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Dampfradioforum • Thema anzeigen - Restauration Philips Stroboskop PR9103

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BeitragVerfasst: Sa Nov 03, 2018 17:51 
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Beiträge: 148
Kenntnisstand: Elektrotechnischer Beruf/ Studium
Hallo zusammen,

kürzlich habe ich die Restauration eines Philips-Stroboskops abgeschlossen, welches ich relativ preiswert auf Ebay geschossen habe. Das Gerät arbeitet komplett auf Röhrenbasis. Man kann damit Drehzahlen messen und sich wiederholende Bewegungen stroboskopisch "einfrieren" bzw. in Zeitlupe ablaufen lassen.

Die Infos, dich ich zu dem Gerät im Netz gefunden habe, legen alle nahe, dass es ursprünglich mit einer Blitzlampe auf Glimmlampenbasis gefertigt wurde. Mein Gerät hat hingegen eine Blitzlampe auf (augenscheinlich) Xenon-Basis. Die Blitzhelligkeit ist nicht sehr stark, aber vermutlich besser als die der Glimmlampenversion (und die Farbwiedergabe dürfte ebenfalls deutlich besser sein). Falls das Ganze nachträglich umgebaut wurde, wurde es sehr professionell gemacht, sieht aus wie ab Werk.

Die Blitzhelligkeit ist abhängig von der Blitzfrequenz (15 bis 240 Hz in zwei Bereichen). Je höher die Blitzfrequenz, desto weniger hell die Entladung. Die Eichung erfolgt über ein kleines Federblättchen, welches über magnetisch angeregt wird durch eine Spule die durch den Netztrafo mit Netzfrequenz gespeist wird. So schwingt das Plättchen mit relativ genauen (netzfrequenzabhängig) 100 Hz. Mit zwei Potis eicht man das Gerät bei Inbetriebnahme zunächst durch Anblitzen des schwingenden Blättchens auf den Positionen 200 Hz (Doppelbild) und 100 Hz (Einfachbild). Mit den beiden Eich-Potis stellt man dabei quasi Offset und Spreizung der Blitzfrequenz gegenüber der Skala ein.

Das vorliegende Gerät kam offenbar aus einer Art Kfz- oder Maschinenwerkstatt, denn es war durch und durch verölt. Ölnasen und ölgebundener, schwarzer Staub überall. Die Kabeldurchführungsgummis an den Chassis-Bohrungen waren teilsweise durch Öleinwirkung "geschmolzen", unters Chassis gelaufen und dort über diverse Teile und den Stufendrehschalter für die Betriebsartwahl.
Der Ledertragegriff war angefleddert und mit stinkendem Öl durchtränkt.
Die Zuleitung fehlte.

Vorteilig an der Verölung: beste nur denkbare Konservierung des darunterliegenden Chassis!

Die Restaurationsschritte im Folgenden.


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BeitragVerfasst: Sa Nov 03, 2018 18:15 
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Zu Beginn habe ich zunächst mal das Gerät komplett zerlegt und gereinigt (inklusive Demontage Skala und Frontplatte). Fürs Gehäuse kam Bref zum Einsatz (Vorsicht, nicht zu lange, löst den Lack an). Das Chassis habe ich vorsichtig mit Bremsenreiniger (Küchentuch und Wattestäbchen) gereinigt. Darunter glänzte alles wie neu.

Vorsicht bei der Demontage des Skalen-Potis und dessen Anzeigenadel: die Nadel sitzt auf einem zylindrischen Metallstück, welches auf der Poti-Achse sitzt, und zwar hinter der Skala. Die Nadel ragt nach einem 90-Grad-Knick vorne über die Skala. Beim Entfernen kann es leicht passieren dass hier die Nadel abbricht bzw. verbiegt wenn man Poti (und Nadelträger) nach hinten aus der Skala rauszieht!

Eine weitere Falle lauert beim 100Hz-Schwingblättchen. Dieses ist gerade an der Vorderseite derart dünn und fragil, dass es hier mehr Foliencharakter hat und durch ein Hängenbleiben (beim Reinigen der Front des Chassis) mit einem Tuch ruckzuck abrasiert ist. In meinem Fall zum Glück nur verknickt und etwas roter Lack ab - keine Beeinträchtigung der Funktion, aber dennoch ärgerlich.

Das Gerät enthielt einen Teer-Kondensator 10nF/630V und drei Elkos:
  • C3: 8uF/350V, ersetzt durch 10 uF/350V
  • C13: 100uF/25V
  • ausserdem einen 25uF/25V, der im Schaltbild einen anderen Wert hat. Konnte daher nicht mehr nachvollziehen an welcher Stelle der genau saß. Vermutlich C12 (laut Schaltbild 2uF)

Ausserdem verbaut ist ein Doppel-Becherelko, der allerdings noch passable Werte hatte, ausserdem einige ungepolte (MP-?)Kondensatoren in Axialbauweise, welche man auf den ersten Blick mit Elkos verwechseln kann.
Danke an dieser Stelle an Matt für die Hilfe beim Ausmessen! :danke:

Verbaut sind ausserdem zwei Blockkondensatoren mit verlötetem Gehäuse und Glasdurchführung für die Kontakte. Vorsicht, laut Matts fachkundiger Meinung handelt es sich sehr wahrscheinlich um PCB enthaltende Kondensatoren! Diese hier waren allerdings (Geruchstest) noch dicht und elektrisch tadellos, verbleiben daher vorerst im Gerät.

Beim Zusammenbau muss man etwas darauf achten, dass der Drehknopf nicht auf dem Plastik der Skala aufliegt, sonst geht die Verstellung nur kratzig. Mit etwas Abstand läuft diese butterweich.

Den ranzigen Tragegriff habe ich zunächst versucht mit Spiritus auszuwaschen (durch Einlegen über Nacht). Das war keine gute Idee, denn nach Trocknen zerbröselte dieser. Also liess ich für satte 40 Euro einen im Lederwarengeschäft nachfertigen, welcher allerdings hervorragend geworden ist und vom Original ohne direkten Vergleich kaum zu unterscheiden ist.

Als Anschlusskabel passen die Heissgerätekabel alter Version (breite Keramikstecker, bekannt als Bügeleisen- oder Waffeleisenstecker). Damit das Gerät nicht so tief aufträgt habe ich hier einen schönen Bakelit-Winkelstecker gekauft. Zusammen mit einem dem original ähnlichen Bakelit-Schukostecker sieht das Ganze nun wieder einigermassen passabel aus.

Leider läppern sich die "Kleinigkeiten" wie Tragegriff, neues Anschlusskabel etc ganz schön, so dass es sich auf jeden Fall lohnt beim Kauf darauf zu achten dass diese Dinge beim Gerät dabei sind.

Viele Grüße,
Marc


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BeitragVerfasst: Sa Nov 03, 2018 18:36 
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Schönes Gerät. Wenn es einen Triggereingang hätte, könnte man damit den Zündzeitpunkt vom Auto anblitzen.

MfG
Munzel


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BeitragVerfasst: Sa Nov 03, 2018 23:29 
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Es hat tatsächlich einen Triggereingang an der Rückseite (2 Bananensteckerbuchsen).

Die Triggerung kann durch Kurzschliessen der Buchsenkontakte erfolgen (ohne Spannungsbeaufschlagung), oder durch einen externes Signal (Sinus- oder Impulsförmig). Beim Sinus bewegen sich die nötigen V_eff-Werte im Bereich 0,5 bis 2V (frequenzabhängig), bei Pulsen ist der Spannungsbereich etwas anders, aber in ähnlichen Größenordnungen.

Das klingt danach als wäre bei aktiver Signalbeaufschlagung das Einstellen etwas kniffelig, um dann in etwa in den tolerierten Bereich zu kommen. In der Praxis hat man hier vermutlich mit vorgeschalteten Potis (einstellbare Spannungsteiler) oder Impulsformern gearbeitet.


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