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Dampfradioforum • Thema anzeigen - Sicherheit beim Umgang mit alten Fernsehern

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BeitragVerfasst: Sa Jul 23, 2011 11:48 
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Beiträge: 1546
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Kenntnisstand: Spezialkentnnisse im Bereich Röhrenradios (Beruf)
Hallo, an die Freunde der alten Fernseher, die auch hier zahlreicher werden.

Ich möchte einmal ( auch wenn das vielleicht schon mal irgendwo stand ) einige Sicherheitshinweise geben, natürlich ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

1. Implosionsgefahr der Bildröhre: Jede Röhre ist luftleer, und es lastet ein Druck von ca 1kg auf jedem Quadratzentimeter. Bei normalen Radioröhren ist das kein großes Problem, durch die "Rohrform" stützt sich das Ganze wie eine alte Römerbrücke. Anders bei Bildröhren, dort ist die Form wesentlich ungünstiger, und das Volumen wesentlich größer. Zum Schutz des Zuschauers wurden Schutzscheiben aus relativ dickem Kunststoff davorgesetzt, der Fernsehtechniker war dadurch jedoch hinter dem Gerät nicht geschützt. Später wurden dann "eigensichere" Bildröhren verwendet, die einen inneren Rahmen hatten, der eine Implosion verhindern sollte, oder zumindest die Auswirkungen reduzieren. Aber auch dieser Schutz war nur für den Zuschauer vor dem Gerät.
Deshalb ist es wichtig, sich dieser Gefahr bewusst zu sein, insbesondere wenn Chassis mit direkt angebauter Bildröhre repariert werden. Auch bei Austausch von Bildröhren lauern gefahren. Schon ein leichter Anstoß kann eine Röhre zur Implosion bringen. Als Schutzkleidung reicht eine Jeans nicht aus, die Glassplitter gehen da durch! In meiner Ausbildung war dann eine dicke Lederschürze, feste Schuhe, Gesichtsschutz etc vorgeschrieben.

2. Netztrennung: Fernsehgeräte haben meist keine Netztrennung, meist ist ein Pol des Netzsteckers direkt mit dem Chassis verbunden.Deshalb unbedingt Trenntrafo verwenden!. Es gab auch Geräte, die hatten einen Brückengleichrichter, da half das umdrehen des Netzsteckers nicht, um das Chassis an Erde zu bekommen.

3. Hohe Spannungen: Die Bildröhre arbeitet mit einer Hochspannung bis 18kV ( Schwarz-Weiss Geräte ) bzw 25kV ( Colorgeräte )
Auch nach dem Ausschalten der Geräte kann an der Bildröhre noch sehr lange eine hohe Spannung anliegen. Auch rund um den Zeilentrafo, an den Kappen der Zeilenendröhre und der sog. Boosterdiode ( z.B. PY88) liegen hohe Spannungen.

4. Viele Geräte insbesondere der 60er und 70er Jahre sind kippgefährdet. Damit die Geräte möglichst "schlank" aussehen, hatten die Gehäuse nur eine geringe Tiefe, die Bildröhren wurden in "Durchstecktechnik" montiert ( Röhre schaut vorne aus dem Gerät heraus ). Baut man bei solchen Geräten das Chassis aus, besteht akute Kippgefahr, und Gefahren gem. Punkt 1, weil das "Gegengewicht" fehlt.
--- wird fortgesetzt----

Henning

_________________
Schlau ist, wer weiss, wo er nachlesen kann, was er nicht weiss


Zuletzt geändert von hoeberlin am Mo Jul 25, 2011 13:32, insgesamt 2-mal geändert.

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BeitragVerfasst: Do Jul 28, 2011 12:00 
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Sehr wichtiges Thema, deshalb steuer auch ich noch meinen Senf dazu:

Zu Punkt 1:

Schon beim Ausbau der Chassis ist größte Vorsicht geboten, man unterscheidet 2 Grundkonstruktionen,
bei einem Teil der Geräte ist die Bildröhre mit dem Gehäuse verschraubt Autophon, Graetz, Philips ab ca. 1954,
Phonola, Radiobell, Ruhe, Stella, Telefunken etc., bei den anderen Geräten ist die Bildröhre auf dem Chassis montiert.
In dieser Gruppe gibt es wiederum 2 Familien, die eine ohne Netztransformator, SABA Schauinsland 1954>, Nordlicht,
Nordmende 1953-1958, Wevo etc., die andere Familie mit Netztransformator, Vertreter dieser Familie sind die
Hersteller Admiral, Effedibi, Precisia, Sanyo, Sachsenwerk (Rembrandt), Sharp >1957, R.C.A., Urakawa, Westinghouse, etc.
Insbesondere bei letzterer Familie führt das hohe Gewicht des Netztransformators beim unsymetrischem
An- und Herausheben des Chassis zu einem Verziehen des Selben. Dies bedeutet, daß die Bildröhre,
welche in der Regel an zwei Chassispunkten befestigt ist (am Bildschirm/Kolbenboden und am Hals/Ablenkheit),
enormen Kräften ausgesetzt wird!
Im Extremfall kann dies zum Abknicken des Halses und damit zur Implosion führen!
Laut Untersuchungen die die Firma Graetz um 1955 durchgeführt hat, ist der Übergang vom Hals zum Kolben
der kritische Punkt.
Ein Stoß gegen das Ende des Halses, Bildröhrensockel, Pumpstutzen hingegen
führt in der Regel nur zum zischenden Vakuumverlust (Angenommen wird ein Unfall bei dem der Hals der
Bildröhre durch die Ablenkeinheit fixiert ist :( ).

Zweckmäßig ist es auch, Bildröhren während der Restaurationsphase weich gelagert, in einem Karton bei
Seite zu stellen.
Die Reinigung der Frontscheibe und der Bildröhre sollte mit einem Leder erfolgen, sonst ärgert man
sich nach dem Zusammenbau über Fussel auf dem Bildschirm! :wut:
Oft ist der Übergang von der Bildröhrenmaske zum Bildschirm mit TESA-Moll gegen statische Staubanziehung
abgedichtet.
Diese Abdichtung sollte man auch wieder herstellen/ersetzen, jedoch nicht luftdicht (ich unterbreche das Band
ein paar Millimeter jeweils seitlich-mittig). Somit entsteht kein Schimmel da Luftaustausch (Temperaturschwankungen)
gewährleistet ist und die Funktion der Frontscheibe wird im Implosionsfalle nicht in ihrer Funktion
eingeschränkt (Luft kann eindringen, Unterdruck wird vermieden).

In den späten 50er Jahren tauchten dann auch noch Fernsehempfänger auf, welche die Bildröhre
mit einem senkrechtstehenden Chassis verschraubt haben, zum Beispiel, AGA, Radione, Prinsen,
sowie alte Argentinier, welche oft lizenzmäßig an den US-Hersteller Wells-Gardner gebunden sind.
Auch hier sollte man vorsichtig beim Transport sein, lieber die schwere Chassisseite (bei Geräten
mit Netztransformator) anheben, statt mit der Bildröhrenseite das Chassis anheben.
Die Nord- und Südamerikaner haben sehr schwere Netztrafos.

Gruß,

Euer Fernsehjeck :tvschauen:

_________________
Spieglein, Spieglein an der Wand,
wer ist der größte Cleopatra, Roshana, Brona & Karry Fan im ganzen Land?
Du Fernseheumel aus Westdeutschland!


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BeitragVerfasst: So Okt 09, 2011 11:16 
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Beiträge: 155
Wohnort: Trier an der schönen Mosel
Danke für diese wertvollen Infos & Ratschläge, die's sonst nirgendwo mehr aufzutreiben gibt.

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Keep calm and stay Langwelle :-)


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BeitragVerfasst: So Okt 09, 2011 12:31 
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Moin!
Noch mehr Senf:
So ein Fernseher zieht im Betrieb mehr Strom als ein Radio, außerdem sind es fast immer Allstromgeräte ohne Netztrennung.
Das bedeutet, das Netzteil ist viel niederohmiger aufgebaut.
Wenn nun ein Gerät nach einer laaaaaaangen Ruhepause wieder ans Netz angeschlossen wird, gehen die Netzteilelkos, die nach der langen Zeit ihre Formierung verloren haben, viel schneller hoch als vergleichbare aus einem Radio.
Man sollte einen alten Fernseher also NIEMALS direkt ans Netz anschließen, besonders, wo die verwendeten Mehrfachelkos nur noch sehr schwer zu bekommen sind.
Meiner Erfahrung nach sind die großen Elkos fast immer zu retten, solange sie noch dicht sind.
Gruß Gerrit


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BeitragVerfasst: So Okt 09, 2011 13:53 
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Beiträge: 561
Wohnort: Großkrotzenburg
Hallo zusammen,

jepp... der Bericht ist gut, richtig und wichtig. Eventuell könnte man ja mal ein paar Bilder der verschiedenen Typen hier anpinnen.
Gerade habe ich das Chassis von einem Nordmende Favorit 57 ausgebaut. Hier ist die Bildröhre mit dem Chassis verbunden und wird mit herausgehoben. Ganz gefährliche Sache. Da die BR nun ungeschützt alle Reparaturversuche im Chassis über sich ergehen lassen muss. Hier muss sichergestellt sein, dass nichts herumliegt, worauf man die Bildröhre unsanft absetzen kann... Sicherer Stand ist auch wichtig. Schutzkleidung wär ideal.
Grüße,
Jochen


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Sicherung gut, Kabel schlecht!
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BeitragVerfasst: Di Mai 08, 2012 11:06 
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Registriert: Sa Apr 21, 2012 14:07
Beiträge: 11
Hey endlich habe ich mal etwas verwertbares für den Alten Fernsehn meines Opas gefunden !
Dieser will seinen Fernseher absolut nicht aufgeben aber der schaut einfach unzumutbar aus.
Vielen danke für diese wertvollens Informationen. Dann werd ich ihm den Fit machen. :D


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BeitragVerfasst: Mo Feb 04, 2013 4:44 
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Registriert: So Feb 03, 2013 18:19
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Wow tolles Tipps.
Das wusste ich bisher alles nicht und bis vor einigen Monaten hatten wir selbst noch einen alten Röhrenfernseher.

Danke!

:hello:


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BeitragVerfasst: Di Dez 17, 2013 17:07 
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Beiträge: 312
Hallo Henning,

Vor der Implosion braucht man bei der Bildgröße keine Angst haben:http://www.radiomuseum.org/r/quelle_panorama_43.html


Gruß
Martin

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Wer sich nicht schonmal am Lötkolben verbrannt hat, der hat noch nie richtig gelötet.
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BeitragVerfasst: Di Dez 31, 2013 13:04 
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Registriert: Do Mär 17, 2011 16:23
Beiträge: 5468
Wohnort: südl. Frankfurt/Main
Kenntnisstand: Spezialkentnnisse im Bereich Röhrenradios (Beruf)
Hmm - das würde ich einmal so nicht stehen lassen. Auch die Splitter dieser 70°-Minibildröhre können zum Beilstift für die Augen extrem gefährlich sein. Die Röhre hat nämlich auch keinerlei Eigensicherheit, wie einen Frontrahmen und/oder Sicherheitsbeschichtung aus Kunststoff, ist als komplett "naggisch"! Beim FK100(R) befindet sich deshalb auch, wie bei den früheren Geräten, eine Schutzscheibe vor dem Bildschirm.

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Viele Grüße,
der Herby mit dem Derby

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"Stille ist ein Schweigen, das den Menschen Augen und Ohren öffnet für eine andere Welt."
(Serge Poliakoff)


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BeitragVerfasst: Mi Jan 01, 2014 15:07 
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Registriert: Mi Jul 17, 2013 12:33
Beiträge: 941
Kenntnisstand: **Zutreffendes Feld fehlt**
in den achtziger Jahren haben wir während meiner Ausbildung mal versucht, in einem abgeschlossenen Innenhof alte Bildröhren zum Auseinanderfliegen zu bringen. Wir legten mehrere Bildröhren mitten auf den Hof und schossen ihnen mit einer Steinschleuder die Hälse ab. Unser Meister wollte uns mit dem Experiment die Gefährlichkeit von Bildröhren demonstrieren, der Schuss ging aber buchstäblich nach hinten los. Lediglich von einer Farbbildröhre fiel der Glaskörper in sich zusammen, ohne dass Teile durch die Gegend flogen. Bei allen anderen Bildröhren gab es zwar einen mehr oder weniger lauten Knall, der Körper blieb aber heil.

Dieses Ergebnis entspricht auch dem, was die Hersteller selber ermittelt haben. Die probierten nämlich in den Entwicklungsabteilungen auch aus, wie gefährlich die Bildröhren wirklich waren. Mir ist auch im Kollegenkreis kein einziger Fall bekannt, wo ein Techniker durch Bildröhrenimplosion zu Schaden gekommen ist.

Ich will natürlich nicht von Sicherheitsmassnahmen abraten. Übertriebene Angst macht aber auch keinen Sinn. Ein Fernseher ist keine Bombe aus dem zweiten Weltkrieg, und wenn man sich bei der Reparatur wie ein Bombenentschärfer fühlt, macht das nur schreckhaft - und das Abschlagen des Bildröhrenhalses aufgrund eines Schreckreflexes gehörte früher zu den Standardfehlern in einer Werkstatt.

Das mit den Spannungen im Fernseher ist eine deutlich realere Bedrohung. Der Trenntrafo ist bei Allstromgeräten ein Muss, aber auch mit Trenntrafo bleibt ein Fernseher gefährlich. Beim Fernseher ist es im Gegensatz zum Radio auch nicht so einfach möglich, die gefährlichen Areale abzugrenzen. Einsteiger ohne fundierte Kenntnisse über Strom und Spannung und ohne Idee darüber, wie Strom im menschlichen Körper wirkt, sollten besonders von alten Fernsehern die Finger lassen.

Gruss Frank


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BeitragVerfasst: Do Jan 02, 2014 21:01 
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Beiträge: 312
Jaja, hinten gegen den Sockel treten, und wer ihn durch die Lochmaske geschossen hat, der hat gewonnen :lol: . So hat unser Radiofernsehtechniker damals die Entsorgungskosten umrunded, aber immer mit der richtigen sicherheitskleidung.


Gruß
Martin

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Wer sich nicht schonmal am Lötkolben verbrannt hat, der hat noch nie richtig gelötet.
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BeitragVerfasst: Do Jan 02, 2014 22:35 
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Registriert: Mi Jul 17, 2013 12:33
Beiträge: 941
Kenntnisstand: **Zutreffendes Feld fehlt**
Radio Martin hat geschrieben:
Jaja, hinten gegen den Sockel treten, und wer ihn durch die Lochmaske geschossen hat, der hat gewonnen :lol: . So hat unser Radiofernsehtechniker damals die Entsorgungskosten umrunded, aber immer mit der richtigen sicherheitskleidung.


Gruß
Martin


sag ehrlich, kennst Du jemanden, der durch eine implodierende Bildröhre ernsthaft verletzt wurde ? Mir ist niemand bekannt, auch nicht von denen, die in der Werkstatt aus Versehen die Bildröhre am Hals gekillt haben.

Ich will auch gar nicht den Sinn von Sicherheitsmassnahmen in Frage stellen, genau wie totaler Leichtsinn macht es aber auch keinen Sinn, die Bildröhre zu behandeln wie eine Fliegerbombe aus dem zweiten Weltkrieg. Zu viel Angst kann nämlich genauso gefährlich sein wie zu wenig.

Jemand, der noch nie ein elektronisches Gerät von innen gesehen hat, sollte sowieso von Fernsehern die Finger lassen, selbst die ganz modernen Flachbildfernseher haben Stellen, an denen es lebensgefährlich ist. Und jemand, der die nötigen Fähigkeiten und die nötige Senisibilität hat, mit elektronischen Geräten zu hantieren, der braucht auch vor Bildröhren keine Angst zu haben.

Gruß Frank


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BeitragVerfasst: Sa Apr 26, 2014 19:23 
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Registriert: Do Jul 04, 2013 15:29
Beiträge: 1
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Hallo,
in meiner Kindheit, Mitte der 70ger, haben wir eine Bildröhre erfolgreich zur Implosion gebracht. Die schwamm nackig im Fluß vorbei. Wir zogen sie an Land und haben aus respektablen Abstand die Frontseite mit Steinen traktiert. Der Bildröhrenhals lag im weichen Gras, so daß er nicht abbrechen konnte und den Effekt verdirbt. Es hat einige Würfe gebraucht, das Ergebnis war aber absolut überzeugend. Es knallte mächtig und ich habe den Vorgang wie in Zeitlupe in Erinnerung. Übrig blieben kleine Splitter im Radius von einigen Metern. Ich kann daher vor einem sorglosen Umgang mit implosionsgefährdeten Bildröhren nur warnen!
Viele Grüße

raik


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BeitragVerfasst: Do Mär 05, 2015 11:40 
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Registriert: Mi Jul 17, 2013 12:33
Beiträge: 941
Kenntnisstand: **Zutreffendes Feld fehlt**
dass man mit Bildröhren vorsichtig umgehen muss, bestreitet ja niemand. Es ist nur so, dass die Bildröhre nur eine und nicht die größte Gefahr im Umgang mit alten Fernsehern ist, und man nicht in Einäugigkeit verfallen sollte.

Ich persönlich bin eh der Ansicht, dass die Fachleute sowieso wissen, worauf sie zu achten haben, und die anderen eigentlich nur einen Sicherheitstipp bekommen sollten, nämlich den, ohne einen anwesenden Fachmann und ohne ein Mindestmaß an Ausstattung die Rückwand geschlossen zu lassen, wie es auch auf jedem Fernseher hinten drauf steht.

Fernseher sind Allstromgeräte - der Regel-Trenntrafo, der beim Radio nice to have ist, sollte beim Fernseher immer vorhanden sein. Dann ist die Technik viel komplexer, es wird mit viel höheren Spannungen gearbeitet, und die Bauteile sind in Fernsehern meist sehr viel "durchgekochter" als bei Radios. Wer bei Röhrenradios nicht die Technik komplett verstanden hat und Routine bei der Reparatur hat, sollte von Fernsehern wirklich die Finger lassen, es sei denn, er hat jemanden dabei, der sich auskennt. Das mit der Bildröhre, die einem um die Ohren fliegen kann, ist da nur ein weiteres Nebenthema.

Worauf meiner Meinung nach auch immer viel zu wenig geschaut wird, ist der Umstand, dass Angst das Gegenteil von Vorsicht ist. Wenn jemand ohne tieferes Verständnis, aber mit Vorsichtshinweisen bestückt an so ein Gerät drangeht, macht ihm das Angst und er wird schreckhaft. Das Abschlagen von Bildröhrenhälsen durch schreckhaft hochzuckende Hände, wenn es mal irgendwo funkt, ist so ein Angst-Effekt, den ich selber schon mehrmals gesehen habe.

Gruß Frank


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BeitragVerfasst: So Mai 10, 2015 16:34 
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Registriert: Fr Dez 28, 2012 18:43
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Wohnort: Salzburg/Österreich
Kenntnisstand: Elektrotechnischer Beruf/ Studium
Hallo Leute, geb auch gerne meinen Senf dazu. Größte Gefahr ist die Arbeit ohne Ahnung und ohne trenntrafo. Ich habe vor 30 Jahren auch Radio und frrnsehmechaniker gelernt, eine bildröhre ist uns aber nie implodiert und auch in der Berufsschule konnte niemand von plötzlich implodierenden Röhren berichten. Also zu tode gefürchtet ist auch gestorben. :D LG Ludwig


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