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Dampfradioforum • Thema anzeigen - Probleme mit einer zweistufigen Vorstufe für die 6S19P

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BeitragVerfasst: So Mai 02, 2021 16:21 
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Hallo,

ich bin gerade am Testen für einen neuen Verstärker.
Letztendlich möchte ich als Endröhre eine 6S19P Triode ansteuern. Da die ~ 70 Volt Signal braucht, muss ich eine zweistufige Vorstufe bauen. Das habe ich auch schon gemacht, sie sieht in etwas so aus, beide Stufen sollen verstärken, damit ich auch noch Luft für eine Gegenkopplung habe.

Dateianhang:
img006-33.jpg
img006-33.jpg [ 83.96 KiB | 345-mal betrachtet ]


Gleichspannungsmäßig funktioniert alles prima, sowohl bei der ECC83, als auch bei der ECC82.
Trenne ich die Verbindung zwischen ECC83 und ECC82 am Punkt A und speise an das Gitter der ECC82 mit dem Sinusgenerator ca. 14 V ss. ein, kann ich die 6S19P bis 3 Watt sauberen Sinus aussteuern. 14 V ss. zu erzeugen sollte normalerweise für die ECC83 ja kein Problem sein, aber:

Zuerst habe ich die ECC83 in Datenblattkonfiguration für 350 V mit Ra = 220 k und Rk = 1,5 k betrieben. Messe ich dann bei Punkt A mit dem Oszi, dann beginnt es bei ca. 10 V ss. die obere Halbwelle abzuschneiden. Das setzt sich natürlich nach hinten weiter fort, die Ausgangsleistung geht in die Knie.

Ich habe den Koppelkondensator zwischen ECC83 und ECC82 geändert, das hilft nichts.

Dann habe ich die Beschaltung der ECC83 auf die Datenblattkonfiguration für 350 V mit Ra = 100 k und Rk = 1,0 k geändert. Jetzt lässt sich die ECC83 weiter aussteuern, bis ca. 12 V ss. Was natürlich auch die Ausgangsleitung erhöht, aber immer noch nicht ausreicht.

Das Ganze wurde ohne eine Gegenkopplung gemessen.

Irgendwo muss doch da ein Strom zwischen ECC83 und ECC82 fließen? Das verringern des Anodenwiderstands führt dazu, dass die ECC83 mehr Strom liefern kann und daher lässt sie sich weiter aussteuern. Aber warum fließt hier ein Strom? Ich stehe auf dem Schlauch?
Bevor ich jetzt weiter experimentiere, den Anodenwiderstand noch verkleinere oder auch eine andere Röhre verwende, wollte ich mich da mal schlaumachen.

Kann mir da jemand auf die Sprünge helfen?

Viele Grüße
Frank

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BeitragVerfasst: So Mai 02, 2021 16:44 
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Hallo Frank,

mit der 6С19П hast Du eine Röhre ausgewählt, die eigentlich als Serienregelröhre entwickelt wurde. Bestimmt hast Du im Datenblatt schon gemerkt, dass für diese Röhren kein µ angegeben wird. Dies ergibt sich, da das Gitter "irgendwo" zwischen Kathode und Anode platziert wird, um nicht der kräftig geheizten Kathode zu nah zu liegen (wegen Gitteremission). Meistens liegt das µ so um zwei.

Mit einer Triodenstufe erreichst Du eine maximale Ausgangsspannung ungefähr von 20% der Betriebsspannung; versorgst Du Endröhren mit gleicher Betriebsspannung wie die Vorröhren, so muss die Endröhre mindestens ein µ von fünf habe.

Folglich müsstest Du entweder eine mehrfach höhere Betriebsspannung für die Vorstufe wählen oder einen Aufwärtsübertrager vor die Endröhre schalten.

Nebenbei, der gebypasste 39 kΩ-Widerstand in Deiner Schaltung verbrät sinnlos 115 Volt... - wozu dient er?

Gruß Andreas


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BeitragVerfasst: So Mai 02, 2021 18:18 
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Hallo Andreas,

der gebypasste 39 k Widerstand sollte zum hochlegen der Kathode dienen, damit ich die Stufen auch gleichspannungsmäßig koppeln kann. Ich wollte erst alles gleichspannungsmäßig getrennt aufbauen und dann später verbinden. Das ist aber eigentlich Blödsinn, ich verliere ja jede Menge an Spannung für die ECC82 wenn die Kathode auf 115 V liegt.
Jetzt ist mir wahrscheinlich auch die Lösung zu meinem Problem eingefallen. Mit dem Sinusgenrator (50 Ohm) kann ich die ECC82 problemlos in den Gitterstrom fahren, das schafft die ECC83 natürlich nicht. Ich muss mir einen sinnvolleren Arbeitspunkt für die ECC82 suchen, ohne hochgelegte Kathode, die beiden Stufen nicht gleichspannungsgekoppelt.

Die 6S19P soll übrigens mit Ua = 200 V laufen. Die Vorstufe bekommt aus einer extra Wicklung des Trafos ein eigenes Netzteil.

Viele Grüße
Frank

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Zuletzt geändert von captain.confusion am So Mai 02, 2021 19:55, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: So Mai 02, 2021 19:36 
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Hallo Frank,
ja das sieht wie eine direkt gekoppelte Stufe aus. Da die Endröhre nicht viel Verstärkung hat (wie Andreas schon schrieb) geht das hier schlecht. Also den unteren 39k entfernen und dafür an der Anode 68k, damit sollte auch die Ausgangsspannung größer werden.

Gruß Alfred


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BeitragVerfasst: So Mai 02, 2021 20:16 
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Hallo,

ich habe mal etwas mit dem Loadline Simulator rumprobiert. Viel Auswahl hat man nicht, es gibt nur ein paar Röhren, die man als Treiber nehmen könnte.

Neben der ECC82 macht die 6N1P auch ein gutes Bild, schaut Euch mal das Klirrspektrum an. Die 6N1P hat nur einen etwas erhöhten h3 Anteil.

Dateianhang:
ECC82.JPG
ECC82.JPG [ 91.51 KiB | 301-mal betrachtet ]


Dateianhang:
6N1P.JPG
6N1P.JPG [ 93.14 KiB | 301-mal betrachtet ]



ECC81 und ECC85 sind zu unlinear, ECC88 geht nicht weil die Anodenspannung den Grenzwert überschreiten würde. 6N3P bietet keine Vorteile gegenüber der ECC82.

Viele Grüße
Frank

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BeitragVerfasst: Mo Mai 03, 2021 2:07 
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Hallo Frank,
captain.confusion hat geschrieben:
Kann mir da jemand auf die Sprünge helfen?

hast Du diesen Thread "https://www.wumpus-gollum-forum.de/forum/thread.php?board=58&thread=313" schon gesehen?

Gruß

Heinz


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BeitragVerfasst: Mo Mai 03, 2021 9:26 
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Hallo Heinz,

hier geht es um einen Gegentakter. Den gibt es doch schon fertig: http://www.jogis-roehrenbude.de/Leserbr ... e-6S19.htm

Ich könnte im Prinzip die Vorstufe auch für eine Eintakt-Version übernehmen. Ich möchte die Vorstufe aber einfacher gestalten.
Mal schauen, ich komme die Tage sicherlich zum Testen mit einer neuen Beschaltung der ECC82 oder der 6N1P.

Viele Grüße
Frank

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BeitragVerfasst: Mo Mai 03, 2021 10:04 
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Hallo,

das was Du willst, läßt sich mit ECC83 erschlagen. Damit bekommt man auch große Ausgangspegel zustande, natürlich nur, wenn man den Aussteuerungsbereich nicht künstlich einengt, wie Du es machst. Wenn es den Sinus oben abschneidet, gibt es zwei Gründe: Anodenspannung am Ende oder die nachfolgende Stufe wird übersteuert und zieht Gitterstrom
Anodenspannung möglichst noch höher, die Anodenwiderstände auch.
Schau mal hier, in dieser Schaltung: http://666kb.com/i/d0r8zsou44k8q2fqh.jpg muß die ECC83 mehr als 150Vss abgeben. Die Versorgungsspannung liegt bei ca. 400V.


MfG
Munzel


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BeitragVerfasst: Mo Mai 03, 2021 18:54 
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Hallo Munzel,

uih, die gezeigte Schaltung ist mal interssant, eine EL84 als Phasenwender, welche mit 150 Vss. befeuert wird.

Ich möchte für die zweite Stufe eine Triode mit niedrigem Innenwiderstand nehmen, also eine ECC82 oder 6N1P. Es schließt sich ja eine Leistungstriode an, und soll ja der Ausgangswiderstand der Treiberstufe möglichst klein sein.
Schafft man das auch mit einer ECC83? Ist meine Sorge dahingehend vielleicht übertrieben?

Viele Grüße
Frank

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BeitragVerfasst: Mo Mai 03, 2021 19:48 
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captain.confusion hat geschrieben:
Ich möchte für die zweite Stufe eine Triode mit niedrigem Innenwiderstand nehmen, also eine ECC82 oder 6N1P. Es schließt sich ja eine Leistungstriode an, und soll ja der Ausgangswiderstand der Treiberstufe möglichst klein sein.
Schafft man das auch mit einer ECC83? Ist meine Sorge dahingehend vielleicht übertrieben?

Eine Stufe mit niedrigem Innenwiderstand ist eigentlich unnötig, wenn man nicht den Bereich der leistungslosen Steuerung verläßt.
Die dynamische Eingangskapazität der Endtriode wächst aufgrund des sehr mäßigen Verstärkungsfaktors auch nicht über alle Maßen an, so daß auch keine Benachteiligung hoher Frequenzen zu erwarten ist. 300B und ähnliche Röhren wurden gern mit Pentoden angesteuert.


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