[quote=-CO-Windler post_id=311327 time=1777082569 user_id=9615]
Der gemeinsame Kathodenwiderstand für beide ELL80 (also 4 Systeme) war AFAIK auch Teil des Schutzsystems.
[/quote]
Moin,
ich bin mir da nicht sicher. Auch in der Schaltungsbeschreibung des Grundig Grossraumchassis in der Grundig TI ist davon nichts zu lesen.
Daher vermute ich einfach Sparsamkeit: Ein Widerstand und ein Elko weniger.
Und wie ich oben schon schrieb, urspruenglich hatte das Chassis 4x EL95, als die ELL80 herauskam, hat man auf 2x ELL80 umgestellt. 2 Roehrenfassungen weniger.
Gerade mal nachgesehen, auch der NF1 hat einen gemeinsamen Widerstand fuer alle Endsysteme. Dieser Verstaerker durfte aber auch "nichts kosten", er sollte etwa 130,- DM kosten, was eigenlich fuer ein Industriegeraet unerreicht war. Selbst der ziemlich ausgewachsene NF2 war nur etwa 100,- DM teurer
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Peter
ELL80 Problem
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Radiofan1972
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Re: ELL80 Problem
Laut KI führt die gemeinsame Kathodenbeschaltung beider ELL80 im Havariefall einer Röhre dazu, dass die andere Röhre mit in den Abgrund gerissen wird. Es ist in der Tat erstaunlich, dass Grundig an diesem Punkt an 2 Pfennigartikeln gespart hat. Den Kathodenelko werde ich natürlich noch einsetzen. Gibt es Vorschläge für einen optimalen Wert bei der nun getrennten Kathodenbeschaltungen?
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Elko
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Re: ELL80 Problem
Im Tannhäuser 8004 - der ja über zwei ELL80 Systeme verfügt - ist das RC Gespann an der Kathode jeder Röhre 100µF und 220 Ohm/1 Watt.
Siehe Schaltbildausschnitt in diesem Thread auf Seite 1.
Siehe Schaltbildausschnitt in diesem Thread auf Seite 1.
noli turbare circulos meos
Mit Röhrengruß
Martin
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Munzel
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Re: ELL80 Problem
Radiofan1972 hat geschrieben: Sa Apr 25, 2026 23:43 Laut KI führt die gemeinsame Kathodenbeschaltung beider ELL80 im Havariefall einer Röhre dazu, dass die andere Röhre mit in den Abgrund gerissen wird.
Dazu braucht man keine KI.
Wenn je Röhre ein Katodenwiderstand vorgesehen wird, wird er nur noch vom halben Strom durchflossen. Um dieselbe Gittervorspannung zu erzeugen, muß sein Widerstandswert mithin doppelt so hoch sein, also 200 Ohm.Radiofan1972 hat geschrieben: Sa Apr 25, 2026 23:43Gibt es Vorschläge für einen optimalen Wert bei der nun getrennten Kathodenbeschaltungen?
MfG
Munzel
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albert66
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Re: ELL80 Problem
Ich habe bei Diefenbach (1944) mal nachgeschlagen wegen Berechnung, im Anhang. I.d.R. werden dort 10-100µF eingebaut (wegen der NF nicht zu knappe Spannungsfestigkeit, d.h.
"etwas über 10V"
). Also entweder wie bisher 50µF oder auf 100µF aufstocken. Das ist unkritisch.
Bei der Literatur-Nachsuche bin ich wieder mal bei Telefunken Laborbuch I (blau) gelandet, u.a. ein paar Seiten zu NF-Gegentakt-Endstufen. Ich scanne die später mal ein und lade hoch. Vorab: die bauen in die Schirmgitterversorgung 100Ohm Schutzwiderstände ein. Hätte ich zur Strommessung schon vorgeschlagen, aber deren Empfehlung vor jedes Gitter. Die Arbeitspunktgeschichte von A- bis D-Betrieb wird dort behandelt und ist sicher interessant für die Diskussion hier. Bitte etwas Geduld, mache ich komplett und als .zip.
Die Telefunken-Laborbücher, 50/60er Jahre (per Antiquariat oder Flohmärkte) kann ich nur wärmstens empfehlen, wenn man selber baut, umbaut oder repariert (mit modifiziertem Ersatz). Sind auf Funk-Flohmärkten immer wieder mal zu erschwinglichen Preisen zu ergattern. Band I liegt bei mir in Griffweite zum Basteltisch, wegen immer wieder Nutzung der dortigen diversen Tabellen. Sind im Postkartenformat flexibel gebunden, echt robust und "griffig".
Grüße Peter (Hund und Garten geht bei dem schönen Wetter vor)
Bei der Literatur-Nachsuche bin ich wieder mal bei Telefunken Laborbuch I (blau) gelandet, u.a. ein paar Seiten zu NF-Gegentakt-Endstufen. Ich scanne die später mal ein und lade hoch. Vorab: die bauen in die Schirmgitterversorgung 100Ohm Schutzwiderstände ein. Hätte ich zur Strommessung schon vorgeschlagen, aber deren Empfehlung vor jedes Gitter. Die Arbeitspunktgeschichte von A- bis D-Betrieb wird dort behandelt und ist sicher interessant für die Diskussion hier. Bitte etwas Geduld, mache ich komplett und als .zip.
Die Telefunken-Laborbücher, 50/60er Jahre (per Antiquariat oder Flohmärkte) kann ich nur wärmstens empfehlen, wenn man selber baut, umbaut oder repariert (mit modifiziertem Ersatz). Sind auf Funk-Flohmärkten immer wieder mal zu erschwinglichen Preisen zu ergattern. Band I liegt bei mir in Griffweite zum Basteltisch, wegen immer wieder Nutzung der dortigen diversen Tabellen. Sind im Postkartenformat flexibel gebunden, echt robust und "griffig".
Grüße Peter (Hund und Garten geht bei dem schönen Wetter vor)
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albert66
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Re: ELL80 Problem
War schon scanned, Pause kurz genutzt, mit PDF etwas tricksen müssen, ist PDF 1.6 wegen max 1MB upload. Telefunken Laborbuch I (blau), 1. Auflage 1958, Telefunken AG, Ulm/Donau, Seiten 304-317 (aufgeteilt, Gegentaktseiten tfk-pa2t.pdf, davor Eintakt und Übergang zu Gegentakt tfk-pa1t.pdf).
Gruß Peter
Nachtrag: bitte Seite 317 zur Gittervorspannung beachten, speziell im Hinblick auf die (fehlenden) Katoden-Cs. Wir haben A/B Betrieb .......
Gruß Peter
Nachtrag: bitte Seite 317 zur Gittervorspannung beachten, speziell im Hinblick auf die (fehlenden) Katoden-Cs. Wir haben A/B Betrieb .......
Prinzipiell am einfachsten ist das Verwenden von Uberbrückungskondensatoren mit sehr hohen Kapazitäten. Damit wird die Zeitkonstante für die Kathodenkombination so groß, daß sie genügt, um die Vorspannung über die Dauer der normalerweise in Musik oder Sprache vorkommenden Aussteuerungsspitzen einigermaßen konstant zu halten.![]()
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Zuletzt geändert von albert66 am So Apr 26, 2026 13:37, insgesamt 1-mal geändert.
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albert66
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albert66
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Re: ELL80 Problem
Wenn er den Kathoden-R pro Röhren haben will, muß er R verdoppeln, um wieder auf 9V zu kommen (entspricht -9V g1 zur Kathode). Das hat mit dem C erst einmal nichts zu tun.
Der C hat zwei Funktionen: für den NF-Frequenzgang (dazu die Formel aus dem Diefenbach) und für die Glättung zum Erhalt des Arbeitspunktes. Die Formel (wie vor) gibt es auch etwas komplizierter mit Röhrendaten. Zur Glättung (g1-Vorspannungserhalt) würde ich den C nicht halbieren, d.h. bei den 50µF bleiben oder aufrüsten (max 100µF). Notfalls Vergleiche mit anderen Schaltungen. (im Grundig Konzertschrank M61 11/12 sind bei vergleichbarer Schaltung 120 Ohm (anstelle der 100 Ohm für alle 4 Systeme) und 100µF verbaut)
Grüße Peter
