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Dampfradioforum • Thema anzeigen - Telefunken Jubilate 9 - "Restaurationstagebuch"

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BeitragVerfasst: So Dez 25, 2016 23:09 
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Nachdem ich nun mittlerweile das Grundig 3035 W/3D von meinem Uropa restauriert einige Zeit verwendet habe, habe ich Gefallen an den alten Radios gefunden :D Das Radio klingt sehr schön und sieht auch toll aus, es macht einfach Spaß, damit Musik zu hören, das hat einfach was :super: .
Nun steht das Gerät seit einiger Zeit in meinem Zimmer und spielt, allerdings ist das Gerät aufgrund der Größe etwas unpraktisch, da auf dem Tisch eigentlich kein Platz mehr ist, wenn das Radio auf ihm steht. Deswegen muss ich das Gerät immer auf den Boden stellen und kann eigentlich während dem Radio hören nichts mehr auf dem Schreibtisch machen.
Da kam mir ein Gedanke: "So ein kleines Röhrenradio für den Schreibtisch wäre doch etwas Feines... :mrgreen: "Also habe ich mich auf die Suche nach einem passenden Gerät begeben.

Nach einiger Zeit habe ich in eBay Kleinanzeigen günstig ein Telefunken Jubilate 9 ergattern können, welches alle meine Voraussetzungen erfüllte. Zudem hat mir die Optik des Geräts sehr zugesagt.
Nach dem Kauf stellte ich leider fest, dass der Lautsprecher fehlte, aber ein freundliches Mitglied aus dem Forum hatte einen passenden Lautsprecher und gab ihn an mich ab (Danke Lutz!).
Das Gerät stand beim Vorbesitzer anscheinend jahrelang als Deko herum, er erzählte mir, dass es vor ca. 30 Jahren, als es das letzte Mal benutzt wurde, noch funktioniert hat.

Heute hatte ich etwas Zeit und habe angefangen, das Gerät zu restaurieren. Ich möchte hier ein kleines "Tagebuch" führen, um den Fortschritt der Arbeiten zu dokumentieren. Mein Ziel ist, ein alltagstaugliches und optisch schönes Gerät zu erhalten. Später möchte ich noch einen Frequenzadapter zum einschleifen in die Antennenleitung basteln, um die UKW-Frequenz zu erhöhen und ein Bluetooth-Modul einbauen, um über den PC oder über das Handy Musik zu hören, wenn mir das Radioprogramm nicht so zusagt.

Aber nun musste ich das Gerät erstmal restaurieren. Dafür habe ich es erstmal auf den Tisch gestellt und habe eine Bestandsaufnahme gemacht:

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DSCI0294.JPG [ 99.91 KiB | 717-mal betrachtet ]


Bitte entschuldigt die schlechte Bildqualität, leider bin ich erst später auf die Idee gekommen, mit Blitz zu fotografieren... :(

Der Lautsprechergrill ist auf der Unterseite lose und wackelt herum, am rechten Knopf fehlt die goldene Messing-Platte. Das Gerät ist verschmutzt und muss gereinigt werden. Zwei der vier Drehknöpfe sind komplett fest und lassen sich nicht bewegen, da muss die Mechanik wieder gangbar gemacht werden. Die Tasten lassen sich einwandfrei drücken und springen auch wieder hoch, die Tastenmechanik ist also noch in Ordnung. Der Lautsprecherstoff ist leicht vergilbt, das müsste sich aber lösen lassen. Die Messing-Teile müssen poliert werden, auch der Jubilate-Schriftzug, der glücklicherweise noch vorhanden ist.

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DSCI0307.JPG [ 96.29 KiB | 717-mal betrachtet ]


Der Lack sieht tendenziell noch relativ gut aus, bei Licht zeigt sich aber, dass der Lack ziemlich rissig ist. Beim Kauf ist mir das gar nicht so aufgefallen, da es schon Abend war und somit die Risse nicht richtig sichtbar waren. Der Lack ist aber nirgendwo abgeplatzt und hat nur wenig kleine Kratzer. Mein Plan ist, den Lack mit einer Möbelpolitur zu polieren und anschließend mit Wallnussöl die Risse zu kaschieren.
Die Rückwand sieht auch noch sehr gut aus, ist aber etwas verbogen, das sollte man aber wieder hinbekommen.

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DSCI0315.JPG [ 86.2 KiB | 717-mal betrachtet ]


Hier mal ein Blick in das Gerät. Zu sehen ist das Netzkabel, welches sich glücklicherweise im Gerät befand (ich hatte schon befürchtet, es ist ein Gerät vom Schrott) und eine Menge Staub, das Gerät muss erstmal gereinigt werden. Es sieht relativ komplett aus und die Teile/der Trafo sehen auch noch gut aus. Es scheint unverbastelt zu sein, die originalen Teerkondensatoren sind noch drin, ebenso die Lautsprecherkabel und die Befestigungsschrauben für den Lautsprecher.
Zunächst war also erstmal eine Reinigung der Geräts notwendig. Also habe ich die vier Schrauben auf der Unterseite gelöst und wollte das Chassis herausheben, allerdings saß das Chassis immer noch fest und ließ sich nicht bewegen. Ich habe noch eine Weile nach weiteren Schrauben gesucht, aber keine gefunden. Dann habe ich mal versucht, das Chassis mit einem Schraubendreher nach oben zu heben. Nun löste sich das Chassis, allerdings nur an einer Ecke. Das Chassis war über die Jahre so sehr mit Gummipfropfen am Gehäuseboden "verklebt", dass man es zuerst davon lösen musste, bevor man es herausheben konnte.

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DSCI0328.JPG [ 49.27 KiB | 717-mal betrachtet ]


An die vorderen Gummipfropfen kam ich ohne weiteres nicht dran, also habe ich erstmal den Lautsprechergrill vorne entfernt. Dafür muss man im Inneren des Gehäuses an der Oberseite drei Schrauben mit Unterlegscheiben lösen, dann lässt sich der Grill ohne weiteres abnehmen. Nun konnte ich das Chassis auch vorne von den Gummipfropfen hebeln und das Chassis aus dem Gehäuse entnehmen. Aber nicht vergessen, davor das magische Auge zu lösen!

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DSCI0341.JPG [ 61.82 KiB | 717-mal betrachtet ]


Nachdem ich die beiden Teile getrennt hatte, habe ich erstmal die Röhren gezogen, um diese nicht zu beschädigen. Bis auf die EF89 (Lorenz) sind alle Röhren von Telefunken. Anscheinend wurde diese mal getauscht, weil die alte Röhre defekt war.
Danach habe ich die Röhren mit einem Tuch und ein wenig Wasser gereinigt. Bei zwei Röhren ist die Beschriftung leicht abgegangen, bei den restlichen Röhren ist sie dran geblieben. Anschließend habe ich die Röhren in kleine Tüten verpackt und beiseite gelegt.
Nun habe ich mal die Sicherung untersucht. Bei herausnehmen aus der Halterung fiel die Sicherung schon beinahe auseinander, unter der linken Metallkappe war das Glas gebrochen. Leider konnte ich dadurch nicht mehr überprüfen, ob die Sicherung noch Durchgang hat, ich konnte aber lesen, was es für eine Sicherung ist.
Der Ersatz ist leider nicht so ganz richtig, statt der vorgegebenen 0,3A (vermutlich Träge? Im Schaltplan findet man nur den Vermerk "0,3A", am Gerät selber findet man keine Notiz dazu) hat man eine flinke 3A Sicherung verbaut. Auch, wenn die 0 keinen Wert hat, sollte man sie hier nicht einfach weg lassen. :wink:

Teil 2 im nächsten Post, da ich pro Post nur 5 Bilder hochladen kann.

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Marvin
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Zuletzt geändert von TheJukeboxMan am So Dez 25, 2016 23:19, insgesamt 3-mal geändert.

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BeitragVerfasst: So Dez 25, 2016 23:13 
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Nach dieser Entdeckung habe ich erstmal damit begonnen, das Chassis und das Gehäuse mit einem Pinsel und einem Staubsauger zu reinigen. Dabei fiel mir ein Kondensator auf, der nicht mehr so ganz toll aussah:

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DSCI0381.JPG [ 69.09 KiB | 714-mal betrachtet ]


Hoffentlich hat das in Verbindung mit der Sicherung nicht weitere Schäden mit sich gezogen... der Trafo sieht noch gut aus, ich hoffe mal, er ist nicht defekt.
Der große Becherelko hat oben auch schon einen Elektrolyttropfen hinterlassen, den werde ich mit neuen Kondensatoren füllen.

Dadurch, dass das Chassis so klein ist und die Bauteile so eng angeordnet sind, ist die Reinigung mit Pinsel und Staubsauger ziemlich fummelig, außerdem bekommt man nicht alles sauber - gibt es da vielleicht einen Trick, damit man das besser hinbekommt?
Ich habe die Platine auch schon teilweise mit ein bisschen destilliertem Wasser und Bremsenreiniger gereinigt, um sie wieder komplett staubfrei zu bekommen (alles bekommt man ja mit dem Pinsel nicht weg). Zudem habe ich ein paar Metallteile entfernt, um leichter an manche Stellen am Chassis zu kommen.

Während der Reinigung habe ich auch noch die Skalenwand entfernt. Nachdem ich das Glas ein bisschen mit Wasser und Bremsenreiniger gesäubert hatte, habe ich das Glas in ein Handtuch gewickelt und beiseite gelegt, damit es sicher gelagert ist und nicht kaputt geht.

Zum Schluss habe ich noch die Knöpfe mit einer Wasser und Seife und einer Bürste gereinigt. Der Unterschied im Vergleich zu einem noch nicht gereinigtem Knopf ist deutlich sichtbar:

Dateianhang:
DSCI0385.JPG
DSCI0385.JPG [ 72.38 KiB | 714-mal betrachtet ]


Für heute war das dann erstmal genug. Morgen werde ich mal den restlichen Staub entfernen und die Werte der Problem-Kondensatoren bestimmen.

Gute Nacht und morgen einen schönen 2. Weihnachtsfeiertag,
Marvin

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BeitragVerfasst: So Dez 25, 2016 23:21 
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Grüß Dich Marvin,

prima,,, noch ein Fan von Küchenradios von Telefunken :) Zu Deiner Frage der Reinigung. Da nehme ich Waschbenzin. Das macht sich unglaublich gut.
Die Kunststoffteile reinige ich mit Kunststoffeiniger und Kukidentwasser. Da wird alles blitzblank.
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Nette Grüße

Norbert

"Ich glaube an die Unantastbarkeit und an die Würde jedes einzelnen Menschen. Ich glaube, dass allen Menschen von Gott das gleiche Recht auf Freiheit gegeben wurde.


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BeitragVerfasst: Mo Dez 26, 2016 11:35 
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Die beiden Kondensatoren, die auf dem Bild im 2. Post zu sehen sind, sind C31 und C32. Der direkt an der Ecke der Platine, der völlig fertig aussieht, ist C32, der berühmte Koppelkondensator. Diesen zu erneuern, ist am wichtigsten, weil sein Defekt ernste Folgeschäden verursachen kann.

Außerdem gibt es in diesem Radio ca. ein Dutzend weitere Papierkondensatoren, deren Defekt zwar zu Funktionsstörungen führen, aber keine ernsten Folgeschäden verursachen kann (schlimmstenfalls brennt ein Widerstand ab). Bei drei davon ist zu überlegen, ob deren Austausch womöglich Probleme verursacht: das ist zum einen C114, weil er im UKW-Teil sitzt. Außerdem C17 im Bereich der ECH81 (falls das ein Papierkondensator ist), weil er Einfluss auf die Frequenz des AM-Oszillators hat. Und schließlich C11, ebenfalls im Bereich der ECH81, bei dem ich mich frage, warum er den krummen Wert 2800 pF hat. Diese drei würde ich drinlassen, sofern sie keinen auffälligen Leckstrom haben.

Lutz


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BeitragVerfasst: Mo Dez 26, 2016 17:30 
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Similis hat geschrieben:
Da nehme ich Waschbenzin. Das macht sich unglaublich gut.
Die Kunststoffteile reinige ich mit Kunststoffeiniger und Kukidentwasser. Da wird alles blitzblank.


Danke für die Tipps, die werde ich mal ausprobieren!
Ich habe mir heute Morgen für das Gehäuse das hochgelobte Renuwell bestellt, mal schauen, ob das klappt :super: .

röhrenradiofreak hat geschrieben:
Die beiden Kondensatoren, die auf dem Bild im 2. Post zu sehen sind, sind C31 und C32. Der direkt an der Ecke der Platine, der völlig fertig aussieht, ist C32, der berühmte Koppelkondensator. Diesen zu erneuern, ist am wichtigsten, weil sein Defekt ernste Folgeschäden verursachen kann.

Danke für die Info! Ich werde sowieso alle Teer- und Papierkondensatoren tauschen, damit ich damit meine Ruhe habe und nicht alle paar Monate wieder einen Kondensator tauschen muss.

röhrenradiofreak hat geschrieben:
Bei drei davon ist zu überlegen, ob deren Austausch womöglich Probleme verursacht: das ist zum einen C114, weil er im UKW-Teil sitzt.

Ich habe vorhin mal das UKW-Kästchen geöffnet, habe aber keinen Papierkondensator gefunden. Auf der Platinen befindet sich C114 laut dem Platinen-Plan ebenfalls nicht. Bin ich blind oder wo muss ich nach dem Kondensator suchen?
Hier mal ein Bild von dem UKW-Kästchen:

Dateianhang:
DSCI0395.JPG
DSCI0395.JPG [ 72.69 KiB | 634-mal betrachtet ]


Das Teil hinter der großen Spule rechts im Kästchen scheint ein Trimmer zu sein, direkt über dem Teil sitzt eine Schraube auf der Oberseite des UKW-Kästchens. Oder ist das der Kondensator?

röhrenradiofreak hat geschrieben:
Außerdem C17 im Bereich der ECH81 (falls das ein Papierkondensator ist), weil er Einfluss auf die Frequenz des AM-Oszillators hat. Und schließlich C11, ebenfalls im Bereich der ECH81, bei dem ich mich frage, warum er den krummen Wert 2800 pF hat. Diese drei würde ich drinlassen, sofern sie keinen auffälligen Leckstrom haben.

Das scheinen beides Styroflex-Kondensatoren zu sein, nach Papierkondensatoren sehen sie nicht aus. Hier mal ein Bild von den beiden Kandidaten:

Dateianhang:
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DSCI0393.JPG [ 64.71 KiB | 634-mal betrachtet ]


Sind das Styroflexkondensatoren? Wenn ja, müsste ich sie ja nicht tauschen, oder?

Danke & Gruß
Marvin

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BeitragVerfasst: Mo Dez 26, 2016 17:53 
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Auf dem Foto des UKW-Teils erkenne ich den besagten Kondensator auch nicht. Er ist vermutlich irgendwo unter anderen Bauteilen versteckt und deshalb nicht zu sehen.
An das UKW-Teil geht eine Leitung, in der ein 10 k Ohm-Widerstand sitzt. im UKW-Teil liegt in der gleichen Leitung noch ein 1 k Ohm-Widerstand, dahinter kommt der besagte Kondensator gegen Masse. Dieser Punkt ist an dem Variometer angeschlossen, das auf dem Foto unter dem anderen Variometer (die Spule mit der flachen Kuperwicklung links) versteckt ist. Der Schaltplan sagt nicht aus, wo dieser Kondensator sitzt und was für ein Typ es ist. Wenn es ein keramischer Kondensator ist, ist der Fall erledigt. Bitte biege nicht an Bauteilen im UKW-Teil herum, weil das unter Umständen einen Abgleich erfordert.

Die beiden Kondensatoren auf dem 2. Bild sind tatsächlich Styroflexkondensatoren. Sie sind als sehr langlebig bekannt und brauchen nicht erneuert werden.

Lutz


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BeitragVerfasst: Mo Dez 26, 2016 19:10 
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Danke für deine Hilfe und die genaue Beschreibung. Ich glaube, ich habe ihn entdeckt:

Dateianhang:
DSCI0403.png
DSCI0403.png [ 137.85 KiB | 615-mal betrachtet ]


Hier sieht man den 1KOhm-Widerstand. Dieser geht nach oben an das hintere Variometer:

Dateianhang:
DSCI0404.png
DSCI0404.png [ 139.54 KiB | 615-mal betrachtet ]


Der einzige Kondensator in diesem Bereich ist der Keramik-Kondensator rechts. Dieser ist, wenn ich das richtig erkennen kann, mit einem Bein am Variometer angelötet. Wo das andere Bein angelötet ist, kann ich nicht erkennen.
Es sollte aber dieser Kondensator sein, sonst gibt es in der Nähe dieses Variometers keinen Kondensator, den an dem Anschluss angeschlossen sein könnte.
Somit kann ich den Kondensator drin lassen.
Dann werde ich mal die Bestellung fertig machen.

Danke für den Hinweis mit dem Verbiegen der Drähte! Ich glaube, ich habe es geschafft, keinen Draht zu verbiegen. Ich mache jetzt gleich mal den Deckel wieder auf das Kästchen drauf, nicht, dass ich aus Versehen noch etwas verbiege.

Leider ist mir beim zerlegen ein Fehler passiert, der mir erst jetzt aufgefallen ist, und zwar hat sich dieses Spulenkabel selbstständig gemacht :wut: :

Dateianhang:
DSCI0373.JPG
DSCI0373.JPG [ 67.8 KiB | 615-mal betrachtet ]


Ich habe meine ganzen Aufnahmen nochmal durchgeschaut und meine auf einem Bild zu erkennen, dass das Kabel an einem der Bananenbuchsen in diesem Bereich angeschlossen ist (also an einer Antennenbuchse). Laut Schaltplan sollte das Sp1 sein.
Ist das richtig? Welcher Anschluss wäre das dann genau?
Wäre super, wenn mir das jemand sagen könnte, nicht, dass ich etwas falsch anschließe.

Danke und Gruß
Marvin

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BeitragVerfasst: Mo Dez 26, 2016 20:22 
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Hallo Marvin,
mit einem Bein hängt sie ja noch dran, wahrscheinlich an der Brücke zur AM-Antenne. Die andere Seite kommt an eine der Dipolbuchsen für FM, welche ist egal.

Alfred


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BeitragVerfasst: Mo Dez 26, 2016 23:40 
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Schöner Bericht bis hier - vielen Dank.

Ich stehe auf die kleinen Telefunken, hab selbst schon an die 15 Stück (Jubilate, Gavotte & Co.) restauriert. Es gibt sogar einen Jubilate mit Uhr, der sogar als Radiowecker funktioniert! Selten, schick und tolles Gerät!

Du erwähntest den angedachten Einbau eines Bluetoothmoduls: Kann man natürlich machen, aber um MP3's vom Schmierfon oder MP3-Player zu hören braucht's das nicht. Ich habe mir ein Kabel gebaut (3,5er Klinke zum Anschluss des Handys und am anderen Ende zwei Bananstecker. Anschluss an den TA-Buchsen und los geht die Mukke! Funktioniert sehr gut und man muss keinen modernen Krimskrams in das historische Gerät einschmuggeln...

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Viele Grüße
Markus


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BeitragVerfasst: Di Dez 27, 2016 22:34 
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AlfredG hat geschrieben:
mit einem Bein hängt sie ja noch dran, wahrscheinlich an der Brücke zur AM-Antenne. Die andere Seite kommt an eine der Dipolbuchsen für FM, welche ist egal.

Danke für die Hilfe, wenn ich das Gerät dann komplett gereinigt habe und es wieder zusammenbaue, werde ich sie wieder befestigen :super: .

Mork_vom_Ork hat geschrieben:
Es gibt sogar einen Jubilate mit Uhr, der sogar als Radiowecker funktioniert! Selten, schick und tolles Gerät!

Das stimmt, das Gerät fand ich auch sehr beeindruckend und schön. Ich hatte aber bedenken, dass der Klang des Radios darunter leidet, da aufgrund der Uhr der Lautsprecher und das Volumen kleiner sind. Und da ich das Gerät vorrangig zum Radio hören nutzen möchte, war das für mich eher keine Option. Zudem sind die Jubilate mit Uhr auch wesentlich teurer und seltener zu finden.
Für die aktuelle Uhrzeit habe ich immer einen Zeitgeber an meinem Handgelenk :wink: .

Mork_vom_Ork hat geschrieben:
Ich habe mir ein Kabel gebaut (3,5er Klinke zum Anschluss des Handys und am anderen Ende zwei Bananstecker. Anschluss an den TA-Buchsen und los geht die Mukke!

Das stimmt, so ein Kabel nutze ich bereits mit meinen anderen Radios. Da ich aber sowieso einen Frequenzkonverter einbaue (um die UKW-Frequenz erhöhen, damit ich Sender über 100MHz hören kann), dachte ich mir, dass ich in dessen Gehäuse auch das Bluetooth-Modul unterbringen kann, dann würde es nicht so auffallen. Per Bluetooth wäre es natürlich schon etwas bequemer :mrgreen: .
Aber da habe ich ja noch etwas Bedenkzeit, wie gesagt, erst muss das Gerät mal laufen und Radio abspielen.

Leider bin ich heute nicht dazu gekommen, am Gerät weiter zu machen. Das Renuwell-Öl wurde bereits verschickt und die Kondensatoren habe ich gestern Abend noch bestellt, ebenso eine passende Sicherung und eine Wurfantenne. Die nächsten Tage wird sich also etwas tun.

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BeitragVerfasst: Mi Dez 28, 2016 18:57 
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Heute ist das Renuwell-Öl angekommen und ich habe mich direkt daran gemacht, das Gehäuse zu restaurieren.
Die "Wahl der Waffen":

Dateianhang:
DSCI0410.JPG
DSCI0410.JPG [ 73.72 KiB | 488-mal betrachtet ]


Zunächst habe ich das Gehäuse mit Bremsenreiniger und Wasser grob gereinigt. Dabei ist schon ein bisschen Schmutz heruntergekommen, als ich aber den Glasreiniger verwendet habe, ist ordentlich Dreck heruntergekommen. Ich bin mehrmals über das komplette Gehäuse gegangen, bis das Zewa nicht mehr schwarz war. Das Gehäuse sah danach schon mal ein bisschen besser aus.
Bei dem von mir bestellten Renuwell-Möbelregenerator waren noch eine Probe dabei, ebenfalls für den Renuwell-Möbelregenerator. Das freut natürlich den Schwaben, da macht man zunächst mal die Probe leer :mrgreen: .
Ich war ziemlich gespannt, ob das Öl hält, was es verspricht. Die Berichte hier im Forum sind ja durchweg positiv.
Und das kann ich bestätigen: Schon beim ersten einreiben mit dem Lappen sah das Holz deutlich besser aus, die Risse wurden abgedunkelt und das Holz wirkte deutlich kräftiger. Die Sättigung und den Glanz gab das Öl ebenfalls zurück. Ich war sehr beeindruckt, was man mit einem Öl alles erreichen kann.
Hier mal ein kleiner Vergleich. Leider kommt es auf der Kamera nicht so rüber, in der Realität sieht es deutlich besser aus. Dennoch kann man auf den Bildern die Verbesserung erkennen:

Dateianhang:
Dateikommentar: Vorher
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DSCI0406.JPG [ 69.89 KiB | 488-mal betrachtet ]



Dateianhang:
Dateikommentar: Nachher
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DSCI0416.JPG [ 77.11 KiB | 488-mal betrachtet ]


Das Gehäuse sieht nun deutlich besser aus.
Nachdem ich das Gehäuse das erste Mal eingerieben hatte, habe ich es ein paar Stunden stehen gelassen und habe es dann ein zweites Mal eingerieben. Nun lasse ich das Gehäuse, wie empfohlen, 12 Stunden trocknen. Je nachdem, wie das Gehäuse dann aussieht, werde ich die Anwendung noch ein paar Mal wiederholen.
Den Renuwell-Möbelregenerator kann ich auf jeden Fall weiterempfehlen :super: .

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BeitragVerfasst: Sa Dez 31, 2016 19:14 
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So, nun gibt es noch im alten Jahr Neuigkeiten zum Jubilate :super: .
Am Donnerstag konnte ich nichts am Radio machen, da ich andere Dinge erledigen musste. Am Freitag morgen habe ich aber das Gehäuse nochmal in Augenschein genommen und nochmal mit dem Renuwell-Regenerator eingerieben. Ich werde es vermutlich noch ein- oder zwei mal auftragen, danach werde ich mal das Walnussöl auftragen.
Am Donnerstag ist aber die Lieferung mit den Kondensatoren gekommen, welche ich auch direkt am Freitag eingebaut habe. Es sind nur relativ wenige Problemkondensatoren im Gerät, sodass der Tausch relativ schnell von statten gegangen ist.
Leider habe ich übersehen, dass ein Kondensator drei Beine hatte und ich einen Kondensator mit Abschirmung gebraucht hätte. Ich habe dann einfach den normalen Kondensator, den ich bestellt habe, genommen und ein paar mal mit Silberdraht umwickelt, welchen ich dann an die Abschirmung angeschlossen habe. Ich hoffe, das ist ausreichend.
Bis auf diesen Vorfall lief der Tausch eigentlich problemlos, bis ich am großen Becherelko ankam. Dieser hatte bereits einen Elektrolyttropfen oben herausgedrückt, deshalb wollte ich ihn mit neuen Kondensatoren füllen.
Ich habe also den Becher wie in dieser Anleitung erklärt aufgesägt und den alten Elektrolytwickel entnommen. Dann habe ich testweise mal die neuen Kondensatoren in den Becher gelegt und musste leider feststellen, dass der Becher ein paar mm zu kurz ist, um beide Elkos übereinander aufzunehmen:

Dateianhang:
DSCI0451.JPG
DSCI0451.JPG [ 127.03 KiB | 399-mal betrachtet ]


Als ich die neuen Elkos an den Becherelko gehalten habe, sah es so aus, als ob es passen würde, allerdings hat es nicht gereicht.
Leider war der Durchmesser des Bechers auch zu klein, um beide Elkos nebeneinander aufzunehmen. Ich hätte zwar den Becher verbiegen können, um ihn oval zu machen, aber das sah nicht sehr gut aus, deshalb habe ich das gelassen.
Ich werde demnächst bei einem anderen Lieferanten mal nachschauen, ob es dort Elkos gibt, die besser in den Becher passen, dann werde ich den Becher wieder restaurieren. Nun wollte ich aber gerne das Radio fertigstellen, um es zu testen, und habe deshalb einfach die Elkos "nackt" mit ein bisschen Silberdraht in die Platine eingelötet:

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Das sah natürlich auch nicht wunderschön aus, aber für einen Test reichte es aus.
Danach war der elektrische Teil abgeschlossen und ich konnte mich dem letzten Punkt widmen - der Mechanik.
Dass sich der Drehregler für LW und MW nicht drehen ließ, lag an einem verharzten Drehkondensator. Dem rückte ich mit einer Heißluftpistole und Sprühöl zu Leibe. Nach ein paar mal erhitzen und ölen lief der Drehkondensator wieder relativ leichtgängig.
Nun ging es an das linke Potentiometer für die Klangfarbe, welches ebenfalls komplett festsaß. Zunächst habe ich versucht, das Poti zu ölen, was allerdings kein bisschen half. Also musste ich das Poti ausbauen, da es allerdings so einen langen Drehregler hatte, musste ich zunächst die Metallplatte an der Front ausbauen, um das Poti ausbauen zu können.
Nachdem ich detaillierte Fotos von den Seilen gemacht hatte, konnte ich die Schrauben lösen und die Biegelaschen gerade biegen. Nach einer Weile hatte ich dann die Metallplatte entfernt und konnte schließlich das Poti entfernen, welches sich nach dem öffnen und reinigen der Kontaktflächen wieder gut drehen ließ. Da ich das Poti schon ausgebaut hatte, habe ich auch direkt das Lautstärkepoti gereinigt, damit ich später nicht von Kratzgeräuschen genervt werde.
Nun konnte ich alles wieder zusammenbauen, was auch problemlos geklappt hat - bis es an der Zeit war, die Seile wieder aufzubringen.
Das Seil für MW und LW war schnell erledigt, für das UKW-Seil habe ich aber eine Ewigkeit benötigt. Ich hatte zwar Fotos angefertigt, allerdings muss das Rad, welches den UKW-Tuner einstellt, genau im richtigen Winkel stehen, sonst lässt sich an einem gewissen Punkt das Skalenseil nicht mehr weiter bewegen. Leider gibt es keinen Seillaufplan für das Radio, das hätte mir das aufbringen des Seils evtl. einfacher gemacht.
Alles in allem habe ich für die ganze Aktion den gestrigen Nachmittag und den heutigen Vormittag benötigt.

Dann war es aber endlich soweit - das Radio war bereit für den ersten Test.
Also habe ich meine Vorschaltlampe geholt, das Radio auf 240V gestellt, eingesteckt und anschließend die UKW-Taste gedrückt.
Die Lampe blitzte kurz auf und glimmte dann nur noch. Die Skalenbeleuchtung ging an und die Röhren begannen zu heizen. Nach ca. einer halten Minute begann der Lautsprecher zu rauschen und ich bekam auch ein paar Sender rein, allerdings war die Audio-Qualität ziemlich schlecht, das Radio rauschte sehr stark. Zudem habe ich nur sehr wenige Sender hereinbekommen, auch ein bewegen der Wurfantene half nicht wirklich. Da das Radio aber den ersten Test problemlos bestanden hatte, habe ich die Vorschaltlampe entfernt und das Radio direkt in die Steckdose gesteckt. Der Klang war deutlich besser, allerdings hatte ich nun ein starkes und lautes brummen im Lautsprecher, welches ich nicht wegbekam. Während ich darüber nachdachte, was dieses Brummen verursachen könnte, machte es Plopp aus dem Lautsprecher und das Brummen war verschwunden. Ich kann mir nicht erklären, was der Auslöser dafür war, aber so lange es nicht wieder kommt, ist mir das egal :mrgreen: .
Das Radio lief nun problemlos, ich bekam auch deutlich mehr Sender rein als beim Test mit der Vorschaltlampe. Natürlich war der Klang ohne Gehäuse ziemlich schlecht, aber das wird sich ja noch ändern, sobald der Lautsprecher im Gehäuse ist.

Ich habe das Radio anschließend eine Weile benutzt und festgestellt, dass irgendwas mit den Sendern nicht stimmt (zumindest bei UKW), teilweise höre ich einen benachbarten Sender leise im Hintergrund, während ich einen anderen Sender höre. Außerdem habe ich noch ein anderes merkwürdiges Problem - manchmal kann ich einen Sender auf mehreren Frequenzen hören. Wenn ich bspw. einen Sender auf 90 MHz empfangen kann und dann weiterdrehe, wird der Empfang natürlich zunächst schlechter, aber der Sender taucht wieder bei bspw. 90,4 MHz auf, dort aber mit schlechterem Empfang. Es ist sehr schwer zu beschreiben, aber es ist wie, als wenn ein Sender auf mehreren Frequenzen sendet. Allerdings passt komischerweise das Frequenzband - SWR3 sendet auf 92,2 MHz, wenn ich auf etwas mehr als 92MHz drehe, kann ich SWR3 problemlos hören. Das ist auch einer der wenigen Sender, der nicht von anderen Sendern überlagert wird oder auf anderen Frequenzen hörbar ist.
Ich werde jetzt mal die UKW-Röhre tauschen, aber ich vermute mal, dass ich vermutlich einen Neuabgleich durchführen muss :( . Leider habe ich davon absolut keine Ahnung und auch nicht das erforderliche Werkzeug.

Sonst läuft das Radio aber problemlos, auf MW und LW kann ich auch ein paar Sender empfangen. Ein weiteres Problem hat das Radio aber noch, der Regler für die Klangfarbe hat irgendwo eine defekte Kohlebahn. Darum werde ich mich aber erst kümmern, wenn das Radio mal vernünftig abgestimmt ist und auch Sender klar reinkommen.
Das magische Auge ist leider komplett verbraucht, es leuchtet kein bisschen mehr. Mal schauen, was ich da mache, aber meine oberste Priorität ist zunächst mal das abstimmen des Radios.

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Marvin
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BeitragVerfasst: So Jan 01, 2017 19:57 
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Ich hoffe, ihr hattet alle einen guten Rutsch und einen guten Start ins neue Jahr :super: . Ich habe nochmal ein paar Neuigkeiten zum Telefunken:
Gestern war ich dann schon etwas entmutigt, ein Neuabgleich wäre für mich undenkbar gewesen, deshalb habe ich dann das Telefunken erstmal beiseite gelegt.

Heute hatte ich dann neue Motivation und wieder Energie, an dem Projekt zu arbeiten.
Zunächst habe ich das Radio nochmal eingeschaltet und den Fehler analysiert - wie bereits gestern beschrieben tauchen manche Sender mehrmals auf oder überlagern sich, teilweise ist die Audio-Qualität auch ziemlich schlecht. Sonst funktioniert das Radio eigentlich problemlos, bis auf das magische Auge und das Poti für die Klangfarbe.
Was mir aber aufgefallen ist: Das Radio hat, wie gestern beschrieben, beim einschalten wieder sehr stark gebrummt und hatte einen sehr verzerrten Klang. Nach ca. 30 Sekunden ploppte es aber wieder aus dem Lautsprecher und der Klang war wieder einwandfrei.
Nachdem ich mir also nochmal klar gemacht hatte, was genau der Fehler war, habe ich meinen Rechner angeworfen und das Internet nach Informationen zum Abgleichen durchsucht. Nach einer Weile bin ich dann auf einen schönen Artikel gestoßen, wo alles sehr ausführlich und anfängerfreundlich erklärt ist. Danach war mir der Vorgang schon mal um einiges klarer. Ich wusste, was man machen muss und was dabei passiert und warum das überhaupt erforderlich ist.
Allerdings bin ich im Artikel auch auf eine andere, interessante Information gestoßen - auch zu niedrige Spannungen können zu einem Fehlverhalten wie bei mir führen. Deshalb sollte man, bevor man einen Abgleich durchführt, zunächst alle anderen Fehlerquellen ausschließen können.

Nachdem ich das gelesen habe, habe ich mich direkt daran gemacht, mal die Spannungen nach dem Gleichrichter zu messen. Die Temperaturen lagen zwar im guten Bereich (nach einer halben Stunde Betrieb ca. 30-35 Grad, ich kann ihn problemlos anfassen), aber ob die Spannungen passen, habe ich noch nicht getestet.
Also habe ich mal mein Multimeter genommen, an die Anschlüsse geklemmt und das Radio eingeschaltet. Gemessen habe ich die Spannung, die am Elko nach dem Gleichrichter anliegt (C43).
Direkt nach dem Einschalten stieg die Spannung auf 300V an, allerdings musste da die Röhren erst noch aufheizen und konnten somit noch keinen Strom ziehen. Nach ein paar Sekunden sank die Spannung immer weiter ab und das Radio begann zu spielen - aber die Spannung fiel immer weiter auf 210V. Das ist natürlich zu wenig, normalerweise sollten laut Schaltplan dort 255V anliegen. Der Lautsprecher brummte ebenfalls wieder und der Klang war verzerrt. Ich beschloss, das Radio mal ein wenig laufen zu lassen und die Spannungen zu beobachten. Nach ca. 30 Sekunden ploppte es wieder aus dem Lautsprecher, das Brummen war verschwunden, der Klang war wieder klar - aber das Interessante: Genau im selben Moment stieg die Spannung auf ca. 248V an, also fast wie im Schaltplan angegeben! Die geringe Abweichung lässt sich vermutlich damit erklären, dass das Gerät auf 240V steht, unsere Netzspannung aber nur bei ca. 230 - 235V liegt und somit natürlich auch eine geringere Spannung hinter dem Trafo vorhanden ist.
Ich ließ das Gerät noch eine Weile laufen und die Spannungen sind relativ stabil zwischen 245 und 250V geblieben, also sank die Spannung im Vergleich zum Schaltplan um maximal 10V. In meinen Augen ist das kein Problem.

Eigentlich läuft der Gleichrichter also problemlos - aber die geringen Spannungen, die später plötzlich wieder ansteigen und somit auch das Brummen beseitigen, sind natürlich nicht gewollt.
Jetzt ist die Frage, ob so ein Verhalten von dem Gleichrichter ausgehen kann und ob ein Tausch evtl. das Problem beheben kann? Wie gesagt, sonst läuft er problemlos. Ich habe das Radio noch ca. 20 Minuten laufen gelassen, die Spannungen sind alle in Ordnung und er wird auch nicht heiß, nur leicht warm (siehe oben).
Was meint ihr dazu?

Nachdem ich die Spannungen überprüft hatte, habe ich mal die ECC85 durch die aus meinem Grundig 3035 ersetzt, welche problemlos funktioniert (zumindest spielt das Radio problemlos UKW ab). Leider konnte das an dem Problem mit den Frequenzen nichts ändern, das Radio hat immer noch Probleme.

Nun ist mir noch eingefallen, dass ich ja C21 durch ein neues Exemplar ersetzt habe, weil im Radiomuseum vermerkt wurde, dass der alte Kondensator sehr blöd platziert ist und somit die Ratiospannung an dem Abschirmbecher anliegen kann, weil über die Jahre die Lackierung des Kondensators durchgescheuert wird.
Der neue Kondensator hat ebenfalls 330pF, ist aus Keramik und hat eine Spannungsfestigkeit von 630V.
Könnte es sein, dass durch diesen Tausch die Frequenz verschoben wurde? Ich habe den alten Kondensator noch hier, ich könnte ihn mal testweise einbauen, allerdings würde ich schon sehr gerne den neuen Kondensator belassen.

Ich habe mir jetzt mal eine Liste gemacht, was es noch zu tun gibt:
- Gleichrichter/Spannungen
- Brummen im Lautsprecher
- magisches Auge
- Poti für die Klangfarbe
- Elko komplett restaurieren
- das Radio abgleichen/die Sender und Frequenzen wieder richtig einstellen

Gruß und noch einen schönen Abend,
Marvin

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BeitragVerfasst: So Jan 01, 2017 20:34 
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Zu der Auffälligkeit mit der sich ändernden Anodenspannung:

Ob der Fehler vom Gleichrichter kommt, kann man durch eine Messung der Stromaufnahme im Anodenspannungszweig feststellen. Dazu das + Kabel vom Gleichrichter ablöten und einen Strommesser dazwischenschalten. Wenn beim Verschwinden des Fehlers die Stromaufnahme mit der Spannung steigt, ist der Gleichrichter verdächtig. Im umgekehrten Fall zieht das Radio in der ersten Betriebszeit zu viel Strom. Wo die Ursache dafür liegt, ist mit weiteren Strommessungen herauszufinden.

Lutz


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BeitragVerfasst: Mo Jan 02, 2017 12:24 
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Hallo Lutz,
dein Tipp war goldrichtig!
Ich habe den Gleichrichter aus der Platine abgetötet und mit Kabeln neu verkabelt, um die Stromaufnahme zu überprüfen.

Direkt nach dem einschalten zieht das Radio nur 0-2 mA aus dem Gleichrichter, da die Röhren noch aufheizen müssen. Die Spannung ist dementsprechend mit ca. 300V sehr hoch.
Danach sind die Röhren warm und die Spannung fällt auf die bereits bekannten ca. 210 V ab (siehe vorheriger Beitrag). Das Radio zieht dabei ca. 100mA, also deutlich zu viel. Laut Schaltplan sollten dort 255V anliegen und ein Strom von 56mA fließen. Dafür ist der Gleichrichter gar nicht ausgelegt, er kann maximal 75mA liefern (laut Aufdruck). Währenddessen brummt es aus dem Lautsprecher.

Dateianhang:
DSCI0505.JPG
DSCI0505.JPG [ 80.38 KiB | 304-mal betrachtet ]


(Stromstärke links/Spannung rechts)
Sobald es aus dem Lautsprecher ploppt und die Spannungen wieder ansteigen, sinkt die Stromaufnahme auf normale Werte:

Dateianhang:
DSCI0507.JPG
DSCI0507.JPG [ 64.88 KiB | 304-mal betrachtet ]


-> Wie du bereits geschrieben hast, zieht in diesem Fall in der ersten Betriebszeit das Radio zu viel Strom. Der Gleichrichter ist also in Ordnung.
Jetzt müsste man natürlich nur noch wissen, was da so viel Strom zieht :mrgreen: .
Leider bin ich da etwas ratlos - ich hätte eine Röhre vermutet, die erst nach dem aufheizen weniger Strom zieht. Allerdings spielt das Radio ja schon, wenn es aus dem Lautsprecher brummt, und wenn die Endstufenröhre nicht warm ist, könnte es auch gar nicht aus dem Lautsprecher brummen.
Für einen Widerstand wäre dieses Verhalten doch auch untypisch, oder?
Evtl. hat noch jemand einen Tipp für mich, in welchem Bereich ich nach dem Fehler suchen könnte/was für ein Bauteil dafür verantwortlich sein könnte.

Vielen Dank für die Hilfe.
Gruß
Marvin

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