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 Betreff des Beitrags: Gefälschte Transistoren
BeitragVerfasst: Do Apr 19, 2018 23:13 
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Ein Autoradio von Continental Edison, Typ Radioen R43 (https://www.radiomuseum.org/r/conti_edi ... n_r43.html), produzierte im NF-Teil Verzerrungen. Sie waren vor allem bei mittlerer Lautstärke hörbar. Bei niedriger Lautstärke nicht, also waren es keine Übernahmeverzerrungen wegen zu niedrigem Ruhestrom. Auch bei größerer Lautstärke waren sie weniger hörbar, also war es auch keine Übersteuerung.

Das Radio hat eine Endstufe in Brückenschaltung, also im Prinzip zwei Endstufen mit AD161/AD162, die gegenphasig arbeiten. Mit dem Oszilloskop war deutlich zu erkennen, dass das Signal an beiden Anschlüssen des Lautsprecherausgangs ab einer bestimmten Lautstärke verzerrt war: eine Halbwelle des Sinussignals war deutlich größer als die andere und sah etwas "eckig" aus.

Nach Abnehmen des Deckels kam sogleich das Aha-Erlebnis: In der Endstufe waren zwei AD162 von Siemens und zwei AD161 mit dem Herstellerlogo von Tungsram verbaut. Letztere hatte ich schon einmal gesehen: Vor Jahren wurden mir solche angeblichen AD161 angedreht, die aber keine AD161 waren, sondern irgendwelche Siliziumtransistoren im TO66-Gehäuse.

Genauso war es auch dieses Mal. Die Basis-Emitter- und Basis-Collector-Schwellspannungen lagen zwischen 0,6 und 0,7 V, also waren es zweifelsfrei Siliziumtransistoren, keine Germaniumtransistoren. Klar, dass diese im Komplementärbetrieb mit "echten" AD162 nicht richtig funktionieren.

An allen vier Endstufentransistoren war schon einmal gelötet worden. Also hat ein Reparateur vor mir, möglicherweise unwissend, die gefälschten Transistoren eingebaut.

Nach Einbau von "echten" AD161 waren die Verzerrungen beseitigt.

Es muss also einen Fälscher geben, der irgendwelche NPN-Siliziumtransistoren im TO66-Gehäuse umstempelt und als AD161 verkauft. Vielleicht gibt es das auch als AD162. Also, hütet Euch vor Transistoren mit folgendem Aufdruck:

Dateianhang:
AD161_gefälscht.JPG
AD161_gefälscht.JPG [ 42.85 KiB | 1250-mal betrachtet ]


Lutz


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 Betreff des Beitrags: Re: Gefälschte Transistoren
BeitragVerfasst: Do Apr 19, 2018 23:46 
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Hallo Lutz!

Was es nicht alles gibt, danke für den Hinweis!
Aber könnte es sich nicht evtl. um eine ab Werk falsch gestempelte Fehlcharge handeln, die irgendwie durch die Qualitätskontrolle gerutscht ist?

Viele Grüße
Max

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 Betreff des Beitrags: Re: Gefälschte Transistoren
BeitragVerfasst: Fr Apr 20, 2018 6:17 
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Zitat:
Aber könnte es sich nicht evtl. um eine ab Werk falsch gestempelte Fehlcharge handeln, die irgendwie durch die Qualitätskontrolle gerutscht ist?

Das ist mehr als schwer vorstellbar.
Ich habe in der Produktion von Halbleitern gearbeitet. Wenn man eine ungefähre Vorstellung davon hat kann man das einfach ausschließen.
Umgelabelte Halbleiter/IC etc sind absolut keine Seltenheit, gerade in der heutigen Zeit. Aber das ist früher auch schon so passiert. Das harmloseste war dann noch die Bezeichnung "Ersatztyp".

So man eine reinrassige Si oder Ge Endstufe hat mag das noch angehen, aber wenn Si und Ge einfach so gemischt werden hat man die oben beschriebenen Effekte.
Es ist halt so, daß Schaltung dafür ausgelegt sein muß oder eben angepaßt werden muß. Das ist schon manchmal wegen der Leiterplatten gar nicht oder nur sehr schwer möglich.

paulchen


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 Betreff des Beitrags: Re: Gefälschte Transistoren
BeitragVerfasst: Fr Apr 20, 2018 7:17 
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Moin moin,
selbiges ist mir vor Jahren passiert, ein Bekannter bat mich um die Reparatur seines Saba Receivers, dessen Endstufen defekt waren.
Es war eine Quasi Komplementär Endstufe mit AD149, ca. 20 Transistoren lagen im Receiver in einer Tüte, die besten sollte ich mit aussuchen, beim Ausmessen aber kam der Aha Effekt, keiner der Transen zeigte irgend einen Verstärkungseffekt, zuerst dachte ich an einen defekt meines (China) Testers, ein probeweise einlöten aber zeigte selbigen Effekt, ohne die beiden AD149 spielte das Gerät lauter und verzerrungsfreier als mit.
Zum Glück hatte ich vom "Matt" noch 4 Ersatztypen alter Produktion mit Werthaltigen Daten.
Die mitgegebenen waren also reine Schalttransen ( ...trotz Stempelung als AD149), eine Nachfrage ergab, diese wären günstig bei e....y erstanden worden

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M.f.G.
harry

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- Es ist keine Schande, nichts zu wissen, wohl aber, nichts lernen zu wollen.
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 Betreff des Beitrags: Re: Gefälschte Transistoren
BeitragVerfasst: Fr Apr 20, 2018 14:20 
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paulchen hat geschrieben:
Umgelabelte Halbleiter/IC etc sind absolut keine Seltenheit, gerade in der heutigen Zeit.


Das stimmt - insbesondere teure oder schwer zu findende Chips werden oft gefälscht.
Viele Chips werden in China aus defekten Geräten ausgebaut und dann umgelabelt, um sie gewinnbringend verkaufen zu können.
Ich habe hier z.B. ein IC mit 8 Beinen, das bei einem kleinen Verstärker-Kit dabei war. Das IC ist auf der Oberfläche merkwürdig glänzend; auf dem IC steht keine Typenbezeichnung oder ein Hersteller.
Vermutlich wird es ein kleiner OpAmp sein oder ein anderer kleiner Audio-Verstärker IC.

Auch bei USB-Sticks und Grafikkarten muss man gerade gut aufpassen: Auf eBay findet man bisweilen USB-Sticks mit viel Speicher zu spottbilligen Preisen. Meist sind das aber USB-Sticks mit 8 oder höchstens 16 GB, deren Firmware so umprogrammiert wurde, dass der Stick eben die beworbene Speicherkapazität anzeigt.
Man kann auch mehr Daten auf den Stick kopieren, als die Nennkapazität zulässt, aber die Daten werden dann nicht auf den Stick geschrieben und verschwinden im Nirwana.

Auch bei Grafikkarten gibt es aktuell verlockende Angebote, High-End Grafikkarten werden für Spottpreise auf eBay verkauft, meist aus China oder Hong Kong. Aber auch hier wurde die Firmware umprogrammiert, damit sich die Grafikkarte als eine andere Grafikkarte ausgibt - dem normalen PC-Schrauber fällt sowas auf den ersten Blick überhaupt nicht auf, da alle Daten augenscheinlich korrekt sind.
Beim Spielen möchte der installierte Treiber dann auf die vermeintlich vorhandenen Funktionen der Karte zugreifen und dann stürzt der Computer ab oder hängt sich auf.

Man muss in der heutigen Zeit sehr vorsichtig sein, gefühlt alles wird in irgendeiner Weise gefälscht und man muss wirklich aufpassen, nicht über den Tisch gezogen zu werden.

_________________
Gruß
Marvin
Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden. Mark Twain
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 Betreff des Beitrags: Re: Gefälschte Transistoren
BeitragVerfasst: Fr Apr 20, 2018 14:45 
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Das sehe ich auch so. China spielt dabei oft eine Rolle. Zum Beispiel gibt es dort den Halbleiterhersteller Inchange, dessen Transistoren mir schon mehrfach unangenehm aufgefallen sind: Entweder funktionierten sie gar nicht erst oder fielen nach kurzer Zeit wieder aus. Auch im Netz findet man viele negative Kommentare dazu.

Lutz


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 Betreff des Beitrags: Re: Gefälschte Transistoren
BeitragVerfasst: Fr Apr 20, 2018 16:18 
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Servus,
Volle Zustimmung! Aufpassen muss man auch mit gefälschten LM350, die zumeist umgelabelte LM317 sind, bzw. LM317 die bei einer Ue von 30V schon abfackeln. Gefälschte Ware auch bzgl. 2N3055 und das PNP Komplementär, keiner der Specs wird eingehalten. Skandalös auch LM338 , die keine sind.
Selbst grosse Distributoren sind da anscheinend nicht gegen gefeit.
Was Röhren betrifft, sind jede Menge fasche und umgelabelte russische 6N1p im Umlauf, die als ECC85 vermarktet werden. Sie sind aber keine ECC85, soweit mir bekannt, ist die Gesamtverlustleistung kleiner, die inneren Kapazitäten wesentlich grösser, Abschirmung und innerer Widerstand anders.
Bei HF Einsätzen, für die die ECC85 vorwiegend verwendet wird, reicht das bei Weitem aus, eine UKW Vorstufe lahm zu legen.
Also Augen auf beim Kauf von ECC85!

_________________
Gruss aus Trient,
Volker
http://luxkalif.de.tl/


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 Betreff des Beitrags: Re: Gefälschte Transistoren
BeitragVerfasst: Fr Apr 20, 2018 18:11 
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TheJukeboxMan hat geschrieben:
...
Auch bei USB-Sticks und Grafikkarten muss man gerade gut aufpassen: Auf eBay findet man bisweilen USB-Sticks mit viel Speicher zu spottbilligen Preisen. ...

Ich war beruflich einige Zeit in China. Da gab es auf diversen Märkten einige USB-Sticks mit Speichergrößen (z.B. 64GB), welche es noch gar nicht wirklich gab. Noch dazu zu spitzen Preisen. :lol:

Ich habe mir für ein paar Euro einen 8GB Sony-Memory-Stick-Pro-Duo gekauft.
Mir war bewusst, dass es vermutlich eine Fälschung war, aber er kostete nur ein paar Euro und ich wollte es wissen.

Der Stick ließ sich wunderbar formatieren, zeigte auch die richtige Größe am PC an, also kopierte ich ein paar Dateien drauf. Das schien zunächst auch zu funktionieren, also kopierte ich noch mehr Dateien drauf.

Das schien vorerst auch zu funktionieren, ABER die Dateien konnten nicht mehr gelesen werden.
Nach Suche im Internet fand ich gute Informationen genau zu diesem Produkt. Anhand der Fotos konnte ich nun fest stellen, dass es sich bei meinem Stick um eine Fälschung handelte (u.A. war z.B. der Sony-Schriftzug etwas anders gestaltet).

Da der Stick ja nicht wirklich verwendbar war, öffnete ich ihn und im inneren fand ich statt der versprochenen 8GB einen Speicherbaustein mit nur 32MB. :D

Dass es Fälschungen gibt war mir ja bewußt, aber dass da auch wirklich bezüglich der Speichergröße geschummelt wird kannte ich noch nicht.

Es gab dort übrigens auch "gefakte" Laptops von Straßenhändlern zu kaufen.
Es lief ungefähr so ab:
Du wirst angesprochen, ob du nicht etwa einen billigen Laptop kaufen willst.
Der Verkäufer zeigt Dir dann tatsächlich ein hochwertiges (aber veraltetes und wertloses) Markengerät.
Er versucht eine Stress-Situation aufzubauen, indem er immer wieder umher sieht und sagt, dass er auf die Polizei aufpassen müsse, weil er auf der Strasse nichts verkaufen darf.

Dann sagt er, der Laptop ist super, hat aktuelles Windows, was er dir auch zeigt und er geht sogar in die Systemsteuerung um Dir zu zeigen welcher Prozessor und welcher RAM verbaut ist.
Du musst Dich aber schnell entscheiden, weil er sonst evtl. von der Polizei erwischt wird.

Je nach Verhandlungsgeschick bekommst Du das Gerät dann um z.B. 200 Euro.
ABER: Das ist alles gefakt. In Wirklichkeit läuft z.B. Windows 95 drauf und die Hardware ist total veraltet.

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:mauge: Lebe lang und in Frieden :mauge:


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 Betreff des Beitrags: Re: Gefälschte Transistoren
BeitragVerfasst: Fr Apr 20, 2018 19:02 
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Jean Luc hat geschrieben:
Da der Stick ja nicht wirklich verwendbar war, öffnete ich ihn und im inneren fand ich statt der versprochenen 8GB einen Speicherbaustein mit nur 32MB.


Der Stick war dann aber vermutlich schon etwas älter, oder?
Aber da du ja wusstest, dass es vermutlich ein Fake ist, war es sicherlich interessant, das mal zu sehen und evtl. auch ein bisschen lustig :D . Danke für deine Erfahrungen!

Jean Luc hat geschrieben:
Du wirst angesprochen, ob du nicht etwa einen billigen Laptop kaufen willst.
Der Verkäufer zeigt Dir dann tatsächlich ein hochwertiges (aber veraltetes und wertloses) Markengerät.
Er versucht eine Stress-Situation aufzubauen, indem er immer wieder umher sieht und sagt, dass er auf die Polizei aufpassen müsse, weil er auf der Strasse nichts verkaufen darf.


Das ist natürlich schon sehr dreist, dass dort auch mit Laptops gehandelt wird, kannte ich so noch nicht.
Das Problem ist eben, dass viele nicht so technikaffine Leute das Gerät dann tatsächlich kaufen und nicht erkennen, dass sie gerade über den Tisch gezogen werden.
Wie du sagst, das Gerät sieht hochwertig aus und wirkt auf den ersten Blick auch sehr gut. Und der Preis von 200€ ist für ein günstiges Einsteigerlaptop noch gar nicht mal so schlecht, aber auch nicht so billig, dass man sich denken kann, dass es vermutlich ein Fake ist.
Das ist dann natürlich sehr ärgerlich... aber der Straßenhändler verschwindet vermutlich in wenigen Sekunden im Getümmel und die Erkenntnis kommt meist erst, wenn man das Gerät zuhause wirklich verwenden will.

Wenn man aktuell mal eine Suche auf eBay macht, dann findet man USB-Sticks mit 1 TB so um die 40-50 €.
Das sind eben meist Sticks mit 8 oder 16GB und umprogrammierter Firmware.

Sucht man auf eBay aktuell nach GTX 960 und sortiert die Ergebnisse nach dem Preis, dann findet man einige Produkte für um die 40€ aus Hong Kong oder China.
Meist ist das dann eine umprogrammierte GTS 450.
In Zeiten, in denen viele Grafikkarten nicht auf Lager sind oder aufgrund von Bitcoin nur zu astronomischen Preisen zu haben sind, ist das natürlich sehr lukrativ.

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Gruß
Marvin
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 Betreff des Beitrags: Re: Gefälschte Transistoren
BeitragVerfasst: Fr Apr 20, 2018 22:23 
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radio-volker hat geschrieben:
Was Röhren betrifft, sind jede Menge fasche und umgelabelte russische 6N1p im Umlauf, die als ECC85 vermarktet werden. Sie sind aber keine ECC85, soweit mir bekannt, ist die Gesamtverlustleistung kleiner, die inneren Kapazitäten wesentlich grösser, Abschirmung und innerer Widerstand anders.
Bei HF Einsätzen, für die die ECC85 vorwiegend verwendet wird, reicht das bei Weitem aus, eine UKW Vorstufe lahm zu legen.
Also Augen auf beim Kauf von ECC85!

Nicht nur 6N1p werden als ECC85 verkauft, auch PCC88. Die Anschlussbelegung passt, die Heizspannung auch ungefähr (sie wird dann um 18% unterheizt, was sicherlich nicht gut für die Lebensdauer ist, obwohl die Röhre - mit längerer Anheizzeit - zunächst funktioniert). Aber die übrigen Werte weichen stark ab. Wenn das UKW-Teil mit einer PCC88 überhaupt arbeitet, dann wahrscheinlich mit einer deutlichen Verstimmung.

Lutz


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 Betreff des Beitrags: Re: Gefälschte Transistoren
BeitragVerfasst: Sa Apr 21, 2018 7:31 
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@Jukeboxman:
Der Memory stick war damals für meine Playstation portable gedacht.
Diese waren damals im Vergleich zu anderen Speichermedien relativ teuer.

Ich habe es erlebt, als und ein "billiger" IBM Laptop angeboten wurde.
1. Ich kannte/kenne die Modelle nicht so genau um zu wissen, ob es sich um ein aktuelles handelt.
2. Das "Betriebssystem" war auf chinesisch, du weißt also nicht wirklich was für der Verkäufer da jetzt zeigt. Du siehst dann eine "Systemsteuerung" ,welche aber nicht echt ist.

Der Verkäufer verschwindet natürlich unmittelbar nach dem Verkauf.
Die Überraschung kommt dann, wenn du eine deutschsprachige original Windows Version installieren willst.
Da ich bei so etwas aber grundsätzlich skeptisch bin, und auch nichts kaufe was illegal sein könnte, blieb mir so etwas erspart.

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:mauge: Lebe lang und in Frieden :mauge:


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 Betreff des Beitrags: Re: Gefälschte Transistoren
BeitragVerfasst: Sa Apr 21, 2018 9:41 
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röhrenradiofreak hat geschrieben:
Nicht nur 6N1p werden als ECC85 verkauft, auch PCC88. Die Anschlussbelegung passt, die Heizspannung auch ungefähr (sie wird dann um 18% unterheizt, was sicherlich nicht gut für die Lebensdauer ist, obwohl die Röhre - mit längerer Anheizzeit - zunächst funktioniert). Aber die übrigen Werte weichen stark ab. Wenn das UKW-Teil mit einer PCC88 überhaupt arbeitet, dann wahrscheinlich mit einer deutlichen Verstimmung.
Lutz


Ich habe, als ich noch jung und dumm war, in ein paar Radios die PCC88 statt der ECC85 gesteckt. Das ging schon (die Verstimmung war vorhanden, aber in Grenzen, so sehr unterscheiden sich die Kapazitäten nicht) und ich hatte auch den Eindruck höherer Empfindlichkeit. Allerdings wird dennoch die Neutralisation nicht mehr stimmen und die Oszillatorstörstrahlung daher vielfach erhöht sein. Weiterhin besteht die Gefahr der Überlastung, da die PCC88 einerseits nur für 130V Ua zugelassen ist und zudem deutlich mehr Anodenstrom zieht. Mit einer von einem bekannten Elektronikversand erworbenen ECC85 die offensichtlich ein 6N1P war, ging hingegen garnix.

Leider hatte ich damals noch keine der notwendigen Messmittel und würde es auch heute nicht mehr tun.

Gruß,
Christian


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 Betreff des Beitrags: Re: Gefälschte Transistoren
BeitragVerfasst: Sa Apr 21, 2018 15:57 
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Ob und wie gut eine PCC88 in einem UKW-Teil funktioniert, hängt sicher von dessen Schaltung ab. So ist das bei den AD161, mit denen ich dieses Thema begann, auch. Da ich die Transistoren nicht zurückgeben konnte, habe ich vor längerer Zeit ein wenig damit experimentiert: in manchen Endstufen funktionieren sie offensichtlich ganz normal, in anderen muss man Anpassungen vornehmen (Erhöhung der Basisvorspannung), und in wieder anderen kriegt man damit keine zufriedenstellende Funktion hin.

Lutz


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