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Dampfradioforum • Thema anzeigen - Ausgangsübertrager EL 84 Freburg 100

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BeitragVerfasst: Di Okt 18, 2016 7:04 
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Hallo Peter,

so habe ich das auch erkannt - also eigentlich eine "Parallel-SE Endstufe" mit durch die Gegenphasigkeit im Anodenstrom homogenisierter
Netzteilbelastung und Brummkompensation.

Ich denke wenn beide Endröhren gleichphasig arbeiten würden, käme es bei starken Impulsen zu einer erhöhten Belastung des Netzteils
und möglicherweise zu einem Einbruch der Anodenspannung.

Gruß Stefan


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BeitragVerfasst: Di Okt 18, 2016 9:28 
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Hallo Stefan,

es handelt sich nicht um eine parallel SE- Endtsufe, sondern schon um eine wirkliche Gegentaktendstufe welche aber wegen der Verwendung von zwei getrennten Ausgansübertragern einige Besonderheiten aufweist. Diese beziehen sich vordergründing darauf, dass sich nicht wie bei einem gemeinsamen Kern die Gleichstrom-Magnetisierung aufhebt und daher im einzelnen Kern diesbezüglich Verhältnisse wie im Eintaktbetrieb herrschen. Die Belastung des Netzteiles unterscheidet sich jedoch zwischen beiden Varianten nicht.

Im übrigen habe ich das Gefühl, Stefan, dass wir irgendwie aneinander vorbei reden. Vielleicht, um deiner Denkweise etwas entgegen zu kommen betrachten wir einmal beide Endstufen getrennt d.h. die sekundären Lautsprecherwicklungen sind nicht parallel geschaltet sondern jeweils getrennt zu einem Lautsprecher geführt (die GK-Wicklungen lassen wir dabei aussen vor)- dann haben wir in der Tat unsere zwei SE-Endstufen, sowie es bei diesem Gerät im Stereo Betrieb auch gehandhabt wird.

Jedoch was geschieht jetzt? Beide Signale werden hörbar verzerrt klingen, weil die Endröhren beim GK-Betrieb in einem andereren Arbeitspunkt betrieben werden. Dieser AB-Arbeitspunkt erlaubt eine bessere Röhrenausnutzung wobei aber beide Endröhren dann nicht mehr in der Mitte des geradlinigen Bereiches der Eingangskennlinie arbeiten.
Die dadurch, im Eintaktbetrieb auftretenden Verzerrungen verschwinden wenn man dafür sorgt, dass sich im bereits unlinearen Übernahmebereich die beiden Endröhren ergänzen und hier heisst das Zauberwort Gegentaktbetrieb. Diesen erreichen wir in diesem schaltungstechnischen Spezialfall durch sekundärseitige Parallelschaltung der beiden Ausgangssignale. Es besteht daher schon ein wesentlicher Unterschied zwischen einfacher Parallelschaltung und Gegentaktbetrieb.

Nun sind wir so nebenbei dem Geheimnis der umschaltbaren Katodenwiderstände auf die Spur gekommen. Sie dienen nämlich dazu bei Stereo-Betrieb beide Endröhren in den reinen A-Betrieb "umzuschalten" und damit die Röhren im geradlinigen Bereich der Eingangskennlinie, weitgehend verzerrungsarm, betrieben werden. Hier im Eintaktbetrieb gibt es keinen "Kumpel", welcher im geeigneten Moment mit der Gegenphase zur Hilfe kommt.

Abschließend noch eine kurze, grobe Betrachtung des Wirkungsgrades: Bei den beiden SE Stufen bekommen wir bei einer Stromaufnahme von 104mA in Summe ca. 10Watt Ausbeute, während die Gegentaktendstufe ca. 12Watt bei 66mA mit zusätzlich geringerem Klirrfaktor abliefert. Also sehen wir hier wieder den Vorteil des Gegentakbetriebes deutlich. -- Dabei kommen mir beide Angaben etwas großzügig nach oben abgerundet vor - aber schon damals war man bei Leistungsangaben bereits nicht zimperlich. Und wenn wir schon bei der Betrachtung der Stromaufnahme sind, sollte uns auch auffallen, dass der Stereo-Betrieb nur bei TA vorgesehen bzw. möglich ist. Das bedeutet, dass das Empfangsteil incl. Automatik abgeschaltet sind und die dadurch gewonnene "Stromreserve" den erhöhten Strombedarf der Eintakt Endstufen abdeckt, ohne das Netzteil zu überfordern.

Letztendlich ist es jedem selbst überlassen, wie er die Schaltung sehen will. Aus meiner Sicht handelt es sich einerseits um eine leistungsfähige Mono-Gegentakt-Endstufe, welche andererseits mit wenig Aufwand -an Umschaltern- in Form von zwei Eintakt-A Endstufen in Stereo betrieben werden kann. Und ich denke dies war auch das wesentliche Motiv der Entwickler diese Schaltung zu kreieren.

_________________
...und glüht auch die Anode rot, ist die Röhre noch nicht tot.

Mit freundlichen Grüßen, Peter R.


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BeitragVerfasst: Di Okt 18, 2016 19:26 
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Lutz


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BeitragVerfasst: Mi Okt 19, 2016 8:25 
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Jupp,

ich habe jetzt 2 Übertrager gefunden die zwar falsch deklariert aber nach BV-Nummer passen sollten.

Wenn ich die drin habe werde ich mal Messungen durchführen, Ausgangsleistung Mono/Stereo, Klirrfaktor etc.

Bei Gegentakt müsste ja eine der beiden Endröhren so wie ich es kenne praktisch fast vollständig sperren während der negativen Halbwelle.
Da bin ich echt gespannt ob das passt oder nur ein damaliges "Werbeversprechen" war.

Gruß Stefan


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BeitragVerfasst: Mi Okt 19, 2016 8:47 
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Hallo Peter,
glaubnix hat geschrieben:
Bei Stereo arbeitet jede Röhre im SE-Modus.
Wofür steht "SE"?

Gruß, Frank

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BeitragVerfasst: Mi Okt 19, 2016 8:55 
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Bosk Veld hat geschrieben:
Hallo Peter,
glaubnix hat geschrieben:
Bei Stereo arbeitet jede Röhre im SE-Modus.
Wofür steht "SE"?

Gruß, Frank


"SE" ist im angelsächsischen Sprachgebrauch der Begriff für Eintakt-Klasse A-Verstärker (Single Ended).

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Viele Grüße,
der Herby mit dem Derby

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(Ein Ingenieur der Forschungsabteilung Advanced Computing Systems Division von IBM zu einem Mikrochip, 1968.)


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BeitragVerfasst: Do Okt 20, 2016 13:41 
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Danke, wieder was gelernt! :)
Und danke an Peter für die Erläuterungen der Endstufe! Interessant ist auch, mit welchen Kniffen man Bauteile gespart hat.

Gruß, Frank

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BeitragVerfasst: Do Okt 20, 2016 17:06 
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Hallo,
auch von mir ein Dankeschön an Peter für diese ausführlichen Erläuterungen zum Schaltungsprinzip dieser vom Stereo-Eintakt auf Mono-Gegentakt umschaltbaren Endstufen bei Saba.
Noch ein Hinweis zum Thema:
auch bei kleineren Geräten z.B. Freudenstadt 125 Stereo, Meersburg 125 Stereo und Nachfolgemodellen hat Saba das gleiche Schaltungsprinzip angewendet. Also, wer sich damit mal befassen möchte: ein, zwei Nummern kleiner wie der Freiburg tun es auch... :hello:

_________________
Viele Grüße

Frank


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BeitragVerfasst: Sa Okt 22, 2016 10:58 
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Wohnort: Berlin
Zu dieser Art von Endstufen: Stereo für die hohen Töne mit Eintakt-Endstufe und Mono für die tiefen Töne mit Gegentakt-Endstufe gibt es hier eine ergänzende Darstellung:
" Joint Stereo analog" http://www.radiomuseum.org/forum/joint_stereo_analog.html.

MfG DR


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BeitragVerfasst: Sa Okt 22, 2016 13:35 
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Hallo DiRu,

Zähle mal die benutzten Ausgangsübertrager.


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