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Dampfradioforum • Thema anzeigen - Was ist das für ein Kästchen?

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 Betreff des Beitrags: Was ist das für ein Kästchen?
BeitragVerfasst: Mo Aug 20, 2018 11:21 
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Gestern habe ich eine etwas längere Fahrt unternommen, um ein Graetz 51W abzuholen, welches ich im bekannten Kleinanzeigen-Portal gefunden habe.
Ich werde das Gerät auf jeden Fall noch ausführlicher vorstellen, bisher bin ich aber nur dazu gekommen, mal die Rückwand abzunehmen und einen ersten Blick hineinzuwerfen. Dabei ist mir auf der rechten Seite des Geräts folgendes Kästchen aufgefallen, was mir nicht original erscheint:

Dateianhang:
Kästchen.JPG
Kästchen.JPG [ 155.77 KiB | 1359-mal betrachtet ]


Auf den Fotos im Radiomuseum ist dieses Kästchen nicht zu sehen.
Ich vermute u.a. wegen den drei verbauten RFT-Kondensatoren, dass das Gerät eine Weile in der DDR stand, evtl. könnte das Kästchen also auch in der DDR nachgerüstet worden sein.

Das Kästchen ist mit zwei Kabeln am Ausgangsübertrager angeschlossen, ein Kabel geht auf die Chassis-Masse.

Dateianhang:
Verdrahtung.JPG
Verdrahtung.JPG [ 123.73 KiB | 1359-mal betrachtet ]


Dateianhang:
Kabel am AÜ.JPG
Kabel am AÜ.JPG [ 90.94 KiB | 1359-mal betrachtet ]


Weiterhin wurde wohl beim selben Eingriff ein weiterer Kondensator eingebaut (auf dem zweiten Bild auf der linken Seite). Ich vermute mal, dass dieser für die Funktion des Kästchens ebenfalls wichtig ist.

Nun meine Frage - was ist das für ein Kästchen und welche Funktion hat es?
Einen Aufdruck gibt es nicht, auf der Seite steht nur eine Nummer und das Kürzel "Ko Bv.". Also ein Kondensator? Aber warum schließt man einen so großen Kondensator an den AÜ an? Und warum verwendet man keinen normalen Kondensator, sondern dieses vergleichsweise riesige Kästchen?
Oder ist es gar kein Kondensator?

Im Schaltplan habe ich nichts gefunden, was mir helfen könnte. Ich denke, dass das Kästchen auf jeden Fall nachgerüstet wurde.
Bei Bedarf kann ich auch mal das Chassis ausbauen und die genaue Verdrahtung überprüfen.

Vielleicht hat ja jemand eine Idee.

Gruß
Marvin

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 Betreff des Beitrags: Re: Was ist das für ein Kästchen?
BeitragVerfasst: Mo Aug 20, 2018 12:11 
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Wenn Du Dir die originale Schaltung ansiehst, wirst Du feststellen das an der sogenannten Feldspule (sichtbar im Netzteil) zwei Elkos a´8µF angeschlossen sind. Ich vermute mal das die Kondensatoren hier parallel drauf liegen. Später sind dann die beiden Elkos nochmals ran gekommen. Zwischen bei den Aktionen liegen eventuell ein paar Jahrzehnte. Ursache werden also die beiden tauben Elkos im Netzteil sein.
Diese beiden Kisten nennt man von der Bauform her Bockkondensatoren.

paulchen


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 Betreff des Beitrags: Re: Was ist das für ein Kästchen?
BeitragVerfasst: Mo Aug 20, 2018 12:23 
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Hallo,

die "Käschtlis" sind schon Kondensatoren, in der vorliegenden Ausführung eigentlich "unkaputtbar", falls der Rost die Blech-Hülle nicht durchgeknabbert hat. Wahrscheinlich handelt es sich bei diesen Teilen um den Lade- und Siebkondensator im Netzteil, im Schaltbild mit je 8µF angegeben. Die Erregewicklung des elektrodynamischen Lautsprechers wird dabei zusätzlich als Siebdrossel "missbraucht".

Gedankenstriche -- Paulchen war schneller, das kommt davon wenn man während des Textens "sohnmässig" angerufen wird...

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...und glüht auch die Anode rot, ist die Röhre noch nicht tot.

Mit freundlichen Grüßen, Peter R.


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 Betreff des Beitrags: Re: Was ist das für ein Kästchen?
BeitragVerfasst: Mo Aug 20, 2018 19:20 
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Vielen Dank euch Beiden für die Antworten!

Ich finde es wirklich klasse, dass man hier auch auf simple Fragen Antworten bekommt. Ich hätte zwar die Vermutung gehabt, dass es evtl. Kondensatoren sein könnten, aber eine Antwort von einer Person mit entsprechenden Kenntnissen hilft mir natürlich viel mehr als nur eine Vermutung.

paulchen hat geschrieben:
Wenn Du Dir die originale Schaltung ansiehst, wirst Du feststellen das an der sogenannten Feldspule (sichtbar im Netzteil) zwei Elkos a´8µF angeschlossen sind.

Die Spule habe ich gesehen, mir war aber nicht bewusst, dass diese auch im AÜ/in der Erregerspule des Lautsprechers sein kann. Wieder etwas gelernt :idea: .

paulchen hat geschrieben:
Später sind dann die beiden Elkos nochmals ran gekommen.

Dass die Blockkondensatoren und die RFT-Elkos unabhängig voneinander eingebaut worden sind kann durchaus der Fall sein, daran habe ich noch gar nicht gedacht. Sinn würde es auf jeden Fall machen.
Dann werde ich das mal genauer unter die Lupe nehmen müssen, denn die RFT-Elkos haben, wenn ich das richtig gesehen habe, 20uF, was die AZ11 zwar laut Datenblatt verkraftet, aber wenn original 8uF eingebaut waren, sollte man auch wieder 8uF einbauen.

glaubnix hat geschrieben:
die "Käschtlis" sind schon Kondensatoren, in der vorliegenden Ausführung eigentlich "unkaputtbar", falls der Rost die Blech-Hülle nicht durchgeknabbert hat.

Rost befindet sich zwar schon an den Kondensatoren, aber die Blech-Hülle sieht soweit noch in Ordnung aus. Ich werde das aber nochmal genauer überprüfen.

Die Vorbesitzerin hat mir erzählt, dass sie das Radio eingeschaltet hat und sie Sender empfangen konnte - bei dem bröseligen Zustand des Netzkabels wohl eine ziemlich waghalsige Aktion. Wenn das aber tatsächlich stimmt, scheinen die Kondensatoren in Ordnung zu sein - aber trotzdem wird das Radio natürlich vor der Inbetriebnahme überprüft.

Wie ist denn typischerweise die Spannungsfestigkeit dieser Kondensatoren? Die Bauform wirkt zwar ziemlich robust, aber kann ich davon ausgehen, dass die Kondensatoren, wenn sie in Ordnung sind, 500V verkraften (der original eingebaute Elko hat eine Spitzenspannungsfestigkeit von 500V)?

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 Betreff des Beitrags: Re: Was ist das für ein Kästchen?
BeitragVerfasst: Mo Aug 20, 2018 20:09 
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Löse doch einfach die beiden Schrauben, womit die befestigt sind und lese Dir durch was auf den Kondenatoren drauf steht. Denn da ist alles drauf gedruckt wie Du es von anderen Bauteilen auch kennst.
Die Feldspule ist nicht im Ausgangsübertrager, sondern im Lautsprecher. Da es aber eine enge Verschaltung von AÜ und Lautsprecher gibt sieht das auf den ersten Blick nur so aus als wenn die Kondensatoren am AÜ verkabelt sind. Das ist nur auf der Lötleiste passiert, welche am AÜ befestigt ist. Dort sind aber nur Lötstützpunkte benutzt worden.
Die Feldspule ersetzt sozusagen den Magneten am Lautsprecher. Damals war man noch nicht in der Lage, bezahlbare Magnete für Lautsprecher zu bauen, daher wurden sozusagen Elektromagnete (daher die Spule) benutzt.

paulchen


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 Betreff des Beitrags: Re: Was ist das für ein Kästchen?
BeitragVerfasst: Di Aug 21, 2018 15:37 
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Ich habe jetzt das Kästchen mal ausgebaut, und tatsächlich, es sind doch Werte aufgedruckt (was ja eigentlich auch logisch ist).
Ich habe davor immer mit einem Spiegel die anderen Seiten des Kästchens betrachtet und konnte keine Schrift entdecken. Vermutlich war es im Radio zu dunkel.

Es handelt sich um drei Kondensatoren mit 4µF und einer Spannungsfestigkeit von 350/1000V. Der Hersteller ist Siemens.
Die Verschaltung muss ich mir noch genauer ansehen, die RFT-Elkos sind wohl tatsächlich nachträglich eingebaut worden.

paulchen hat geschrieben:
Die Feldspule ist nicht im Ausgangsübertrager, sondern im Lautsprecher. Da es aber eine enge Verschaltung von AÜ und Lautsprecher gibt sieht das auf den ersten Blick nur so aus als wenn die Kondensatoren am AÜ verkabelt sind. Das ist nur auf der Lötleiste passiert, welche am AÜ befestigt ist. Dort sind aber nur Lötstützpunkte benutzt worden.

Danke für die Erklärung. :super:
Ich habe heute das Gehäuse gereinigt und dabei auch den Lautsprecher ausgebaut. Im ausgebauten Zustand kann man gut die Feldspule erkennen und man sieht auch die Verkabelung genauer, wodurch ich deine Erklärung nachvollziehen konnte.
Mittlerweile ist alles wieder eingebaut und das Gehäuse ist frei von Spinnweben und Staub. Jetzt geht es an die Reinigung des Chassis und die Überprüfung der Technik, mehr dazu in einem anderen Thread.

Vielen Dank für die Unterstützung und Hilfe!

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