im Holz, die Oberseite hat etwas an glanz verloren. Bezahlt habe ich 35€ für das Gerät, nachdem ich verhandelt hatte. Ich konnte bei dem Preis einfach nicht Nein sagen...

Natürlich habe ich es mir nicht nehmen lassen, das Gerät in unrestauriertem Zustand schon einmal zu testen. Also Vorschaltlampe dran, Ok, alles Ok. Dann ans Netz mit einem vorgeschalteten 1kW Heizstab und Leistungsmessgerät. Alles im Rahmen, also mit Messgerät direkt ans Netz. Und siehe da, das Gerät spielt noch einwandfrei mit super Empfang und Klang auf allen Wellen. Lediglich das magische Auge war schon sehr schwach.
Es war sogar noch der originale Siemens Röhrensatz drinnen, was mich sehr erstaunt, da das Gerät angeblich jeden Tag gelaufen sein soll, bis der Besitzer gestorben ist. Das Gerät wurde übrigens danach an den Nachbarn verschenkt, der hat nun eine ganze Garage von solch alten Sachen, verkauft wurde es, da es der Frau des Garagenbesitzers zu viel an alten Geräten wurde...

Kann das sein? Bei einem Gerät von 1957, welches angeblich nie restauriert wurde?
Des Rätsels Lösung zeigte sich nach dem Ausbau des Chassis, bei welchem mir 60 Jahre Dreck entgegenkamen.
Das Gerät hatte hauptsächlich Siemens Styrofles sowie blaue Siemens (Folien-?) Kondensatoren verbaut. Lediglich 2 Ero 100 ließen sich finden. 1x am Lautstärkeregler und einmal auf dem Tastensatz. Diese machten allerdings beide noch einen guten Eindruck. Bei den Netzfiltern bin ich mir nicht sicher, ob es Papiertypen oder schon modernere Typen sind. Sie sehen auf jeden Fall noch einwandfrei auf und sind besonders bedruckt. Ich bin am überlegen Sie nach eine Isolationsmessung (500V über Kurbelinduktor) drinnen zu lassen. Die zwei Ero100 werde ich aber wohl auf jeden Fall tauschen, da ich damit bisher keine guten Erfahrungen machen konnte.

Nun folgen Zwei Fragen:
- Kann ich die Netzfilter bedenkenlos drinnen lassen, sofern die Isolation noch in Ordnung ist?
- Sind jemanden von euch diese blauen Siemens Kondensatoren bekannt?

Auch interessant:

- UKW-Empfangsteil direkt neben dem Netzteil, NF-Endstufe auf genau der anderen Seite des Gerätes
- Gummi-Netzkabel zum Plattenspieler mit automatischer Radioabschaltung porös und an den abisolierten Stellen brüchig --> Werde ich tauschen

Anbei ein paar Bilder des nun gereinigten Chassis. Bilder von der eigentlichen Truhe folgen die nächsten Tage, ich wollte erst einmal das perfekt erhaltene Chassis zeigen.

Achso, der Plattenspieler. Ja der sieht auch gut erhalten aus, Zubehör ist auch dabei. Das Ding machte allerdings keinen Mucks mehr. Habe es mal ausgaut und werde der Sache zu späterer Zeit mal auf den Grund gehen.

Nehmt es mir übrigens bitte nich übel, dass ich auf andere Themen momentan nur sehr verzögert oder nicht antworte. Das werde ich noch nachholen, wenn ich wieder dazu komme mich um die Geräte zu kümmen. Aktuell restauriere ich diese Musiktruhe und eine Waschmaschine (Miele Hydromatic W711), nebenbei arbeite ich auch noch in Vollzeit (Ausbildung) und habe dadurch auch noch andere Verpflichtungen. Gesundheitlich habe ich auch noch die ein oder anderen Problem :|

Gruß Micha


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BeitragVerfasst: Di Sep 18, 2018 20:36 
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Hallo Michael,

das was Du da mit den Röhren beschreibst, ist mir auch schon des öfteren untergekommen!

Mag sein, dass diese Exemplare auf einem Röhrentester vielleicht noch 40 oder 50% Emission (oder noch weniger!) bringen, aber das Radio weiß das nicht und spielt trotzdem.

Ich hatte vor längerer Zeit mal eine Tonfunk-Violetta für meinen Bruder überarbeitet, da steckte noch der originale Röhrensatz von 1952 drin, selbstredend in funktionierendem Zustand und mit teilweise noch über 70% Emission.
Auch in diesem Gerät befinden sich schon sehr viel Styroflex-Kondensatoren.
Lediglich das magische Auge (EM4) blieb dunkel und wurde durch eine russische 6E5 ersetzt.


Grüße

Martin


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BeitragVerfasst: Mo Okt 01, 2018 0:30 
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Guten Abend,

ich habe zwischenzeitlich mit dem Gerät weitergemacht. Die beiden Ero100 und die 2 Netzentstörkondensatoren habe ich nun doch getauscht. Zudem habe ich das Chassis sowie das Innenleben der Musiktruhe gründlich und komplett gereinigt sowie die Leitung zum Plattenspieler getauscht. Nun gibt das Gerät einiges mehr an Höhen wieder und ich fühle mich ein Stück sicherer. Spaßeshalber habe ich mal den Isolationswiederstand der Kondensatoren gemessen:
- Entstörkondensator1: 2MOhm
- Entstörkondensator2: 5MOhm
- Die beiden Ero100: 1MOhm.
- Die neuen von ATR: Widerstand nicht Messbar.
Messspannung 1000Volt Gleichspannung, Messgerät EAW Kurbelinduktor aus den 60ern.

Ein paar Gummiteile, Klebestreifen und Schrauben fehlten bereits bei Anlieferung. Dies passierte offensichtlich bei der einzigen Reparatur am Gerät: Einer getauschten Skalenlampe.
Die blauen Siemenskondensatoren sind mit Datum 1957 beschriftet und noch einwandfrei in Wert und Isolation! Sehr gute Qualität. Kann gerne auch dem Kondensatorfred zugeführt werden.
Lose Gummiteile wurden mit Tesafilm angeklebt, fehlende Gummiabstandshalter kreativ mit Pappe und Papier ersetzt. Nicht schön, aber tut.

Der Plattenspielermotor ist fest, die Gummimatte oben Steinhart und unten glitschig stinkend, ebenso der Plattenteller. Ganz schlechte Idee: Die Matte in den Geschirrspüler packen. Kam als kleiner stinkender Klumpen wieder raus, die Maschine brauchte 2 Tage zum Lüftern. Immerhin wurde der Plattenteller wieder wie neu. Den Plattenspieler habe ich komplett gereinigt und entfettet (sofern ohne demontieren möglich). Um den Motor habe ich mich noch nicht gekümmert, das Teil muss erstmal trocknen.

Leider habe ich die Metallfixierung der 2 weißen Plastikknöpfe verloren, als Ersatz dient nun ein Stück Pappe :(
Zudem waren die beiden rechten Knöpfe sehr spröde und bereits geklebt, beim Abnehmen hielt ich demzufolge natürlich Einzelteile in der Hand. Aber durchaus Klebbar.
Also wer noch Ersatzknöpfe hat, ich befinde mich nun auf der Suche...

Sobald geeigneter Ersatz gefunden ist, werde ich auch die restlichen Provisorien noch beseitigen.
Eine Spule direkt am Antenneneingang hat sich auch gelöst, der Empfang ist vollkommen in Ordnung. Mit was klebe ich diese am besten wieder an? Sekundenkleber?

Der Clou am Gerät: Der Spannungswahlschalter stand auf 250Volt, demzufolge wurden alle Röhren mit starker Unterspannung betrieben. Nach ein paar Betriebsstunden in Einstellung 220Volt wurde Klang, Empfang, Lautstärke und sogar das magische Auge um Welten besser! Im leicht dämmerigen Raum ist das magische Auge nun wieder einwandfrei zu erkennen, vorher sah man überhaupt nichts. Erstaunlich: Bereits mit der schwachen Spannung war das Gerät bereits völlig Alltagstauglich...

Gruß Micha


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BeitragVerfasst: Do Okt 04, 2018 21:29 
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Noch ein paar Bilder. Bilder von vorne gibt es nächste Woche!


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BeitragVerfasst: Do Okt 04, 2018 23:18 
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Sekundenkleber verwende ich so gut wie nie, denn ich habe die Erfahrung gemacht, dass viele Teile damit nicht richtig befestigt werden können, weil der Kleber sich nicht mit den zu verklebenden Materialien verträgt oder weil er nicht aushärtet. Ich nehme für solche Sachen immer Zweikomponentenkleber, bevorzugt Uhu Plus endfest 300. Der braucht zwar 10 Stunden zum Aushärten, aber man kann damit sehr viele Materialien kleben, und der Kleber wird nicht steinhart, sondern behält nach dem Aushärten eine gewisse Restflexibilität, bricht also bei Bewegungen oder temperaturbedingten Verspannungen nicht gleich.

Falls Du mit "Netzfilter" die beiden 5 nF-Kondensatoren an der Primärseite des Netztrafos meinst: diese sind besonders kritisch, weil sie im Fehlerfall das Chassis des Radios (und auch des angeschlossenen Plattenspielers) unter Netzspannung setzen. Da sie, wenn überhaupt, nur auf den AM-Bereichen eine Wirkung haben, auf denen heute kaum noch gehört wird, entferne ich sie normalerweise ersatzlos. Wer auf diese Kondensatoren Wert legt, sollte sie unbedingt durch Entstörkondensatiren der Klasse Y ersetzen.

Lutz


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BeitragVerfasst: Mo Nov 12, 2018 2:49 
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Hier einige der versprochenen Bilder. Der Plattenspieler läuft inzwischen auch wieder, er braucht nur eine neue Nadel und eine neue Gummimatte. Ordentlich befestigen muss ich Ihn auch noch! Um einen neuen Bespannungsstoff werde ich wohl irgendwann auch nicht herumkommen.


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BeitragVerfasst: Di Nov 13, 2018 0:18 
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Und hier ein kurzer Videoausschnitt des Gerätes in Aktion! Leider mit Störgeräuschen, da mit einem Handy gefilmt.
https://www.dailymotion.com/video/x6x2vjt


Ein paar Sachen sind noch zu machen:

- Befestigung des Plattenspielers
- Neue Gummimatte und neue Nadel für den Plattenspieler besorgen
- Wiederbelebung der Elektrostatischen Hochtöner (sind taub)
- Säubern des Klangraumes
- Evtl. Anbringen von neuem Bespannungsstoff
- Reparieren der linken Skalenbeleuchtung
- Kleben des oben genannten Schadens
- Knöpfe fachgerecht befestigen


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