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Dampfradioforum • Thema anzeigen - Restaurationsbericht - Philips Philetta De Luxe 311 (B3D11A)

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BeitragVerfasst: Sa Mär 21, 2015 21:54 
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Hallo zusammen,
wer gerne erfahren möchte, wie ich zum Röhrenradio-Hobby gekommen bin
und sich meine erste Restauration anschauen möchte, kann dies unter folgendem Link tun:
http://dampfradioforum.de/viewtopic.php?f=32&t=18540

Nachdem ich also mein erstes Röhrenradio (Graetz Comedia 4R-216) erfolgreich restauriert hatte,
dauerte es nicht lange bis das zweite Radio bei mir auf dem OP-Tisch landete.
Diesmal sollte es ein kleines, leicht transportierbares Tischgerät sein.
Ich entschied mich für eine Philips Philetta De Luxe B3D11A.
Die Philetta ist ein sehr bekanntes Radio und wurde damals als besonders
erschwingliches Radio für den kleinen Geldbeutel hergestellt.
Ich habe mich jedoch nicht für die am meisten verbreitete Kunststoff-Version
mit Bakelitgehäuse und Frontgrill entschieden, sondern für ein Modell mit Furniersperrholz-Gehäuse.

Technische Daten
---------------------
Modell: Philips Philetta De Luxe 311 B3D11A
Hersteller: Philips, Deutschland
Baujahr: 1961/1962
Betrieb: Wechselstromspeisung (Spannungswahl: 127 / 220 VAC)
Gleichrichtung: AEG Selengleichrichter in Flachbauweise, Typ B 250C 75
Typ: Rundfunkempfänger - Langwelle, Mittelwelle, Kurzwelle, Ultrakurzwelle
Kreise: 6 x AM, 11 x FM
Röhren: 1 x VALVO ECC85, 1 x SIEMENS ECH81,
1 x VALVO EF89, 1 x VALVO EABC80, 1 x VALVO EL95
Anzeigeröhre: 1 x VALVO EM80 (magischer Fächer)
Lautsprecher: Dynamischer Oval-Lautsprecher
Gehäuse: Formholz (Sperrholz), gebeizt und gewachst
Abmessungen (BxHxT): 320 x 200 x 180 mm
Gewicht: ca. 4,2 kg

Neue Bauteile
-----------------
Die benötigten Bauteile für meine Restauration waren schnell besorgt:
10 Kondensatoren (vier davon für den Gleichrichter-Umbau),
4 Silizium-Dioden (ebenfalls Gleichrichter-Umbau), 6 Widerstände,
2 neue Kabeldurchführungen für die Ferritantenne, ein neues Skalenseil,
neues braunes Schaumstoffband (Türendichtungsband) für das Gehäuse,
ein neues (russisches) magisches Auge (6E1P),
ein neues Stück schwarzer Karton für die Abschirmung des magischen Auges,
eine neue Feinsicherung (250 mA, 250V, mittelträge) sowie 4 neue Schrauben
mit Unterlegscheiben für die Rückwandmontage (drei fehlten).

Hier ein Foto des Innenlebens vor der Restauration:

Bild

Chassis
---------
Chassis-Demontage

Zur Demontage werden zwei Schrauben auf der Rückseite
sowie auf der Unterseite der Presspappe-Rückwand gelöst,
dann kann die Rückwand abgenommen werden.
Der Lautsprecher und der magische Fächer müssen als nächstes losgeschraubt werden,
erst dann kann man das Chassis, das mit vier seitlich am Gehäuse
angebrachten Zierschrauben mit dem Gehäuse verschraubt ist
abschrauben und herausnehmen, um dann mit der Chassis-Demontage zu beginnen.

Die Chassis-Demontage:

Bild

Bild

Chassis-Reinigung

Das Chassis habe ich komplett zerlegt, alles gereinigt, poliert und wieder montiert
- das war Fleissarbeit, da Philettas mit den Mini-Bandfiltern sehr eng aufgebaut sind.

Bild

Die Chassis-Seitenteile waren die am meisten in Mitleidenschaft gezogenen Teile,
hier waren zusätzlich zu Korrosion und Schmutz auch einige stark gerostete Stellen vorhanden.
Ich habe die Seitenteile mit Stahlwolle poliert und den Rost so gut es ging entfernt.
Vor dem Einbau des Chassis in das Gehäuse habe ich die Chassis-Seitenteile
nochmal mit einem Lappen und WD40 eingerieben.

Bild

Gehäuse
----------
Politur

Vor der Politur muss das Gehäuse vom Wachs befreit werden.
Hierzu habe ich es erst fein abgeschliffen und dann mit Clourethan den Rest des Wachses kräftig abgewischt.
Wie bei meinem ersten Röhrenradio bekam auch dieses Radiogehäuse eine Schellack-Politur.

Hier die Schritte meiner Schellack-Politur der Reihenfolge nach:

- Furnier geschliffen, 600er-Schleifpapier
- Schellack eingelassen, Schellack 1/4
- 3 x Poren mit Bimsmehl gefüllt, Schellack 1/4
- mit 600er Schleifpapier zwischengeschliffen
- 2 x Grundpolitur, Schellack 1/4
- 2 x Deckpolitur, Schellack 1/3
- 1 x Deckpolitur mit Bimsmehl, Schellack 1/3
- 6 x Deckpolitur, Schellack 1/3
- 5 x Deckpolitur mit Polieröl
- 1 x polieren mit Ballen und Polish
- 1 x polieren mit Polierwatte und Polish

Schallwand

Die Schallwand habe ich mit Teppichschaum gereinigt, riecht jetzt wieder neutral.

Zierblende

Die Zierblende durch die man den magischen Fächer sieht
habe ich mit Stahlwolle poliert und mit Klarlack versiegelt.

Bild

Das fertige Gehäuse:

Bild

Mechanik
------------
Tastenmechanik / "Gebiss"

Die Tasten ließen sich mit leichtem Kraftaufwand abziehen.
Mit Lösemittelalkohol und Zahnstochern habe ich die Klebereste
in den Tasten entfernt und dann mit Wattestäbchen und Alkohol
die Tasten von innen sowie von aussen ordentlich gereinigt.
Die Klebereste an der Tastenmechanik habe ich mit dem Cuttermesser
grob entfernt und ebenfalls mit Alkohol die Reste gelöst.
Ein neues festkleben der Tasten war nicht nötig,
da ich die Tastenmechaniken nicht wie empfohlen mit dem Lötkolben erhitzt habe,
sondern die Tasten durch vorsichtiges hin- und herbewegen abziehen konnte.
Die Tasten sitzen jetzt auch ohne neue Verklebung immer noch stramm auf der Tastenmechanik.

Bild

Drehregler

Die Drehregler habe ich mit WD40 gereinigt.
Bei einem Regler fehlt leider die Metallblende,
dort habe ich den Regler einfach mit Revell-Farbe gold angepinselt.

UKW-Drehkondensator

Den ziemlich schwergängigen UKW-Drehkondensator habe ich zerlegt,
mit Alkohol, Zahnstochern und Wattestäbchen gereinigt,
die Mechanik leicht geölt, die Zahnräder gefettet und ihn anschliessend poliert.
Läuft jetzt wieder sehr leichtgängig.

Bild

Bild

Grosser Drehkondensator (Langwelle, Mittelwelle, Kurzwelle)

Den grossen Drehkondensator für die anderen Wellenbereiche
habe ich mit Alkohol gereinigt, überschüssiges Lötzinn abgesaugt,
die Montagewinkel, dessen Schrauben sowie den Drehkondensator selber poliert,
die Montagewinkel wieder angeschraubt und anschliessend
die Schrauben mit rotem Nagellack gesichert:

Bild

Seilführung

Die Seilführung habe ich demontiert, gereinigt, alle Metallteile poliert,
unter der FM-Achse und unter den Hülsen die mechanisch beanspruchten Stellen
mit einem dünnen Film WD40 versehen und den Seilzug wieder montiert.

Bild

Skalenseile

Da die Skalenseile stark verschmutzt waren und sich auch nicht mehr reinigen ließen
habe ich mich für den Austausch durch neue Skalenseile entschieden.
Ich habe giftgrünes (Geschmacksache) Skalenseil mit 0,8mm Durchmesser besorgt.
Dieses besteht aus einem Nylongewebe mit Carbonfaser zur Verhinderung statischer Aufladung.
Die Presshülsen der alten Skalenseile lassen sich mit Nagel und Hammer auf einem Hartholzstück wieder öffnen.
Die Längenangaben für die Skalenseile im Seilführungsplan beziehen sich auf die reine Seillänge OHNE Schlaufen!
Hier hatte ich das Vergnügen ein neues Skalenseil anfertigen zu dürfen,
da ich die angegebene Länge inklusive Schlaufen gemessen hatte.
Seil mit Zugabe auf einer Seite in der Hülse verpressen,
Schlaufe legen, Seilende durchführen, ebenfalls verpressen,
kurzen Seilüberstand mit dem Feuerzeug verschmelzen - fertig.
Vor dem Entfernen der alten Skalenseile habe ich ein paar Fotos der Seilführungen gemacht,
das hilft ungemein - auch wenn ein Seilführungsplan vorhanden ist.
Die im UKW-Drehko-Rad eingehangene Feder, die das Skalenseil auf Zug hält
wird mit dem langen, geraden Ende in den Haken des Rades eingehangen,
das kann man schnell mal verwechseln, da das andere,
hakenförmige Ende der Feder ebenfalls optimal dort hineinpasst.
Es soll dafür sorgen dass das Skalenseil nicht verrutscht.
Logisch - nachdem man es einmal falsch gemacht hat.

Bild

Ferritantenne

Die Ferritantenne habe ich demontiert, sie ließ sich sehr einfach
aus der porösen Gummi-Kabeldurchführung herausziehen.
Die angewachsten Spulenkörper waren ebenfalls schon lose,
sodass diese sich einfach mit abschieben ließen - praktisch.
Jetzt habe ich die Farbreste auf dem Ferritstab mit Lösemittelalkohol entfernt,
diesen dann mit Papier und Tesafilm maskiert und die Enden des Stabes wieder
mit gelber und grüner Sprühfarbe neu lackiert.
Die Antennenhalterung inklusive Schrauben wurde selbstverständlich vor dem Zusammenbau poliert.
Vor der Montage in der neuen Kabeldurchführung habe ich den Ferritstab mit einem Lappen,
den ich zuvor an einer alten, weißen Kerze gerieben habe poliert, so glänzt er wieder wie neu.
Zum Schluss die beiden Spulenkörper mit Heisskleber fixiert
und eine neue Kabeldurchführung auf das Ende des Ferritstabes drauf - fertig.

Bild

Bild

Bild

Elektronik
-------------
Die Elektronik-Restauration meiner Philetta umfasst die Kondensatorkur (inklusive Becherelko),
den Tausch einiger Widerstände, den Umbau des Selen-Gleichrichters auf Silizium-Gleichrichtung,
das Nachlöten einiger Lötstellen auf und unter dem Chassis, den Einbau eines neuen magischen Fächers
sowie das Ersetzen der alten Sicherung gegen eine neue.

Kondensatorkur

Zwei neue axiale, abgeschirmte Kondensatoren (4700pf, 630V und 0,01µF, 400V)
ersetzen die alten "ERO 100"-Teerkondensatoren,
zwei neue hochwertige Sprague-Elektrolytkondensatoren
(5uF, 150V und 100uF, 16V) ersetzen die alten Valvo-Elkos,
zwei neue Panasonic-Elkos kommen in den Becherelko.

Bild

Becherelko

Der Becherelko meiner Philetta (2 x 50uF / 385 Volt)
zeigte an der Ventilöffnung einen Austritt von krystallisiertem Elektrolyt.
Mein Multimeter zeigte mir zwar passable Kapazitäten an, ich habe den Kollegen allerdings trotzdem geopfert.
Unter anderem auch weil ich eine Elko-Restauration bzw. -Tarnung unbedingt mal umsetzen wollte.
Als neue Kondensatoren habe ich zwei hochwertige Panasonic TSHA, 47uF / 400 Volt besorgt.
Die passen von den Abmessungen (22 x 25mm) perfekt hintereinander in den alten Elko-Becher hinein.
Das Massepotential des originalen Elkos liegt auf dessen Alu-Gehäuse,
die beiden positiven "Anzapfungen" des Elkowickels auf den beiden Kontaktlaschen.
Bei den beiden neuen Elkos werden also die beiden Minuspole zusammengelötet
und mit einer Litze nach aussen geführt, die beiden Pluspole bekommen jeweils eigene Litzen.
Schwarz- und rotfarbene Litzen schützen vor Verwechselung beim späteren anschliessen des Elkos.
Durch die vom alten Elektrolyt befreite Ventilöffnung kommen die Litze und werden dann verlötet:
Die beiden Pluspole an die äusseren Laschen des Elkobechers,
dort sind zwei kleine Löcher in den Laschen, die bieten sich geradezu dafür an.
Den Minuspol an die Masselasche am Chassis des Radios. (Litze deswegen vorsorglich länger lassen)

Hier eine kleine Fotomontage der Becherelko-Restauration:

Bild

Widerstandstausch

Ich habe vier Kohleschichtwiderstände sowie den schwarzen 240 Ohm-Widerstand
am kleinen Trafo gegen neue Metallschichtwiderstände ausgetauscht:

R30 - 1 kOhm (braun-schwarz-rot-gold) an Bandfilter S33 und an +
R33 - 56 kOhm (grün-blau-orange-gold) an EF89, Pin 8 und an +
R34 - 1 kOhm (braun-schwarz-rot-gold) an Bandfilter S38 und an +
R36 - 1 mOhm (braun-schwarz-grün-gold) an Bandfilter S36 und an C69
R55 - 240 Ohm (rot-gelb-braun-gold) an EL 95, Pin 2 / Elko C85 + und Masse

Bild

Bild

Gleichrichter

Der serienmässige Selen-Gleichrichter in Flachbauweise (Typ B 250 C 75)
ist in vielen Fällen noch intakt, das heisst er kann noch eine unbekannte Dauer funktionieren.
Nach einer halben Stunde Radiobetrieb sollte er nicht allzu heiss sein.
Kann man sich an ihm die Finger verbrennen hat man nochmal Glück gehabt,
dass aus dem Gleichrichter kein "Gleich-riecht-er" geworden ist.
Dieser soll dann beim durchbrennen nach faulen Eiern riechen - sehr schön ;-)
Mein Exemplar wird nur lauwarm, ich habe mich jedoch dafür entschieden
auf Nummer sicher zu gehen und dieses eventuelle Risiko zu beseitigen.
Mit vier Siliziumdioden Typ 1N4007 (Belastbarkeit 1kV) kann man einen "modernen" Gleichrichter bauen.
Die Dioden habe ich mit jeweils einem Keramikkondensator in 10nF / 1kV gebrückt,
das sind die Koppelkondensatoren zur Vorbeugung gegen Schwingneigung / HF-Störungen.
Das Ganze habe ich in das Alugehäuse des alten Gleichrichters integriert.
Dieser wird demontiert und geöffnet.
Durch die Schraubenlöcher kann man das Innenleben mit einem kleinen Schraubenzieher
ein wenig herausschieben, danach zieht man gleichzeitig an allen vier Anschlüssen
und schon kommt der Kunststoffaufbau heraus.
Jetzt werden die vier Klemmbleche und die Selenplättchen herausgenommen
und die vier Querstreben im Plastikrahmen entfernt, um Platz für die Dioden und Kondensatoren zu bekommen.
Das Plastik ist extrem trocken und spröde, am besten ritzt man mit dem Cuttermesser die
Streben an und bricht sie mit einer kleinen Flachzange weg.
Selbst dann wird einem irgendetwas ungewollt wegbrechen - mit Sekundenkleber kein Problem.
Die Ersatzschaltung wird nach dem reinigen des Innenlebens auf die Kontaktbleche aufgelötet.
Ich habe erst die Dioden aufgelötet, dann die Kondensatorenanschlüsse mit einer feinen Flachzange so zurechtgebogen,
dass diese möglichst weit weg vom Alugehäuse sind und die Kondensatoren selber die Dioden nicht berühren - da ist Luft zwischen.
Die Isolierfolie nicht vergessen und das neue Innenleben wieder ins Alugehäuse schieben.
Die Ersatzschaltung lässt allerdings bedingt durch die höhere Durchlassspannung der Dioden
etwas mehr Spannung durch, hier habe ich mit einem 100 Ohm-Widerstand
in 9 Watt-Keramikausführung direkt in der AC-Leitung vom Transformator
zum Gleichrichter diese Differenz ausgeglichen - wird jetzt verheizt ;-)

Hier eine kleine Fotomontage des Gleichrichter-Umbaus:

Bild

Und hier der im Chassis versteckt montierte
und mit Wärmeleitpaste versehene 100 Ohm-Widerstand:

Bild

Skalen-Beleuchtung

Die Skalen-Beleuchtung habe ich demontiert, die Fassungen auseinandergenommen,
gereinigt und poliert, dann die Kabel auseinander gedreht, gereinigt
und zuletzt abisoliert, verdrillt und wieder neu verlötet.

Bild

Hier ein Foto der fertigen Elektronik:

Bild

Röhren

Die Röhren habe ich von aussen vorsichtig abgewischt,
die Kontaktpins mit einem Cuttermesser fein abgezogen
und den Abschirmbecher der ECC85 mit Stahlwolle poliert.
Die Kontaktpins der Röhrenfassungen habe ich mit Dentalbürstchen und Alkohol gereinigt.

(oben rechts die EM80, unten rechts die neue 6E1P)

Bild

EM80-Sockel/Magischer Fächer

Den 33nF-Kondensator, den 470kOhm-Widerstand sowie alle Litzen habe ich abgelötet,
das alte Lötzinn abgesaugt, dann die Kontaktpins und Lötösen mit Alkohol, Wattestäbchen
und Dentalbürstchen gereinigt, die Blechlasche zur Befestigung des Kabelstranges
mit Stahlwolle poliert, den Kabelschlauch wieder in der Blechlasche montiert
und anschliessend den Kondensator, den Widerstand und die Litzen wieder sauber angelötet.
Über das scharfkantige Blechröhrchen habe ich Schrumpfschlauch gezogen,
somit lässt sich der magische Fächer nebenbei auch angenehmer wechseln.
Eine neue 6E1P - der russische Ersatztyp für die EM80 - ist jetzt installiert.

Bild

Bild

Lautsprecher

Den Lautsprecher und dessen Befestigungsmuttern habe ich mit Stahlwolle poliert,
die Lötlaschen vom alten Lötzinn befreit, die Anschlusslitze gereinigt,
neu abgelängt, vorverzinnt und wieder sauber verlötet.
Den Magneten des Lautsprechers kann man nach dem entfernen des spröden Klebers
seitlich herausschieben, polieren und wieder einsetzen.
So bleibt auch die Stahlwolle nicht mehr am Lautsprecher hängen
und kann schön weggepinselt und abgesaugt werden.

Bild

Sicherungshalter/Sicherung

Der Sicherungshalter war stark korrodiert und mit Grünspan bedeckt.
Ich habe ihn zur Reinigung abgelötet, die Kontaktlaschen mit Stahlwolle poliert,
nachgebogen und natürlich eine neue Sicherung eingesetzt (250 mA, 250V, mittelträge).

Bild

Testlauf
---------
Jetzt ist es Zeit für einen Testlauf bei dem man unter anderem
auch gleich die Gleichrichtungsspannungen des neuen Silizium-Gleichrichters messen kann.
Dazu gibt es ein Meßblatt von Philips.
Gemessen wird kurz nach dem einschalten und dann nochmal nach einer Stunde Dauerbetrieb.
Alle Spannungen ok - super!

Bild

Montage
----------
Jetzt ist auch das Chassis komplett fertig und kann zur Hochzeit mit dem Gehäuse.

Hier erstmal ein paar "Vorher-Nachher"-Bilder des Chassis vor dem Einbau:

Chassis, schräg vorne:

Bild

Chassis-Front:

Bild

Chassis von oben:

Bild

Chassis von links:

Bild

Chassis von rechts:

Bild

Chassis von hinten:

Bild

Der Lautsprecher wird als erstes montiert,
die Schrauben/Muttern habe ich mit rotem Nagellack gesichert.
Danach kann das magische Auge und dann das Chassis montiert werden.

...Hochzeit:

Bild

Philips Philetta B3D11A, Innenleben, vorher-nachher:

Bild

Die fertige Philetta im Betrieb:

Bild

Die Skala:

Bild

Der magische Fächer:

Bild

Die Röhren im Betrieb:

Bild

Fazit
------
Die Restauration hat sich für mich gelohnt, ich hatte eine Menge Spass.
Lang lebe die neue (alte) Philetta De Luxe B3D11A!

Ich hoffe Euch haben mein Restaurationsbericht und meine Fotos gefallen,
irgendwann werde ich sicherlich mal wieder einen Oldie flott machen :wink:


Mit freundlichen Röhren-Grüssen aus Hessen
Magnus für das Dampfradio-Forum, März 2015

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Zuletzt geändert von Magnus am So Mär 22, 2015 20:14, insgesamt 4-mal geändert.

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BeitragVerfasst: Sa Mär 21, 2015 22:04 
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Donnerwetter, Magnus, das nenne ich mal einen Bericht über eine gelungene Restaurierung.
Toll gemacht, alle Achtung. Was war eigentlich mit mehr Aufwand verbunden, die Arbeit oder das Schreiben? :haeh:

_________________
Freundliche Grüße Otto

Alles, was lediglich wahrscheinlich ist, ist wahrscheinlich falsch.


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BeitragVerfasst: So Mär 22, 2015 20:18 
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Hallo Otto,
vielen Dank für Dein Lob :hello:

Die Arbeit war der grösste Aufwand gefolgt vom schreiben und fotographieren...


MfG
Magnus

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BeitragVerfasst: So Mär 22, 2015 21:08 
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Registriert: So Okt 18, 2009 19:36
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Wohnort: bei Fulda
Vielen Dank, Magnus für diesen sehr ausführlichen, bebilderten Bericht!
Grosses Lob! :super:
Dabei fällt mir ein, daß ich auch noch so eine runtergekommenen Ph De Luxe im Keller habe. Sollte ich vielleicht auch mal drangehen...

_________________
Viele Grüße

Frank


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BeitragVerfasst: So Mär 22, 2015 22:16 
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Wohnort: Großkrotzenburg
Hi Magnus,

Hut ab! So was lese ich sehr gerne!!!
Vielen Dank dafür un dickes lob!

Gruß
Jochen

_________________
Sicherung gut, Kabel schlecht!


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BeitragVerfasst: So Mär 22, 2015 22:34 
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Kenntnisstand: Weitergehende Kenntnisse (Hobby)
Hallo Magnus,

da bleibt mir nur übrig :super:

Das Gerät sieht aus wie neu aus dem Laden!


Grüße

Martin


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Hallo zusammen,

Zitat:
Vielen Dank, Magnus für diesen sehr ausführlichen, bebilderten Bericht!
Grosses Lob! :super:
Dankeschön :hello:

Zitat:
Dabei fällt mir ein, daß ich auch noch so eine runtergekommenen Ph De Luxe im Keller habe. Sollte ich vielleicht auch mal drangehen...
Lohnt sich, ist ein nettes kleines Radio :wink:

Zitat:
Hut ab! So was lese ich sehr gerne!!!
Vielen Dank dafür un dickes lob!
Dankeschön :hello:

Zitat:
da bleibt mir nur übrig :super:

Das Gerät sieht aus wie neu aus dem Laden!
Dankeschön :hello:


MfG
Magnus

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