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Dampfradioforum • Thema anzeigen - Trenntrafo ja oder nein? RFT TRT 250/6

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BeitragVerfasst: Di Mai 16, 2023 20:06 
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Schönen guten Abend zusammen,

Ich habe heute diesen Stelltrafo bekommen und bin davon ausgegangen, dass es ein Trennstelltrafo ist, das Gerät macht mich aber etwas stutzig.

Es handelt sich um eine RFT TRT250/6 also 0-250V Regelbar mit 6A Ausgangsstrom.

Hier ein Link zum radiomuseum, mein Modell dürfte exakt das dort gezeigte sein.

Was mich aber stutzig macht: Der PE ist auch auf der Sekundärseite vorhanden und hat auch Verbindung mit dem PE der Primärseite. Das dürfte ja bei einem Trenntrafo eigentlich nicht sein, oder stehe ich völlig auf dem Schlauch?

Vorn ist das Gerät beschriftet mit „Isolierstelltrafo“, ist das gleichzusetzen, mit Trenntrafo?

Die Bezeichnung des Gerätes ist TRT, was für TrennRegelTrafo steht. Auch auf radiomuseum ist das Gerät als Trennregeltrafo eingetragen, aber auch mit Schutzleiterkontakt an den Ausgangssteckdosen.

Weiß jemand eventuell mehr / kennt das Gerät?

Hier der Link zu meinen Fotos: https://imgur.com/a/xFo5z8K

Diese hier einzustellen ist leider immer sehr aufwändig, wegen der Vorschriften zur Formatierung und zum Speicherplatz.

Viele Grüße, Jakob


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BeitragVerfasst: Mi Mai 17, 2023 5:58 
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Moin Jakob,
dein TRT ist ein echter Trenn Regel Trafo mit einem Nachteil und das ist der Schutzleiteranschluss, der und das meiner bescheidenen Meinung nach, nach heutiger Norm, an der Ausgangssteckdose und auch nur dort, getrennt werden sollte, um den Vorteil der Erdgetrennten Ausgangsspannung zu erhalten.

_________________
M. f. G.
fritz


- Es ist keine Schande, nichts zu wissen, wohl aber, nichts lernen zu wollen :wink:


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BeitragVerfasst: Mi Mai 17, 2023 8:38 
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Also würdest du vorschlagen, den Schutzleiter selbst an den Ausgangssteckdosen zu trennen?

Ich versteh aber garnicht, warum er überhaupt vorhanden ist. Die Schutztrennung ist doch vollständig aufgehoben, wenn dieser auch an der Ausgangssteckdose angeschlossen ist.

Grüße,
Jakob


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BeitragVerfasst: Mi Mai 17, 2023 9:08 
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Registriert: Do Okt 05, 2017 19:39
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Hallo,

das Thema gabs schon öfters und wurde schon recht hitzig diskutiert.

Ich sehe es so, daß bei der Anwendung von Trenntrafos 2 Themen vermischt werden, die eigentlich klar unterschieden werden müssen:

1) Betrieb von Geräten... mit Schutztrennung nach DIN VDE (dauerhafte Trennung aller äußeren Potentiale, auch des Erdpotentials)

2) Anwendung des Trenntrafos am Reparaturplatz (z.B. mit nicht-netzgetrennten Geräten, die zur Reparatur kommen) reine Netztrennung

Die Philosophie der Schutztrennung nach 1) ist die, daß jegliches Potential, auch das Erdpotential, vom Ort der Anwendung ferngehalten werden muß. Es kann auch im Erdungssystem zu Potentialdifferenzen kommen, was bei erschwerten Bedingungen auch zu Gefährdung führen kann.
Deshalb haben Sekundärkreis-Steckdosen an Trenntrafos normalerweise keinen Schutzkontakt (neuere Geräte, nur eine Steckdose..) aber auf jeden Fall keine Verbindung zum Schutzleiter des Netzes.

Mit Schutztrennung wirkt der einfache Erdschluß, also auch die direkte Berühung, eines beliebigen Leiters, (Außen- und Neutralleiter, die sekundärseitig gleichberechtigt sind) nicht berührungsgefährlich gegen Erde ! Man kann also sekundärseitig "die Phase anfassen" und es fließt im schlimmsten Fall, daß man niederohmig mit Erde verbunden ist nur der unvermeidbare kapazitive Strom zwischen prim und sek.-Seite des Trenntrafos (<1mA, eher nur einige 10µA, Phasenprüfer leuchtet aber ! )

Es gibt nun die Forderung, daß nur ein Gerät.. angeschlossen werden darf, allerdings mit dem Zusatz, daß bei 2 oder mehreren Geräten die Schutzleiter untereinander verbunden, jedoch nicht mit dem Netzschutzleiter verbunden sein dürfen (VDE). Das dürfte auch bei Trenntrafos mit 2 Steckdosen der Fall sein, bitte prüfen ! Bei meinem Trenntrafo sind nur die beiden Schutzleiter untereinander, aber nicht mit dem netzseitigen Schutzleiter verbunden...

(Hintergrund: Ein Gerät hat Erdschluß auf L, das andere auf N, zwischen beiden Geräten liegen niederohmige 230V trotz Schutztrennung, das passiert nicht, wenn man den --> Potentialausgleich durchführt...

Nun aber die zweite Baustelle, der Reparaturplatz:
Hier greifen nicht alle Vorgaben der "Schutztrennung" (natürlich hat die Sekundärspannung ansich Schutzgüte... mit 3kV~ Prüfspannung etc.) !! Angenommen, es wird ein Allstromgerät repariert, das Chassis liegt an einem Pol des noch getrennten Sekundär-"Netzes". Sobald ein Meßgerät mit Schutzleiter mit seiner Masse an die Geräte-Masse angeschlossen wird, liegen nun aber wiederum alle gefährlichen Spannungen gegen Erde an ! Damit ist die Schutztrennung augenblicklich aufgehoben !! ... Am Reparaturplatz ist das Erdpotential an vielen Punkten vorhanden, da viele geräte einen Schutzleiter haben...

Der Trenntrafo am Reparaturplatz soll also praktisch NUR verhindern, daß der Außenleiter des Netzes mit seiner Berührungsgefahr gegen Erde am Chassis eines Gerätes anliegt (das wird durch die Schutz- äh.., nein, --> Netztrennung erreicht)

Wenn man keine weitere Gerätemasse an das Reparaturgerät anschließt, ist die gefährliche Spannung im Inneren nicht niederohmig gegen Erde wirksam, das ist NUR IN DEM FALL ein zusätzlicher Schutz, der (ich wiederhole mich) SOFORT aufgehoben ist, wenn die Masse eines Oszis...Generators... an das Chassis eines nicht-netzgetrennten Gerätes geklemmt wird ! Sofort liegen alle gefährlichen Spannungen im Gerät gegen Chassis auch gegen Erde an (auch die Netzspannung 230V~), als würde der Trenntrafo garnicht existieren !!
Klartextzusammenfassung: Die Aufhebung der Schutztrennung ist also im Prozess der Fehlersuche.. unvermeidbar und bestimmungsgemäß.
(Zudem ist der FI in der netzseitigen Zuleitung...Stromkreis zum Trenntrafo UNWIRKSAM... bitte aufzeichnen, nachvollziehen...)

Jeder, der an einem Reparaturplatz mit Trenntrafo arbeitet, sollte diese Zusammenhänge kennen!

Es ist also nicht schlimm, wenn der Trenntrafo am Reparaturplatz eine Steckdose mit Schutzkontakt hat, denn der Schutzkontakt wird auch über die Masse der Meßgeräte an den Platz und an das Gerät geführt ! (Für die Schutzmaßnahme "Schutztrennung" ist ein Trenntrafo mit erdverbundenem Schutzleiter aber nicht geeignet! Man kann ihn aber abgeklemmen und dann ist es normenkonform im Sinn "Schutztrennung")

Die Anmerkungen im radiomuseum... u.a. anderen Stellen zur Gefährlichkeit der 2 Steckdosen am DDR-Trenntrafo und des Anschlusses des Schutzkontaktes kann man also getrost vergessen, ich weiß, daß sehr namhafte Leute die dort getroffenen Aussagen vetreten, allerdings wird die starkstromtechnische Seite m.A.n. eben falsch interpretiert.

Mein Vorschlag: Die beiden Schutzkontakte der Steckdosen des Sekundärkreises verbinden, aber NICHT mit dem Netzschutzleiter verbinden, dann ist die Anwendung des Trenntrafos nicht nur am Reparaturplatz (wo es egal ist !) sicher, sondern auch dann, wenn die Schutzmaßnahme "Schutztrennung", also auch ohne Heranführen des Erdpotentials, zu Anwendung kommen soll.
Der Trenntrafo mit den 2 Steckdosen wäre dann auch normkonform, denn man kann das mit den 2 Geräten und Potentialausgleich (erdfrei) in der entspr. VDE nachlesen...

Gruß Ingo

Zitat:
Ich versteh aber garnicht, warum er überhaupt vorhanden ist. Die Schutztrennung ist doch vollständig aufgehoben, wenn dieser auch an der Ausgangssteckdose angeschlossen ist.


Die Schutztrennung selbst ist damit noch nicht aufgehoben, denn es wird keiner der Leiter des Sekundärstromkreises geerdet ! Der Fehler im Sinn der Schutztrennung ist die Weiterleitung des Erdpotentials, wodurch die Schutzmaßnahme im Sinn der obigen Beschreibung unterlaufen und damit formell unwirksam gemacht wird. ... Wenn Du es so gemeint hast, stimmt Deine Anmerkung also. man sollte aber den feinen Unterschied beachten


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BeitragVerfasst: Mi Mai 17, 2023 14:46 
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Vielen Dank Ingo, für deine sehr ausführliche Antwort! Die hat alle Fragen beantwortet!

Dann werde ich mich mal dran machen, den durchgeschleiften PE zu kappen.

Grüße, Jakob


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