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Dampfradioforum • Thema anzeigen - Philips BX 200 U - Eine etwas ungewöhnliche Reparatur

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BeitragVerfasst: Fr Aug 17, 2012 19:44 
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Hallo

Dieses hübsche Philips BX 200 U kam als Auftragsreparatur zu mir:

Dateianhang:
BX200U_vornoben.jpg
BX200U_vornoben.jpg [ 44.86 KiB | 1129-mal betrachtet ]


Schnell war klar, dass da einige technische Vorgeschichte bestand - einen Spannungswähler gibt es keinen mehr; über UL41 und UY41 war ein riesiger grüner Lastwiderstand mit Schelle für variable Einstellung montiert. Auch unter dem Chassis wurde schnell klar, dass da vieles nicht mehr Original war - so ging u.A. vom 2. ZF-Filter eine uralte Diode zur UBC41.

Mit Hilfe der Servicedokumentation war schnell mal klar, dass die ganze Anoden-Spannungsversorgung umgebaut war. Der Heizkreis war insofern abgeändert, dass die Skalenlampe über einen zusätzlichen Widerstand angeschlossen war. Alles in Allem sah es zuerst nach einer fachmännischen und vor langer Zeit ausgeführten Arbeit aus, nach der das Gerät wohl weiter im Gebrauch war.

Die Prüfung der Papier-Kondensatoren zeigte, dass diese nicht im Gerät verbleiben konnten. Der Ausgangsübertrager wurde kontrolliert und für gut befunden, dann ein Testlauf gemacht. Nach langer Anheizzeit (die normal ist) - nichts ausser leichte Geräusche aus dem Lautsprecher beim Umschalten der Wellenbereiche. Oszillatorschwingung war stark nachweisbar. Spannungsmessungen zeigten in etwa korrekte Heizspannungen an den einzelnen Röhren aber viel zu niedrige Anodenspannung. Ursache war nun aber nicht eine schlappe UY oder der Doppelelko sondern ein völlig falscher Wert des riesigen Lastwiderstandes. Trotz Einstellbarkeit konnte dieser nicht richtig eingestellt werden und im Gerät verbleiben - das passte mechanisch nicht! Also mit passendem "modernen" Widerstand ersetzt. Danach gute NF, aber kaum Empfang ausser gaaaaanz schwache 1-2 Sender auf KW.

Die "historische" Diode war tot, so dass ich auf UBC41 rückverdrahtete und eine gebrauchte UBC41 aus meinem Bestand einsetzte - die im Gerät befindliche musste ja wohl (teil-) defekt sein. Danach: guter Empfang (es war spätabends) auf allen 3 Wellenbereichen. Aaaber: Brumm, lautstärkeunabhängig. Mit Ersatz des Doppelelkos nachgewiesen nicht von dort stammender Brumm. Spätere, zusätzliche Erkenntnis: Lautstärke lässt sich nur wenig verändern - Poti reagiert eher wie ein Klangregler....... :shock:

Gemäss Lageplan sah die Verkabelung um das Poti OK aus - die Widerstände und Kondensatoren im NF-Teil, deren Lage / Anschlüsse wurden geprüft - OK. Poti : Verkabelung gemäss Lageplan OK, gemäss (Original Philips) Poti im Gerät gmessen falsch (Anzapfung und Masse vertauscht). Nach Schaltplan geändert. Kaum Veränderung! Inzwischen war es zu spät um weiter zu machen - Schlafen war angesagt.

Am nächsten Abend: Feststellung, dass der Brumm zwar noch da war, die Lautstärke aber regelbar war. Misstrauisch die UBC41 getauscht gegen ein neues Exemplar: Bingo! Das Fazit: zwei defekte UBC41 - die im Gerät vorgefundene und meine aus der Grabbelkiste. Also einer der seltenen Fälle einer defekten (nicht verbrauchten) Röhre.

Nachfolgend zwei Bilder vom fertigen Gerät:

Dateianhang:
BX200U_innen.jpg
BX200U_innen.jpg [ 48.68 KiB | 1129-mal betrachtet ]


Dateianhang:
BX200U_Chassisunterseite.jpg
BX200U_Chassisunterseite.jpg [ 56.74 KiB | 1129-mal betrachtet ]


Und nachfolgend ein Bild, wie ein orignales BX 200 U Chassis aussieht:

Dateianhang:
BX200U_Chassisunterseite_ori.jpg
BX200U_Chassisunterseite_ori.jpg [ 65.37 KiB | 1129-mal betrachtet ]


Ich hoffe mit dem langen Beitrag nicht zu langweilen oder nerven. Aber dieses Gerät (aus einem Radio-/TV-Geschäft) hat doch seltsame Probleme aufgeworfen.

Gruss, Walter


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BeitragVerfasst: Fr Aug 17, 2012 20:18 
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Nicht genervt sondern interessiert gelesen! Danke für dieses Reparaturprotokoll!

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mit besten Grüßen


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BeitragVerfasst: So Aug 19, 2012 12:15 
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Hallo Walter,

ist der Farbton des Gehäuse original? Ich kenne es nur in cremeweis mit meist verblättertem Lack.

_________________
Gruß,
Jupp
------------------------------
Der Sammler "an sich" wird einfach nie ethisch oder moralisch sein. Liegt in der Sache der Natur... Sonst wären wir ja keine "Sammler & Jäger", sondern biedere Heimchen (Marek)


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BeitragVerfasst: Mo Aug 20, 2012 8:05 
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Registriert: Do Dez 06, 2007 18:56
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Hallo Jupp

Ja, das ist Original - ich besitze ein zweites, gleiches Gerät welches auch diese Farbe hat.

Gruss, Walter


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