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Dampfradioforum • Thema anzeigen - Restaurationsbericht Siemens Klangmeister I - RL30

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BeitragVerfasst: Fr Mär 23, 2018 11:29 
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Hallo,

ich möchte Euch mein aktuelles Projekt im Rahmen eines Restaurationsberichts vorstellen.
Es handelt sich um ein nicht ganz alltägliches Radio, einen Siemens Klangmeister I - RL30.
https://www.radiomuseum.org/r/siemens_k ... _ster.html

Die moderne, eckige 60er Jahre Form trifft ja nicht jedermanns Geschmack, mit gefallen die Geräte jedoch sehr gut.
Technisch handelt es sich jedoch um ein absolutes Spitzengerät an dem alles irgendwie groß ist und welches einige nicht ganz alltägliche Besonderheiten hat. Fangen wir „hinten“ an, die Stereoendstufe mit 4 x ECL86 sorgt für kräftige 2 x 10 Watt Ausgangsleitung. Diese wird durch 2 ca. 30 x 18 cm große Breitbänder plus zwei Hochtöner in Schall umgewandelt. Diese sitzen in einem 68 cm breiten Gehäuse, es ist also genügend Volumen da.

Das ZF-Teil hat drei Stufen mit ECH81, EF89 und EF80. Schon bei ersten Tests zeigte sich ein sehr trennscharfer Empfang in den FM- und AM-Bereichen.

Das UKW-Teil hat eine zuschaltbare, automatische Senderscharfstellung, welche hervorragend funktioniert.

Eine Vorbereitung für FM-Stereo ist auch vorhanden, dazu später mehr.

Diverse Klangregister, eine gutfunktionierenden Klangreglung sowie zwei TA/TB-Eingänge runden die Ausstattung ab.

Nach dem Hochfahren mit dem Stelltrafo war auf allen Bändern Empfang da, die Stromaufnahme stimmte und es ließ sich alles regeln, natürlich kratzten alle Potis und auch der Tastensatz hatte Kontaktprobleme. Wenig erfreulich war die ca. 30 Volt zu niedrige Anodenspannung.
Sonst war alles im Rahmen, ein paar Elkos und Kondensatoren müssen getauscht werden. Die Kondensatorbestückung ist irgendwie leicht verwunderlich und vielfältig. Es sind hauptsächlich die senffarbenen Valvos verbaut, ein paar Erofol, ein Wima Durolit, ein paar Siemens und ein Knallbonbon an der Anodenwicklung des Trafos. Irgendwie komisch, dass Siemens keine eigene Kondensatoren verbaut hat, sondern hauptsächlich Fremdware.
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20180131_111800_klein.jpg
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Nun gut, zuerst ging es an den Tastensatz. Den wollte ich zunächst mit Oszilin behandeln. Ich staunte nicht schlecht, als ich jede Menge „Papier“ sah. Schaut Euch das Bild an! Unter den Kontakten sind überall Papierstreifen, die wohl verhindern sollten, das beim Löten Lötzinn in die Kontaktschienen fließt. Leider verhindern sie aber auch das Eindringen des Oszilins. Also habe ich erstmal bestimmt zwei Stunden damit verbracht, diese Papierstreifen mit der Pinzette zu entfernen.
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Die anschließende Behandlung mit Osizilin beseitigte alle Kontaktprobleme, auch die Potis liefen wieder sauber und kratzfrei.
Nun ging es daran die Ursache für die zu geringe Anodenspannung zu finden. Zuerst habe ich alle Röhren geprüft, die sind noch prima. Auch stimmte die Stromaufnahme, sie war etwas geringer als im Schaltplan angegeben. Der Netzelko hatte zwar einen recht hohen ESR-Wert, aber auch das Parallelschalten von je einem Elko brachte keine Änderung. Der Übertäter war der Selengleichrichter.
Wegen des üppigen Aufbaus, braucht das Radio 125 mA Anodenstrom, daher ist ein 150 mA Gleichrichter verbaut. Die sind leider keine Standardware. Trotzdem fand ich in der Grabbelkiste noch einen. Der brachte nach einer Stunde Testlauf auch nur ca. 5 Volt mehr.
Also musste ein Ersatz her, hier in Form einer kleinen Platine mit 4 x 1N4007, dazu jeweils einen 4,7 nf Kondensator parallel. Die Platine wurde an den Befestigungspunkten des alten Selengleichrichters befestigt. Dazu gepackt habe ich gleich noch zwei 4,7 nf Kondensatoren, die die Primärseite des Trafos gegen Masse symmetrieren. Natürlich sind hier zwei Y-Typen verbaut. Vorher befand sich hier ein zweifaches Wima Malzbonbon. Es gibt ja viele, die behaupten, dass diese Kondensatoren eigentlich unnötig sind. Lässt man sie weg, dann entsteht jedoch in den AM-Bereichen und auch im TA-Betrieb ein unangenehmes Brummen, daher habe ich sie wieder verbaut. Die nun zu hohe Anodenspannung wurde mit zwei parallelgeschalteten 150 Ohm Widerständen angepasst, die ich mit Wärmeleitkleber am Chassis befestigt habe.
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Ein weiteres Problem war der Netzteilelko. Der hatte recht hohe ESR-Werte und flog raus. Er war über dem Gleichrichter verbaut. Irgendwie fand ich keinen sinnvollen Platz für zwei neue Elkos an dem sie sicher eingebaut hätten werden können. Entweder hätte ich Kabel durch das Chassis verlegen müssen oder es wäre eine wackelige Konstruktion geworden. Also habe ich eine kleine Platine gemacht und diese am Chassis verschraubt. Ist zwar nicht sonderlich hübsch, aber zweckmäßig und bei eingebautem Chassis nicht sichtbar.
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Nach dem Tausch von zwei weiteren Elkos und 6 Kondensatoren sind die elektrischen Arbeiten abgeschlossen. Es fehlt nur noch ein neues Netzkabel. Einen 4-Stunden-Testlauf hat das Radio mit Erfolg bestanden.
Die Tage wird das Chassis geputzt und wieder zusammengebaut. Dann geht es an das Gehäuse.

Vorab mal eine Frage: Hinten am Chassis befindet sich eine Buchse für einen Stereodecoder. Ich mache mal noch ein Bild und stelle es hier ein. In der Buchse steckt jetzt eine Brücke, die das Ausgangssignal des Radioteils auf die beiden Stereokanäle der Endstufe verteilt. Auf jeden Fall möchte ich da einen Decoder anschließen.
Das sollte doch mit mehr oder weniger jedem Stereodecoder funktionieren? Es muss keine Röhrenschaltung sein. Hat jemand von Euch eine gute Schaltung zur Hand? Darf auch mit einem IC oder mit Transistoren sein.

Viele Grüße
Frank

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BeitragVerfasst: Fr Mär 23, 2018 11:58 
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Super Arbeit Frank
Zwecks Stereo-Decoder kann dier bestimmt unser radio volker helfen.

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harry

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BeitragVerfasst: Fr Mär 23, 2018 13:00 
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Servus,
Ja, kann er von mir haben den Stereodecoder, er schreibt mir aber dafür eine PN.
Ein Bild von der Verknüpperung des originalen Stereodecoders wäre hilfreich, wenn das wie beim MandelloB ist, sind nur Drahtbrücken zu entfernen. Man wird sehen.

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Gruss aus Trient,
Volker
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BeitragVerfasst: Fr Mär 23, 2018 13:08 
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Hallo Volker,

PN geht gleich raus.
Aber noch eine kurze Info: Es ist momentan kein Decoder verbaut. An der Rückseite, neben den NF-Diodenbuchen befindet sich die Buchse für den Stereodecoder.
Das steckt, wie du schon geschrieben hast, nur eine Drahtbrücke drin, die das Ausgangssignal des Radioteils (mono) auf den Stereoeingang der Endstufe brückt.

Viele Grüße
Frank

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BeitragVerfasst: Fr Mär 23, 2018 13:14 
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Servud,
Werde mal vorsichtshalber den Schaltplan suchen.

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Gruss aus Trient,
Volker
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BeitragVerfasst: Fr Mär 23, 2018 13:33 
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Servus,
Die Brücke muss dann raus, das Signal vom Ratiodetektor geht auf den Eingang des Decoders, den Rest übernimmt der Chip.

Bild

Platine hat ca. 40x50mm

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Gruss aus Trient,
Volker
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BeitragVerfasst: Fr Mär 23, 2018 14:20 
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Hallo,

die Idee mit dem Chip gefällt mir. Ist zwar nicht zeitgemäß, dafür aber einfach umzusetzen, vorallem weil ich nicht die geeigneten Messmittel habe um einen Stereodecoder mit Spulen usw. einzumessen.
Deswegen habe ich etwas gegoogelt, außerdem hat mir Volker ein paar Tipps gegeben.

Ich fasse mal zusammen:

Henning hat mal eine Schaltung mit dem MC1310 gebaut und in einen Saba Schwarzwald umgerüstet: http://dampfradioforum.de/viewtopic.php ... hilit=1310

Volker verwendet den TA7343 und hat ebenfalls damit gute Erfahrungen gemacht. Seiner Aussage nach ist der TA7343 etwas gutmütiger als der MC1310.

Ich habe mir mal beide Datenblätter heruntergeladen. Bei ICs haben eine Eingangsimpedanz von ~ 30 kOhm. Ich habe etwas Bedenken, ob das die Ratiostufe des Radioteils schaft, schließlich haben die Endstufen in den Röhrenradios eine Eingangsimpedanz von ~ 1 MOhm.

Im RM habe ich dazu einen Beitrag gefunden: https://www.radiomuseum.org/forum/putti ... coder.html
Hier hat man einen Impedanzwandler mit einem FET davorgepackt.

Volker meint, die niedrige Eingangsimpedanz macht keine Probleme, daher tendiere ich zum TA7343.

Viele Grüße
Frank

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BeitragVerfasst: Fr Mär 23, 2018 14:35 
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Kenntnisstand: **Zutreffendes Feld fehlt**
Hallo Frank,

"Irgendwie komisch, dass Siemens keine eigene Kondensatoren verbaut hat, sondern hauptsächlich Fremdware."

Wenn du bei genauer Betrachtung des Chassis letzendlich festgestellt hast, dass dieses von Loewe Opta stammt, ist dies nicht mehr verwunderlich...

_________________
...und glüht auch die Anode rot, ist die Röhre noch nicht tot.

Mit freundlichen Grüßen, Peter R.


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BeitragVerfasst: Fr Mär 23, 2018 15:05 
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Hallo Peter,

danke für den Hinweis!

Wenn ich mir die Bilder: https://www.radiomuseum.org/r/loewe_opt ... _090w.html

so anschaue, kommt mir das alles ziemlich bekannt vor .....

EDIT: Da ich noch drei weitere Geräte aus der Klangmeister-Serie besitze, habe ich mal im RM nach Vergleichsgeräten von Loewe gesucht. Und auch das kam mir alles sehr bekannt vor ...

Viele Grüße
Frank

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BeitragVerfasst: Fr Mär 23, 2018 17:42 
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Danke, Frank für diesen netten Reparaturbericht. So etwas lese ich immer sehr gerne. :super:
Den Hinweis von Peter auf Loewe Opta, hätte ich auch noch gegeben, Peter war schneller! Siemens hat sich offenbar schon recht frühzeitig (wann genau? die Radioproduktion war in Karlsruhe) aus der Eigenproduktion von Unterhaltungselektronik zurückgezogen. Damit war wohl damals schon zu wenig zu verdienen. Ich hatte mal eine Siemens Fabglotze recht günstig als Abverkaufsware bekommen.Der Fernseher hielt "ewig". Hersteller war ganz eindeutig Grundig. Siemens hatte sich Anfang der Neunziger auch aus dem Verkauf von Unterhaltungselektronik zurückgezogen.
Zurück zum Klangmeister. Beim Chassis fallen auch Parallelen zu meinem Quelle Simonetta Chassis auf, das ich kürzlich hier beschrieben hatte:
http://www.dampfradioforum.de/viewtopic.php?f=2&t=27719
Das ZF-Teil ist ganz ähnlich aufgebaut, nur ist bei mir an der Stelle vor dem Demodulator schon die EAF 801, Gerät ist ja auch schon von 1965.
Wenn im Klangmeister-Chassis die EF 80 als letzte ZF-Röhre werkelt, bietet sich eigentlich mal der Versuch mit EF 184 an. Diese Fernsehröhre ist Pin-kompatibel und wohl steiler. Vielleicht schreibt Volker noch etwas dazu. :hello:

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Viele Grüße

Frank


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BeitragVerfasst: Fr Mär 23, 2018 19:28 
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Servus,
Er sollte evt. mal die EF89 gegen eine 183 auswechseln , die RF80 gegen eine 184, könnte aber verzerren. Die 183 hilft in jedem Falle, so meine ich, bei der Verstärkung.

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Gruss aus Trient,
Volker
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BeitragVerfasst: Fr Mär 23, 2018 22:47 
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captain.confusion hat geschrieben:
Ich habe mir mal beide Datenblätter heruntergeladen. Bei ICs haben eine Eingangsimpedanz von ~ 30 kOhm. Ich habe etwas Bedenken, ob das die Ratiostufe des Radioteils schaft, schließlich haben die Endstufen in den Röhrenradios eine Eingangsimpedanz von ~ 1 MOhm.

Im RM habe ich dazu einen Beitrag gefunden: https://www.radiomuseum.org/forum/putti ... coder.html
Hier hat man einen Impedanzwandler mit einem FET davorgepackt.

Volker meint, die niedrige Eingangsimpedanz macht keine Probleme, daher tendiere ich zum TA7343.

Vor einiger Zeit habe ich in einen Klangmeister I RG41 einen Stereodecoder mit MC1310P eingebaut. Mit der Ausgangsimpedanz des Ratiodetektors gab es keine Probleme. Dieser ist zwar nicht identisch, aber ähnlich dem im RL30 aufgebaut.

Aber der Ausgangspegel des Ratiodetektors war zu hoch und hat den Eingang des IC übersteuert, was sich durch Verzerrungen und aussetzenden Stereo-Empfang bemerkbar machte. Ich musste den Pegel um etwa 8 dB absenken. Dadurch wurde der Ton beim Umschalten von Mono auf Stereo leiser. Um das zu beheben, musste ich den Pegel der beiden Ausgänge des MC1310P wieder mit je einer Transistorstufe verstärken. Wenn der TA7343 mit dem höheren Pegel zurechtkommt, ist das natürlich nicht nötig.

Danach war der Klang sauber, und im Frequenzgang war überhaupt kein Unterschied beim Umschalten zwischen Mono und Stereo hörbar. Das Radio klingt super, obwohl es deutlich weniger Ausgangsleistung hat als das RL30 (eine ELL80 für beide Kanäle, also Eintakt-Endstufen mit 2 x 3 W). Es ist sozusagen der kleine Bruder des RL30.

Was mir noch aufgefallen ist: Das Radio klingt, als hätte es eine Basisverbreiterung im NF-Teil. Es hört sich so an, als würden die Lautsprecher doppelt so weit auseinander stehen. Bei späteren Stereo-Geräten hat man zu diesem Zweck von jedem Stereo-Kanal ein phasengedrehtes Signal in den anderen Kanal eingespeist. Aber in diesem Radio gibt es laut Schaltplan keine solche Schaltung! Dann muss dieser Effekt vom Stereo-Decoder produziert werden. Das kann eigentlich nur passieren, wenn der Pegel der höherfrequenten Signale, die das Stereo-Differenzsignal enthalten, im Vergleich zum normalen NF-Signal zu hoch ist. Also doch ein Impedanzproblem? Aber jedenfalls stört es nicht, im Gegenteil: Da die Lautsprecher nur rund 35 cm auseinander sind, wäre sonst kaum ein Stereo-Effekt hörbar, wenn man sich nicht dicht vor dem Radio befindet.

Lutz


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BeitragVerfasst: Fr Mär 23, 2018 23:43 
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Servus,
Der Toshiba Chip kommt da mit höheren Eingangspegeln besser zurecht anscheinend, Verzerrungen konnte ich nur ein einziges Mal bei Proben feststellen, als ich auf Jogis UKW Röhrenprojekt (ZF-Platine) die 3. Stufe EF 85 ebenfalls durch eine EF183 auswechselte, trotz Impedanzwandler EC92 kam es zu Verzerrungen, der Rückbau auf EF85/89 löste das Problem.
Bei allen anderen Radios habe ich nie Probleme gehabt (fast 40 inzwischen), die ich auf Stereo umgebaut habe.
Der TA7343 ist ein "braver" Chip und wenn man sich genau an das Toshiba Datenblatt hält gibt es wirklich Null Probleme!

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Volker
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BeitragVerfasst: Sa Mär 24, 2018 10:17 
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Einen Klangmeister I habe ich vor einiger Zeit geschlachtet. Gehäuse und Schallwand waren einfach nicht mehr zu retten. Das Gerät wurde mir auf einer Börse regelrecht nachgeworfen und für 5€ kann man nix falsch machen. Damals wunderte ich mich auch zunächst über die Siemens-untypischen Bauteile.
Übrigens wurde mir beim Gang über die Börse mit dem Radio unter'm Arm wiederholt die Hässlichkeit dieses Radios bescheinigt, was ich nicht nachvollziehen kann. Es ist halt nich so barock wie die Geräte der 50er. Die Optik hat ja leichte Anleihen an Braun-Geräten.

Wie dem auch sei - gefreut habe ich mich jedenfalls über die Vorstellung dieses recht selten erwähnten Radios.

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Gruß,
Daniel


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BeitragVerfasst: Sa Mär 24, 2018 11:11 
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Ich musste das Gerät erst mal "ergoogeln", damit ich mir darunter was vorstellen konnte.
Mir gefällt das jedoch gut, ich mag das Mitt-Sechziger-Design.

Danke für den Bericht, wieder mal viel gelernt und weiterhin viel Freude mit dem Gerät

Gruß
Thomas


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