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Dampfradioforum • Thema anzeigen - Tfk Rondo 55 - Rep. nach Netzteilfehler

Dampfradioforum

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BeitragVerfasst: Di Apr 02, 2019 11:05 
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Hallo Forum,
bin heute neu eingestiegen als Poster, als nur Leser schon länger bei Euch. Habe ein Problem mit einem bereits ausgebauten Chassis aus einer Truhe (mit Plattenspieler), Chassis Rondo 55. Der Besitzer hatte auch schon eine Trafo beigelegt, gleicher Kern, aber andere Wicklungen (u.a. 6,3 V vermutlich nicht für 3A, Last-Test noch offen). Angabe: 1/2 Jahr Betrieb, dann Rauch und Sicherung weg, neue Sicherung rein und jetzt brummt nur der Trafo (kein Kommentar, außer .... das war nix).

Elko 2x47µF habe ich als NOS, leider nur Schraub-Typ, Chassis 12mm Loch für Twist-Becher. Brückengleichrichter hätte ich als Altteil sogar in Selen passend - die alten Siemens-Flach-Dinger. Etwas Kopfzerbrechen macht mir der Trafo: sekundär abgelötet im Leerlauf bei 220V (Netzeinstellung,reell zum Meßzeitpunt 225V) waren es 268V und 7,7V, Beim 240V Abgriff 245V und 7,0V. Die Heizspannung scheint ok zu sein, aber im Leerlauf sollte es bei der Anodenwicklung etwas mehr sein ?? Dazu der Brumm im Leerlauf, Bleche-Schrauben sitzen stramm, Wicklungspaket außen ok, Verdacht auf Feinschluß ??

Abgesehen vom Trafo sind natürlich einige Kondensatoren für volle Restauration fällig, C63 hat z.B. 10nF anstatt 5nF und sitzt am Ausgangsübertrager. Der wird z.T. per Abgriff als Netzdrossel mitverwendet -- der Trick war mir neu.

Durch die unbekannte Zeit des Betriebs nach dem "Abdampfen" bin ich hin und her gerissen und neige eigentlich dazu, nach einem funktioniernden Austausch-Chassis zu suchen. Der Besitzer würde gerne die Truhe behalten, hatte gerade den Plattenspieler repariert und mag den Sound der Truhe.Eine volle Restauration, die auch hält, wird uferlos vom Zeitaufwand. Eine Teilreparatur läßt ein ungewisses "Abdampf"-Risko offen -- nicht daß auch noch alles abfackelt.

Frage: gibt es Quellen für ein Austausch-Chassis, halbwegs preiswert ??

Bitte evtl. PN oder hier posten, Grüße Peter


Zuletzt geändert von albert66 am Fr Jul 12, 2019 13:56, insgesamt 2-mal geändert.

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BeitragVerfasst: Di Apr 02, 2019 12:16 
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Hallo Peter,

die von dir im Leerlauf gemessenen Trafospannungen sehen recht gut aus. Wie sieht es aus, wenn du den Trafo längere Zeit im Leerlauf betreibst? Wird er dabei übermäßig warm und wie steht es dabei mit der Stromaufnahme?

Der Trick mit der Teilwicklung am AÜ dient zur Brummkompensation, hierbei wird ein Teil der Sägezahnspannung am Ladeelko in diese Teilwicklung eingespeist. Damit hebt sich die Brummspannung, bezogen auf die Anode auf. Die Teilwicklung hat nur wenige Windungen und damit keine spürbare Siebwirkung. Zur Siebung der Anodenspannung dient W49 (1k), natürlich in Verbindung mit C66 (50µF).

Ein vernünftiges Ersatz-Chassis wird man so schnell nicht finden - gelegentlich werden sie wohl bei E...y angeboten. Damit ist aber nicht sicher gestellt, dass es sich um "fabrikneue" Ware handelt - du kämst auch in diesem Fall nicht umhin alle durch Alterung defekten Bauteile zu wechseln. Dann kannst du dieses doch gleich bei dem vorhandenen Chassis durchziehen...

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...und glüht auch die Anode rot, ist die Röhre noch nicht tot.

Mit freundlichen Grüßen, Peter R.


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BeitragVerfasst: Di Apr 02, 2019 12:33 
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Moin,

Ich habe in meiner Firma damals eine Telefunken Dominante wieder zum Leben erweckt, hier war durch den kurzgeschlossenen Gleichrichter der Trafo abgebrannt. Dort habe ich einfach einen von der Röhrenbestückung fast gleichen Grundig Trafo genommen.

Die Kiste läuft heute nach über 15 Jahren immer noch perfekt trotz täglicher Benutzung einwandfrei.

:hello:

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--->lg Basti

--->Freund der glühenden Glasrollen<---
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BeitragVerfasst: Di Apr 02, 2019 15:41 
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Ich lasse die Frage nach Ersatz-Chassis mal offen. Herzlichen Dank für die Antworten. Beim nächsten Rondo 55 oder Tfk dieser Jahre halte ich meine Klappe und kenne mich nicht mehr aus..... Ich habe mal vom Recyclinghof eine Saba gerettet und verschenkt (nach Kleinkram-Rep), ganz andere Qualität. Den hätte ich lieber selbst behalten, aber der Ehefrau zuliebe nicht in meinen (Mini-)Altbestand aufgenommen.

Dem Besitzer der Truhe habe ich gesagt, daß der Ersatztrafo nix is', und den Original werde ich noch per Lasttest laufen lassen. Er hat hat mir schon jede Zeit gelassen, die ich brauche. Der AEG Gleichrichter ist ziemlich sicher hin, zwei Seiten hochohmig mit 400k/700k, zwei Seiten 0/0, ohne Trafoanschluß,aber ich muß ihm sicherheitshalber noch den +Ausgang ablöten und noch mal messen. Wenn der Trafo einen Lasttest durchhält (d.h. ~100mA bei der Anodenspannung mit Dummy-R plus Heizung), lasse ich ihn drin. Rein äußerlich sieht der noch wie neu aus und auch bei (leichtem) Druck auf die Wicklungen keine Reaktion (Wicklungen und Isolierung wirken völlig massiv). Möglicherweise hat der auch schon immer leise gebrummt und dank Gummifüße und Holzgehäuse ist es dem Besitzer nicht aufgefallen - hat er wohl als "Röhren-Oldie-Sound" mit genossen :-) .

Der Elko hat offensichtlich Dampf abgelassen, aber anscheinend "fast selbstheilend", hat noch 46µ/48µ (mit fast normalen Meßwerten am LCR-Meter), aber ...... der kommt noch an einen "Spannungstest", einfach mal so. Der Ersatz hätte auch 400/450V anstelle der Original 350/385V, wäre mit lieber. Außerdem zerbröselte die Anschlußdraht-Isolierung (PVC) schon beim Hinsehen, das habe ich noch nie bei einem alten Gerät erlebt. Den Isolationswiderstand teste ich mit einer Kippschwingungsschaltung aus meiner Schulzeit, primitiv, aber hilfreich. Ich lade sie mal hoch. Kalibriert wurde mit Hochohm-R's, ich habe dann auch mal mit LSpice nach-tarockt. Bei Elkos dauert allerdings die Ladezeit bei den benutzten Werten etliche Minuten, bis eine Kippschwingung losgeht. Im Radiomuseum gibt es einen ähnlichen Test mit Glühbirne und Dauer bis zum Ausgehen - die muß ich auch mal ausprobieren.

Die Siemens-Brückengl. muß ich ebenfalls mit Last testen, fliegender Aufbau der Altteile, bevor ich weiter mache. Eine Si-Diodenbrücke möchte ich erst mal vermeiden. Wenn alles gut geht, baue ich nur die kritischen Cs aus - muß ich mal weiter messen.

ok, Trafo test und Spannungstests, und vielleicht doch auf Ersatz-Chassis hoffen ......
Gruß Peter

Nachtrag:@Fernmelder: hast Du zufällig noch Daten von dem Grundig-Trafo - Gerät oder Trafo Typ ?? Beim Rondo 55 ist das Eisenblech E78 (nach Recherche) mit 33,5mm Paketdicke, also rund für 76VA gut (8,7qcm Kernquerschnitt). Eigene Tfk-Trafo-Nr. An sich wurde bei den VA auch schon M-Schnitt mit etwas mehr Reserve verwendet. Die primären 55W lt. Schaltbild sind schon etwas knapp gerechnet. Tfk hat nicht gerade auf Langlebigkeit geachtet.


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BeitragVerfasst: Di Apr 02, 2019 19:01 
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Hallo Peter,

mir sind aus diesen Jahren auch noch andere Fabrikate bekannt, bei welchen die Trafos ganz schön warm werden!

Was den Trafo möglicherweise 'gegrillt' hat, ist der auch als 'Trafokiller' bezeichnete Kondensator von der Anodenseite des Übertragers zur Masse.

Als Ersatztrafo kann eigentlich jeder Netztrafo aus einem Röhrengerät verwendet werden, welcher für den Standardröhrensatz ausgelegt ist.
Hier müssen dann eben ggf. die Haltebleche auf abweichende Maße angepasst werden.

Einen für dieses Gerät verwendbaren Trafo gibt es auch als Neuware bei Jan Wüsten (TRA200).


Viele Grüße

Martin


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BeitragVerfasst: Di Apr 02, 2019 20:26 
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Hallo allerseits,

...lt. Auskunft des Schaltbildes gibt es in dem Rondo keinen AÜ-Killer - der Kompensations-Kondensator liegt bei diesem Gerät parallel zur Trafo-Wicklung.

Und die Telefunken-Trafos sind nicht als besonders anfällig bekannt. Selbst jetzt, da die Geräte mehr als fünzig Jahre (davon sicherlich 20Jahre aktiven Betrieb) auf dem Rücken haben arbeiten sie nach sachgerechter Reparatur weiterhin zuverlässig. Passende Telefunken-Netztrafos findet man recht häufig bei dem großen i-net Auktionator.

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Mit freundlichen Grüßen, Peter R.


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BeitragVerfasst: Di Apr 02, 2019 20:46 
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Danke Martin,
für https://www.die-wuestens.de/ hatte ich mir schon eine Bookmark gesetzt, während ich nach Elkos suchte. Habe auch sicherheitshalber angerufen, ob das Geschäft noch aktiv ist. Nachdem er auch Lastschrift macht, ist er meine erste Wahl. Conrad hat diese alten Teile nicht mehr. Den Trafo habe ich schon durchgemessen, hatte aber noch nicht bei ihm recherchiert. Falls er mir auch EI78/33 wickeln würde (noch nicht angefragt), müßte der passen, weil es Standardbleche sind. /33 wie im Original wäre wegen etwas mehr Leistung sinnvoll, sind eh' nur zwei Wickelungen. EI78/27 wäre mit 50VA zu knapp bemessen.

Ich komme im Moment aus persönlichen Gründen nicht zum Weitermachen, ein paar Tage muß ich die Rep. pausieren. Als nächstes mache auf jeden Fall einen Lasttest, stufenweise und länger Tests mit Heizung und Dummy-Last. Wenn der bis auf Mini-Brumm ohne mehr als handwarm ausfällt, lasse ich den Trafo erst mal drin und mit den restlichen Netzteil weiter. Man kann ja nicht rein sehen, aber nach angekokelt sieht der Trafo eigentlich nicht aus und die Leerlaufwerte sehen auch nicht nach sattem Schluß aus. Der Besitzer hat wohl nur Rauch vom C gesehen. Ohne 270V Last, aber mit Heizung, habe ich ihn schon ganz am Anfang getestet, erst danach die Heizung zum Last messen abgelötet, war nach den Röhrendaten ok. (Vor dem Ablöten des C und der Anodenwicklung vom Gleichrichter ist das Teil bei mir gar nicht erst an die Steckdose gekommen. Der C hat Paraffin-Reste "auf dem Haupt" bzw. dem Sicherheitsloch.) Der Brumm unverändert, nix warm geworden. Also den 6,3V Teil habe ich abgehakt. Es geht nur noch um die Anodenspannung, ohne und mit Last und dann Brumm / Erwärmung prüfen.

Ich mache schrittweise weiter. Danke für die Tips. Bisher habe ich immer mit Ausschlachtteilen arbeiten können und bin deshalb mit den Antik-Handel nicht so vertraut.

Grüße Peter

Hat sich überlappt, danke Peter R., den Trafo-Eindruck habe ich auch, aber glauben heißt "nicht wissen", bzw. erst messen ...... Der bewußte C ist C63 ,mit 5000pF, den ich einseitig ablöten mußte, um Platz zu haben. Habe den dann auch gleich gemessen und der hat 9-10nF, mit zwei verschiedenen LCR gemessen. Ist ein Teer-C und vermutlich ist das Dieelektrikum verändert, weil fast doppelt so hohe Kapazität. Isolation messe ich später mit hoher Spannung nochmals nach.


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BeitragVerfasst: Mi Apr 03, 2019 7:40 
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Hallo Peter,

den C63 und seine teerigen Brüder würde ich auf jeden Fall unbesehen austauschen. Besondere Beachtung verdient C53 und sollte bei geringstem Verdacht, jedoch am besten generell ersetzt werden.

Dass die Netz-Trafos in den Röhrengeräten wärmer als 70°C (kann man nur noch kurz anfassen!) werden können sollte dir bekannt sein. Und es darf auch mehr sein, das hat 'unser' ehemaliger Grundig Entwickler (Radiowerkstatt) hier bereits mehrmals in Form von Datenblättern erwähnt. Finde leider diese Beiträge nicht auf Anhieb wieder.

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Mit freundlichen Grüßen, Peter R.


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BeitragVerfasst: Mi Apr 03, 2019 10:48 
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Hallo Peter,

noch eine kurze Anmerkung von mir zu den von Dir gemessenen Kapazitätswerten der alten Kondensatoren. In der Regel verändern sich die Werte durch die Alterung nicht so extrem, das Problem liegt meist darin das die meisten Kapazitätsmessgeräte nicht mögen wenn ein Kondensator Gleichstrom durchlässt, es ist ja quasi als währe ein ohmscher Widerstand parallel geschaltet. Die Meßgeräte reagieren darauf meist damit das sie deutlich zu hohe Werte anzeigen.

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Grüße aus Ingelheim am Rhein,
Norbert (DF8PI)

Ein Forenmitglied dass kein Problem damit hat seinen Vornamen und Wohnort zu nennen. :)


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BeitragVerfasst: Mi Apr 03, 2019 11:41 
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...soeben habe ich noch etwas bezüglich zulässiger Trafotemperaturen mit Erklärungen von 'Radiowerkstatt' gefunden .
viewtopic.php?f=22&t=28600&p=258021&hilit=netztrafo+grenztemperatur#p258021

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Mit freundlichen Grüßen, Peter R.


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BeitragVerfasst: Mi Apr 03, 2019 14:53 
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Danke an Euch beide,
ich mache etwas später die ersten Last-Versuche. @DF8PI und @all: ich bin DB6ZH - im DARC, QRP und der-amaterufunk Forum. Hier habe ich bisher immer mitgelesen, ebenso im Radiomuseum. Meine letzten Reparaturen von Röhrenkisten waren vor 5-6 Jahren und ich mußte erst die Werkbank aufräumen und mein "HV-Meßequipement" wieder zusammen suchen. Nachdem hier kein Call zu sehen ist, habe ich meinen uralten Anonymous wieder aktiviert - in den Afu-Foren habe ich den nur sehr kurz genutzt und dann wurden mir die Diskussionen über Anonymität zu blöd. Die Reparatur habe ich angenommen, weil der Besitzer Junior-Chef einer sehr gute Autowerkstatt ist und mir unseren Ford Explorer repariert hat (19 Jahre alt, Auspuff, gerade wieder HU ohne Mängel), wo mich die bisherige Fachwerkstatt hat auflaufen lassen. Ich bin also im "Zugzwang" zwengs gegenseitiger Hilfe, :-) . Der hatte auch mit der Sicherung experimentiert, alles ausgebaut und einen Ersatztrafo im Netz ergattert, der aber vermutlich auf der Heizwicklung zu schwach ist. Er hat dann selbst aufgegeben und nur durch blöden Zufall habe ich was von "Röhren-Radio Rep." erzählt. Soweit OT etwas Vorgeschichte.

Zum Thema: Ich habe seit den 50ern das Telefunken Laborbuch Band 1, sehr gute Info über Trafos (auch noch einiges weitere alte Literatur). Daher auch die Messungen und Daumenrechnung, daß der ~76VA vom Blech her können sollte. Lt. Schaltbild 55W primär, Heizung 0,5 Ohm Ri, Drahtstärke ok, Anodenwicklung ~97 Ohm Ri. Nach RTT komme ich auf 2,85 A Heizung mit 2 Skalenbirnen, real 2,44/2,29A gemessen (220/240 Auswahl). Anodenteil mit 80mA mit UKW angegeben, Summe der Röhrengrenzwerte ~123mA, also .... da paßt eigentlich alles zusammen (Anodenteil bisher nicht aktiv und den daher noch nicht real gemessen, es ging mir primär um den Trafo als erster Schritt). Mit "handwarm" meinte ich erstmal das ausgebaute freistehende Chassis und nur Heizung, Anodenanschluß im Leerlauf und dann langsam steigern (da lasse ich mir einfach Zeit). 40° ist bei mir noch handwarm :-) und wenn er heißer wird als mein alter Lötkolben fange ich an nach zu denken ...... hi. Die DIN kannte ich nicht, aber ..... innerhalb der Holzkisten sind 40-50° ziemlich normal, weil sich einfach alles aufheizt. Ich habe ein paar Surplus Geräte, die mir im Winter das Funker-Shack angenehm heizen. Ich habe vom Bauch her den Verdacht, daß der Trafo ok sein müßte, der Brumm ..... hat vermutlich vorher niemand darauf geachtet und das ist auch nicht sooooo ungewöhnlich.

@DF8PI: ich hatte mich ja auch schon vorsichtig ausgedrückt mit der "zugenommenen Kapazität". Die bereits gepostete Testschaltung ist eigentlich für diese Cs ausgelegt und man bekommt damit recht brauchbare MOhm-Werte (Glimm-Frequenz umrechnen bzw. nach kalibrierter Tabelle, heute per EXCEL). Bei Elkos dauert es oberhalb von 8-10µF Minuten, bis die anfangen zu blinken - wegen der Ladedauer. Die LCRs messen mit zu kleiner Spannung und dann auch noch je nach Instrument mit 100Hz bis 100kHz. Mein etwas teuerer CMT437 kann DC-R zwar auch bis 200MOhm messen, aber ...... bis der einen Elko aufgeladen hat ............ Von 5nF auf 9-10nF ist auf jeden Fall ein faules Ei. Ich muß mal ein PDF zusammenbasteln mit der uralten Schaltung und späterem LTSpice Modell dazu. Nur .... Theorie beim Trafo war ja angebracht, aber dieser C ......... als Praktiker - weg damit.

So ich muß, .... wechselweise Gartenarbeit, Hund beschäftigen und Trafo testen .......
melde mich wieder, Peter


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BeitragVerfasst: Mi Apr 03, 2019 21:05 
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Der Trafo-Brumm ist weg und ich ärgere mich über mich (obwohl dieses Problem jetzt erledigt ist), daß ich mich durch die Ansage des Besitzers und Beilage eines Ersatz-Trafos so in's Box-Horn habe jagen lassen. Entweder er selbst oder ein Vorbesitzer hat anscheinend am Trafo rum montiert. Am Anfang habe ich nicht darauf geachtet, weil der rein oberflächlich fest gesessen hat.

Ich habe nach dem Ablöten vom Gleichrichter und C jetzt das gemacht, was ich sonst ganz am Anfang grundsätzlich mache: Schrauben nachziehen, alles prüfen, was locker sitzen könnte. Ich habe alle Trafo Befestigungen am Chassis nachziehen können und zwar nur bei einer einzigen eine halbe Umdrehung (die war noch versiegelt), alle anderen (Blech und Chassishalterung) wesentlich mehr - zwei der vier Blechschrauben weit über eine Umdrehungen.

Danach hat es mit Heizung und ohne Anodenstrom auf der harten Werkbank ganz minimal gesummt, dann noch die gerade abgelegten Gartenhandschuhe drunter gelegt (statt der Gummischeiben) und nix war mehr zu hören (außer mit Ohr direkt auf den Trafo, den Spaß habe ich mir dann auch noch geleistet).

Der Reinfall fuchst mich und @Peter R, : ich werde mir Dein Pseudonym verinnerlichen - glaubnix, was ein Kunde erzählt :-) . Eigentlich weiß ich es besser, weil ich im QRL (IT-Mainframe) oft "last level support" gemacht habe. Ich habe grundsätzlich immer ganz unten und vorn vorne mit den Basis-Sachen angefangen, auch wenn die zu unterstützenden Kollegen gemault haben (habe ich doch schon ....). Nachdem meine Kollegen auch nicht dümmer als ich sind, haben sie in aller Regel irgend etwas übersehen -- was im übrigen jedem passieren kann. Als Quasi-Außenstehender habe ich in >90% der Fälle lediglich völlig Streß-frei (Know--How ok, aber auch dickes Fell nötig) im dicksten Trubel die Standards durch gezogen, und habe ganz selten mal völlig neue Fehler erlebt.

Es stinkt mir einfach im Moment, daß ich bei "Trafo-Brumm" auf diesen uralten fast schon alltäglichen "Fehler" (Alterung) rein gefallen bin. Normalerweise ist das mit das erste, was ich sonst checke. Grrrrrrrrrrrrrrr.

Bis zum nächsten Mal mit besserem Beitrag. Die restliche Arbeit wartet noch ...... Gruß Peter


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BeitragVerfasst: Do Apr 18, 2019 23:16 
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Frage und kurzer Zwischenstatus:
nachdem kein Zeitdruck da ist und Garten, Hund und Co den Winterschlaf beendet haben, steht jetzt in aller Ruhe die Löterei an. Bisher ausgiebig Trafo , mit Lötkolben als "Anoden-Lastwiderstand" plus Heizung und außer U/I-Messung auch Trafo-Temperatur gemessen, mit 220V- und 240V-Einstellung (4x mit 4-7 Std. Dauer) getestet. Mache mal einen PDF mit den Werten, vielleicht braucht jemand Vergleichswerte.

Da das Chassis aus einer Truhe ist (die beim Besitzer verblieb), habe ich mir einen (etwas massiven) Holzrahmenersatz gezimmert, damit das Trum auf dem Kopf stehen kann. Anders (nur hochkant auf Trafoseite stabil) ist längere saubere Lötarbeit ein Unding.

Ich würde gerne anstelle des Elkos und der AEG Brücke aus Platzgründen zwei kleine Lochraster-Platinen bauen, den C plus (ausgemessenen) Vorwiderstand an den alten Elkoplatz, die Diodenbrücke mit den 4,7nF's plus 50-100 Ohm zum Trafo an die Stelle der alten AEG-Brücke. Die Fizzelei mit den alten Gehäusen liegt mir nicht so.

Eine etwas blöde Frage: nachdem ich bisher Platinen im Dampfradio vermieden habe (war bisher immer genug Platz und Stützpunkte für freie Verdrahtung da), welches Rastermaß ??

Ich habe von anderen Kleinspannungs-Basteleien 2,54mm Rastermaß übrig, mir aber (mit den Dioden und C's) auch noch mal 5,04mm Hartpapier Lochraster von Conrad bestellt. Von alten Ausschlachtaktionen sind mir Pertinax-Platinen im Dampfradio ziemlich suspekt. Das 2,54mm Raster ist mir für 400V Aktion etwas ....... kitzlig oder bin ich jetzt zu vorsichtig (Kriechstrecke) ??? Ich hätte zwar auch noch einen passenden Schraub-Elko, aber dazu müßte ich das alte Twist-Loch von 12 auf 18mm vergrößern (stanzen ??). Würde mir für die Dioden-Brücke aber auch nicht helfen, da komme ich um Platine nicht herum. Der Rondo 55 ist von der Verdrahtung her ein kleiner Alptraum ......

Welches Rastermaß habt "Ihr" für die Ersatz-Platinen benutzt ?? (Lade meine mal hoch)

Gruß Peter

btw. Röhren in der Zwischenzeit geprüft, EM80 vermutlich ohne Funktion oder Prüfangaben fraglich, der Rest - NF-Teil ok, UKW bis zur EABC90 keine Defekte, aber maue Emission. Allerdings - bleiben erst mal drin, der Emmissionstest alleine ist noch kein KO-Kriterium und Auswechseln kann man immer noch..


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BeitragVerfasst: Fr Apr 19, 2019 6:25 
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Moin moin Peter,
mit der 5,04 Lochrasterplatine bis du auf der sicheren Seite, das wäre für mich die erste Wahl.
Denke bitte dran das es immer Sinnvoll ist, bei Röhren Radio Reparaturen, eine Vorschaltlampe zu nutzen, das erspart bei evtl. Kurzschlüssen zu einem den Sicherungsersatz und zum anderen den Schutz von Bauelementen wie etwa Netz,- und Ausgangs Trafo.
Dann auch die sogen. Kondensator Kur nicht vergessen, dabei genügt zuerst der Wechsel der Papierwickel Kondensatoren die direkt an der Anodenspannung hängen. Auch der Wechsel der Klein Elkos, erspart oft lange Fehlersuch zeit.

_________________
M.f.G.
harry

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- Es ist keine Schande, nichts zu wissen, wohl aber, nichts lernen zu wollen.
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BeitragVerfasst: Fr Apr 19, 2019 12:37 
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Danke Harry, beruhigt etwas, da ich bei Röhrengeräten die jüngeren Pertinax-Chassis gleich auf dem Schrottplatz habe liegen lassen, allerdings ohne Röhren :-) . Inzwischen hat die Gemeinde wohl kaum noch alte Radios, - die letzten 2 Jahre kam nix mehr aus Holz mit Metallchassis. Bin zwar mit Platinenlöten vertraut, aber davon alles fertige Platinen. War der Renner der 80er für Afu-Computer-Interfaces aller Art. Lochraster ist mit einer Ausnahme (ohne Kupferauflage für RTTY Modem in Freiverdrahtung) Neuland für mich. In der Lochkartenzeit im QRL wurde noch genügend gelötet, auch ab und an in den ersten Mainframes auf Platinen. Den 75W Ersa habe ich beim Wechsel in die S/W (Schulung, Betriebssystem und weiteres) behalten dürfen, der 50W Ersa aus der Schulzeit tut es auch noch ........ (Erinnerungen ....).

Der Erstanschluß des Rondo 55 hatte bei mir eine etwas andere Reihenfolge:
Nachdem die Übergabe vom Besitzer mit "Rauch, dann Sicherung raus, neue rein, dann nur Brumm" habe ich das ausgebaurte Chassis (aus Truhe, nur Chassis erhalten) erst mal überhaupt nicht eingesteckt. Der Elko hatte schon verdampftes Elektrolyt am Ventil und daher habe ich erst mal den Elko und Brückengleichrichter abgelötet, dann Trafo Innenwiderstände gemessen und wie schon geschrieben ausgiebig den Trafo belastet und gemessen. (Dazu schreibe ich später mal). Der erste echte Test mit 240V Einstellung kommt erst mit neuer Brücke und neuen Elkos - per Platine, sowie ein paar Teer-C Austausche. Ich muß dann sowieso den Vorwiderstand einmessen und "steigere langsam" auf Nennspannung. Der Trafo ist nach bestem Wissen und Gewissen ok, die Röhren sollten bis auf EM80 auch tun ..... schaun wir mal.

Ich habe mir bisher viel Zeit gelassen, der Besitzer hatte eigene Versuche aufgegeben, hatte nur (nicht passenden) Ersatztrafo einbauen wollen, und war froh "einen Dummen" gefunden zu haben ... :-) . Unmittelbare Defekt ist ein totaler Schluß in einem Brückenglied, der Elko hat sogar noch ~80% Kapazität, aber ..... ausgedient (HV-Test noch offen, aber wegen 350/385V kommt der bei der Dioden-Lösung sowieso nicht mehr in Frage, 450V Elkos liegen schon auf dem Tisch).

Übrigens: der Lampentrick läuft bei mir immer bei der Autobatterie, falls mal geladen werden muß, per Schweinwerfer Birne. Eine hervorragende Strombegrenzung, falls die Batterie sehr leer ist und gute Anzeige (dunkelstrotes Glimmen) wenn sie wieder voll ist.

Frohe Feiertage, Peter


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