Technics Receiver will nicht

Fragen, Berichte und Tipps zu Reparatur und Technik für frühe Transistorgeräte bis in die 1970er Jahre.
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holger66
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Technics Receiver will nicht

Beitrag von holger66 »

Hallo Forum,

es gibt ein Problem mit diesem Technics-Receiver hier:

https://www.hifi-wiki.de/index.php/Technics_SA-313

Er spielte eine ganze Weile mit Plattenspieler und meinen Heco-Übungsboxen problemos. Dann plötzlich ein lauter Knacks von der Platte und der Receiver war still. Auch was den Kopfhörer-Ausgang betraf, es kam gar nichts mehr.

Die Verkabelung ist in Ordnung, daran lag es nicht, auch der Tuner funktioniert weiter, die elektromechanische Lautstärkeregelung geht (zwei Tipptasten bedienen einen Motor, der das Poti dreht !) - soweit alles gut.

Nach ein bißchen Probieren und Einschaltversuchen zeigt sich folgendes: nach dem Einschalten dauert es ca 3 Sekunden, bis das Relais anzieht, dann ist für etwa ein Zehntelsekunde Signal an den Ausgängen, dann fällt das Relais wieder ab und es ist Stille.

Das ist ein 1000-Mark-Receiver, ich will den nicht entwerten, allerdings ist er innen recht verbaut, dafür sehr schwer. Die Serviceunterlage gibt es bei elektrotanya. Wenn die Fehlerbehebung nicht trivial sein sollte, würde ich den bei Selbstabholung verschenken, ich bekam ihn selbst geschenkt.

Hat jemand eine Idee ?

Viele Grüße
Holger
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paulchen
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Re: Technics Receiver will nicht

Beitrag von paulchen »

Da hier scheinbar die Schutzschaltung reagiert, wäre meine erste Messung ob sich Gleichspannung an einem Ausgang befindet.
Plan habe ich mir jetzt nicht angeschaut, vermute aber das hier STK-Module als Endstufen verbaut sind.
Wenn da Gleichspannung wäre, liegt der Verdacht nahe, das eines der Module defekt ist.

Dies so aus der Hüfte geschossen...

paulchen
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holger66
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Re: Technics Receiver will nicht

Beitrag von holger66 »

Hallo Paulchen,

in der Tat hat der zwei STK-8040. Die habe ich schon gesehen. Da werde ich mir mal die Pinbelegung besorgen und nachmessen.....OK, der Ausgang ist auf Pin 3.

Das wäre allerdings dann Totalschaden, die Dinger kosten zwischen 20 (Generika) und 75 Euro (Originale) das Stück, Reichelt hat sie gar nicht.

Bööööh.....mal sehen....

Danke & Gruß
Holger
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holger66
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Re: Technics Receiver will nicht

Beitrag von holger66 »

Letzte Meldung: die Pinne 3 der STKs sind spannungsfrei. Puh, die Dinger sind scheinbar nicht defekt. Oder können die erschütterungsempfindlich sein ?

H.
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paulchen
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Re: Technics Receiver will nicht

Beitrag von paulchen »

Jetzt habe ich mir mal den Plan gezogen.
Da sind ja nun ein Haufen Spannungen angegeben auf der Endstufenplatine. Die würde ich mal nach und nach durchmessen und so den Fehler einkreisen.
Die Frage ist ja, warum zieht das Schutzrelais an?!

paulchen
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Re: Technics Receiver will nicht

Beitrag von fritz52 »

Die Frage ist ja, warum zieht das Schutzrelais an?!

paulchen

Moin, mbMn ist das DC-Schutz Relais ein Schließer, dass auch deswegen, weil es offen, den normalen NF-AC Weg zum Lautsprecher unterbricht, genauso wie bei einer DC am Ausgang, dann aber den Weg zum Lautsprecher sofort wieder öffnet, um den Lautsprecher nicht zu überlasten.
M. f. G.
fritz


- Es ist keine Schande, nichts zu wissen, wohl aber, nichts lernen zu wollen :wink:
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holger66
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Re: Technics Receiver will nicht

Beitrag von holger66 »

Heute früh weiter versucht: aktuell kann ich den Fehler nicht mehr reproduzieren, das Gerät spielt.

Ich habe nun mal versucht, die Endstufen-Platine, auf der neben den STKs auch das Relais sitzt, von der Lötseite aus abzuklopfen. Diese sieht optisch sehr gut aus, nicht das kleinste Anzeichen von schlechten Lötstellen.

Nichts zu machen, keine Reaktion. Ich werde das jetzt noch von der anderen Seite versuchen.
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Re: Technics Receiver will nicht

Beitrag von holger66 »

Letzte Meldung: ich habe jetzt mal von der Bauteilseite geklopft - kein Ergebnis. Daher habe ich diverse Lötstellen rund um das Relais nachgelötet.

Er spielt jetzt seit 2 Stunden ohne Fehler über das Radioteil und abwechselnd über den TA-Eingang. Aber so richtig traue ich dem Frieden nicht....
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Bernhard W
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Re: Technics Receiver will nicht

Beitrag von Bernhard W »

Hallo Holger,

Kontrolle der Lötstellen hätte ich auch gemacht.
Ansonsten habe ich die Schaltung um das TA7313P von Toshiba mal angesehen:

Versorgt wird das IC an Anschluss 9 über R677 (15 kΩ). Das TA7313 hat dort einen integrierten Spannungsbegrenzer (im Prinzip 4 Dioden nach Masse). Der begrenzt bei ca. 3,1 V.

Masse liegt an Anschluss 4.

Beim Einschalten wird C627 (33 µF) über R676 (120 kΩ) geladen. Die Spannung an C627 steigt und bei ca. 1,4 V an Anschluss 8 schaltet das TA7313P Anschluss 6 auf Masse, also das Relais ein. Der Einschaltverzug ist hier auf ca. 3,5 s eingestellt.
Wenn die Einschaltverzugs-Zeit ungefähr stimmt, ist C627 noch in Ordnung.

Über die Eingänge 2, 3, 4 und 7 kann der Kondensator an Anschluss 8 schnell über interne Transistoren entladen werden, damit das Relais abfällt.

Die Anschlüsse 2 und 3 sind vorgesehen zur Erkennung von Gleichspannung am NF-Verstärker-Ausgang, die werden hier gar nicht benutzt. Eine Spannung über 0,6 V oder unter -0,6 V würde das Entladen des Kondensators an Anschluss 8 auslösen.

Bei den Anschlüssen 1 und 7 entlädt nur eine positive Spannung über 0,6 V den Kondensator an Anschluss 8.

An Anschluss 7 wird üblicherweise über ein RC-Glied die Relais-Ansteuerung etwas zurück gekoppelt. Das hat zum Ziel, dass das Relais nicht flattern kann, und beim Abschalten die interne Verstärkerstufe kippt und für eine kurze Zeit nicht wieder einschalten kann (dynamische Hysterese). Das wird hier auch nicht benutzt.

Anschluss 1 ist der übliche Eingang für weitere Abschaltauslösungen.
Beim SA-313 sind das zwei Funktionen:

1. Schnellabschaltung beim Ausschalten:
Über R671 (220 kΩ) wird die Spannung an Anschluss 1 zunächst hochgezogen, also der Kondensator an Anschluss 8 entladen und damit würde das Relais abschalten.
Über R665, R666, D615 und D616 wird Wechselspannung zugeführt und damit C624 (3,3 µF) leicht negativ geladen. Diese Spannung zieht über R668 Anschluss 1 leicht negativ. C627 an Anschluss 8 kann also geladen werden.
Wird der Trafo ausgeschaltet, steigt die Spannung an Anschluss 1 schnell über 0,6 V und das Relais fällt ab, bevor die anderen Teile im Gerät unterversorgt werden.
Das Abschalten soll aber mindestens 20 ms verzögert sein, dass eine fehlende Vollwelle im Netz noch keine Abschaltung auslöst.
Ist die Kapazität von C624 zu klein geworden, kann das Relais abschalten. Sinkt die Kapazität langsam, schaltet das Relais üblicherweise zunächst öfters ein und aus.

2. Überlast-Abschaltung:
Über Q619 und Q620 wird der Ausgangsstrom der positiven Halbwelle überwacht. Wird der zu groß, wird über R657 bzw. R658 C625 (1 µF) geladen. Bei 0,6 V wird Q621 leitend. Q621 schaltet Q622 ein.
Q622 legt einerseits über R669 (47 kΩ) positive Spannung an Anschluss 1 des TA7313, was zur Abschaltung des Relais führt, und Q622 zieht andererseits Basisstrom aus Q621.
Q621 und Q622 schalten sich also gegenseitig ein, das führt zur Selbsthaltung (wie beim Thyristor) der Stufe, bis zum nächsten Ausschalten des Geräts.
Wenn das ohne Überlast passiert, ist vermutlich die Kapazität von C625 gesunken, oder die von C621 oder C622 (vor Q619 bzw. Q620).

Anschluss 5 führt zum Substrat des ICs (Chip-Rückseite). Ob eine Unterbrechung der Verbindung über R675 (10 kΩ) zur negativen Versorgungsspannung der Endstufen eine Relais-Abschaltung auslöst, steht leider nicht im Datenblatt des TA7313.

Bernhard