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 Betreff des Beitrags: PCB in Radios erkennen ?
BeitragVerfasst: Sa Nov 02, 2019 15:17 
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Registriert: Sa Nov 02, 2019 14:57
Beiträge: 3
Kenntnisstand: Einsteiger ohne Kenntnisse
Hallo liebe Leute,
ich bin durch meine Recherchen zu PCB in alten Radios auf dieses wertvolle Forum gekommen. Vielleicht kann mir jemand hier helfen.
Ich bin absoluter Laie und habe rein aus nostalgischen Gründen alte Radios aus den 40er und 50er Jahren in meinem Wohnzimmer zu stehen. Jetzt wurde ich von meinem Nachbarn verunsichert, dass darin möglicherweise PCB-haltige Bauteile enthalten sind. Wie kann ich feststellen, ob solche Teile in den Geräten enthalten sind? Könnte ich hier ein Bild vom Innenleben posten bzw. könnte hier ein Fachmann damit etwas anfangen bzw. würde sich hier jemand zutrauen die Bauteile auf Fotos auf eine tendenzielle/mögliche Gefährlichkeit einzuschätzen?
Über eine Rückmeldung würde ich mich sehr freuen.

Freundliche Grüße
Jim


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 Betreff des Beitrags: Re: PCB in Radios erkennen ?
BeitragVerfasst: Sa Nov 02, 2019 15:40 
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Registriert: Do Okt 05, 2017 19:39
Beiträge: 103
Kenntnisstand: Elektrotechnischer Beruf/ Studium
Hallo,

PCB wurde eigentlich nur in Starkstromkondensatoren verwendet, da gibts irgendwo im Netz... eine Übersicht auf mögliche Kurzzeichen und Fertigungszeiträume. Hintergrund ist, daß Kondensatoren immer spontan ausfallen können und dann kann es mit normalem Öl zum Brand kommen. PCB wurde entwickelt, um bei Kondensatoren und Trafos eine unbrennbare Isolierflüssigkeit zu haben.
Dabei ist eine gewisse Gefahr vorhanden, wie man später feststellte, bei Brand kann das PCB in Dioxine gespalten werden, Hautkontakt sollte vermieden werden, da das PCB im Körper angereichert werden kann und Nervenschäden verursacht, also Halogene und Kohlenwasserstoffe sind schon immer eine gefährliche Mischung gewesen, wurde leider spät erkannt wie auch bei Asbest.

In alten Radios wurde PCB als Isolieröl nach meiner Erfahrung..."Wissen"... überhaupt nicht verwendet, die meisten Kondensatoren waren trockene Papierkondensatoren. Die "feuchten" Kondensatoren in radios sind Elektrolytkondensatoren, die garantiert PCB-frei sind (anderes Funktionsprinzip der "Soße").

ich will aber nicht ausschließen, daß in alten Tonbandgeräten oder Plattenspielern mal doch ein PCB-(Phasenschieber-)Kondensator für den motor drin ist oder doch mal ein Ölkondensator irgendwo auftaucht, das dürfte aber seltene EInzelfälle betreffen.

Zu viel Angst braucht man davor auch nicht haben, solange kein Öl aus einem Kondensator fließt und man damit Hautkontakt bekommt, kann nichts passieren. Problem wie gesagt bei Einwirkung großer Hitze...

Wenn mal Öl aus einem Kondensator austritt, muß der sowieso getauscht werden. PCB soll chemisch-aromatisch" fruchtig" riechen, ich weiß nicht..., ich hab eine polnische Straßenleuchte aus den 70-ern, wo PCB-Kondensatoren drin sind, das hier nicht zu knapp austretende Öl riecht aber "normal ölig", viell ist es auch kein PCB... An die Sanierung hab ich mich noch nicht rangetraut, die steht im Freien neben einem Schuppen, (für die Kenner: Eine "OURW 2250" mit 2x HQL 250 ^^ siehe Fotos im Netz.)

EIn anderes Vorsichtsgebiet sind Asbestplatten als Wärmeschutz in alten Geräten, diese hellgrauen, fasernden Platten sollte man im Freien vorsichtig rauspulen und dann das Gerät mit Pressluft auspusten. Auch hier ist zu viel Angst nicht angebracht.

Gruß Ingo


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 Betreff des Beitrags: Re: PCB in Radios erkennen ?
BeitragVerfasst: Sa Nov 02, 2019 15:57 
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Registriert: So Feb 07, 2010 12:08
Beiträge: 840
Wohnort: 500m vom Sender DCF77 entfernt
Kenntnisstand: Spezialkentnnisse im Bereich Röhrenradios (Beruf)
Hallo Jim,
in welchem technischen Bereich ist denn Dein Nachbar fach-, sachkundig?
Laß Dich also nicht verunsichern.
Bei Geräten vor WW2,sieht das ganz anders aus,als bei Geräten der 50er,60er.
Das waren dann u.a. Motorkondensatoren,wie in SABA mit Suchlauf.
Und ebenso selten, MP-Kondensatoren, für die Ankopplung von Hochtönern.
Lediglich im kommerzieller Technik,wie z.B. Oszilloskopen,militärischem Gerät,wurden solche Metallpapierkondensatoren weiter verwendt.
Sie haben einen sogenannten " Selbstheilungseffekt"
D.h. sie fallen nach einem Spannungsdurchschlag nicht aus.
Es wird ein "Loch" gebrannt,und der Kondensator arbeitet wieder weiter....

Gruß
Claus

_________________
Wer mit der Röhre hört,der hört,wie es richtig röhrt :D


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 Betreff des Beitrags: Re: PCB in Radios erkennen ?
BeitragVerfasst: Sa Nov 02, 2019 16:08 
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Registriert: Mi Okt 14, 2009 9:34
Beiträge: 771
Wohnort: 258xx Plattstedt
Kenntnisstand: Elektrotechnischer Beruf/ Studium
Moin!
Mal etwas grundlegendes:
PCB ist ein Isolieröl!
Daraus kann man schon mal auf ein paar Sachen schließen:
Es wurde eingesetzt in Teilen, bei denen es auf die Isolierfähigkeit ankommt.
Das waren hauptsächlich Transformatoren und Kondensatoren.
PCB-haltige Transformatoren sind groß, schwer, meistens grün angemalt und ohne Gabelstapler oder Kran nicht zu bewegen.
Ich glaube nicht, das die in einem deiner Radios eingebaut sind.
Eher in Umspannwerken, oben an Strommasten oder Trafohäuschen.
Bei den Kondensatoren ist das schon etwas schwieriger.
Das Öl verlangt nach einer öldichten Bauform.
Wenn du schon mal versucht hast, auf einem öligen Untergrund etwas festzukleben, wirst du gemerkt haben, es geht nicht.
Ein Kondensator im Kunststoffgehäuse wird also kein PCB enthalten, das muß ein zugebördelter Metallbecher sein.
Mit zugebördelten Metallbechern gibt es hauptsächlich Elektrolytkondensatoren und MP-Kondensatoren.
In einem Elektrolytkondensator wird man kein PCB finden, die Flüssigkeit da drin soll leiten und nicht isolieren.
Bleiben MP-Kondensatoren.
Die findet man immer da, wo Leistung umgesetzt wird.
Im Haushalt meistens als Motorkondensatoren, manchmal auch als Kompensationskondensator für Vorschaltgeräte von Leuchtstofflampen.
Wenn also in deinem Radio nicht irgendwo ein Motor eingebaut ist, ist da mit ziemlicher Sicherheit kein PCB drin.
Eher in der Kreissäge, dem Kompressor oder der alten Leuchtstofflampe in der Garage.
Wenn du alte Waschmaschinen sammeln würdest, hättest du eher Probleme.
Gruß Gerrit


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 Betreff des Beitrags: Re: PCB in Radios erkennen ?
BeitragVerfasst: Sa Nov 02, 2019 16:22 
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Registriert: Sa Nov 02, 2019 14:57
Beiträge: 3
Kenntnisstand: Einsteiger ohne Kenntnisse
Hallo Ingo, hallo Claus, hallo Gerrit,
nein noch sammle ich keine Waschmaschinen (lach) und werde es nach dem Hinweis auch bestimmt nicht machen.
Danke für die ausführlichen Nachrichten, die mich schon etwas beruhigen. Ich betreibe die Radios nicht, sie stehen lediglich zum Ansehen da. Ja und mein Nachbar ist kein Techniker sondern Zeitungsleser...

Kann jemand PCB-Geruch aus eigener Erfahrung beschreiben? Ich hatte im Sommer ein kaputtes Vorkriegsradio geschenkt bekommen, im Freien auseinandergenommen, von seinem gelb-ölig-verschmierten Innenleben befreit (sah so aus, also ob das aus der NetzTrafo-Spule kam), ausgewaschen, einen Lautsprecher eingebaut und höre seitdem über die Atrappe Dampfradiomusik. Obwohl ich das Gerät intensiv gereinigt habe, riecht es noch "ölig" . Ich hatte diesen Geruch bislang als "wie ein altes Radio" eingestuft.

Dank der Hinweise gehe ich jetzt davon mal aus, dass diese Schmiere nicht pcb-haltig war? Rein interessehalber frage ich mich "Altradiogeruch" zustandekommt bzw. was die ölige Schmiere in dem Vorkriegsradio gewesen sein könnte (habe irgendwo was von Trafoöl gelesen, kann damit aber nichts anfangen).

Gruß
Jim


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 Betreff des Beitrags: Re: PCB in Radios erkennen ?
BeitragVerfasst: Sa Nov 02, 2019 17:39 
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Registriert: Di Mai 12, 2009 17:09
Beiträge: 1142
Nun. In alten Radios kann sich so einiges finden: Ethylenglykol oder Borsäure in Elektrolytkondensatoren, Kadmium auf dem Stahlchassis, Öl in einem Kondensator, Teer als Vergußmasse von Wickelkondensatoren, Asbest über der Endröhre, Feinstaub in großen Mengen, Bariumoxid in den Röhren. Ablagerungen von Tabakrauch, Phenol- und Formaldehydausdünstungen.
Hin und wieder befindet sich darin auch eine tote Spinne, bei denen ein Anteil von 3,2% auch noch Fußpilz hatte.

Wenn man es also richtig machen will, sollte man die Radios schon zuhause hinstellen. In einem Castorbehälter.
:mrgreen:

Der Trafo in Deinem Radio wird wohl seine Tränkmasse ausgehustet haben, weil er mal besonders warm wurde. Ich würde mir da keine Sorgen machen.


MfG
Munzel


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 Betreff des Beitrags: Re: PCB in Radios erkennen ?
BeitragVerfasst: Sa Nov 02, 2019 17:59 
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Registriert: Mi Okt 14, 2009 9:34
Beiträge: 771
Wohnort: 258xx Plattstedt
Kenntnisstand: Elektrotechnischer Beruf/ Studium
Moin!
Wenn ich schätzen sollte, was das für Ablagerungen sind:
40% Tabakqualm
30% Kochdünste
20% Qualm vom Heizen - besonders Ölöfen können komische ölige Ablagerungen machen.
Elektrogeräte mit relativ hohen Gleichspannungen können alles möhliche aus der Umgebung anziehen.
Gruß Gerrit


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 Betreff des Beitrags: Re: PCB in Radios erkennen ?
BeitragVerfasst: So Nov 03, 2019 10:03 
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Registriert: Sa Nov 02, 2019 14:57
Beiträge: 3
Kenntnisstand: Einsteiger ohne Kenntnisse
Liebe Leute,
vielen Dank für die hilfreichen Rückmeldungen. Aber als Laie wird man durch solche Horrormeldungen leider schnell verunsichert. Daher ist es umso hilfreicher, wenn hier mit Sachkenntnis Licht ins Dunkel gebracht wird. Cooles Forum. Danke
Jim


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